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    Die Nummer drei wird zum Matchwinner

    Der Torhüter als einer der Matchwinner, das ist beim FSV Mainz 05 durchaus eine Besonderheit. Der 20 Jahre alte Torwart Loris Karius rettete seiner Mannschaft den 3:2-Sieg beim SV Werder Bremen.

    Die einarmige Faustabwehr gehört noch nicht zu den Topstärken von Loris Karius (rechts). Mit seinen Reaktionen auf der Linie kann sich der junge Mainzer Torhüter aber schon sehen lassen in der Bundesliga.
    Die einarmige Faustabwehr gehört noch nicht zu den Topstärken von Loris Karius (rechts). Mit seinen Reaktionen auf der Linie kann sich der junge Mainzer Torhüter aber schon sehen lassen in der Bundesliga.
    Foto: rscp

    Von Reinhard Rehberg

    Die Routiniers Heinz Müller und Christian Wetklo haben selten mit schlechten Leistungen Spiele verloren, aber auch selten mit Glanztagen ihre Mannschaft mal alleine gerettet. Jetzt ist die Nummer eins verletzt, die Nummer zwei ist rotgesperrt. Und die Nummer drei nutzt die Chance und spielt sich in den Vordergrund: Loris Karius, 20 Jahre alt, hielt am Sonntagabend mit bemerkenswerten Paraden den Mainzer 3:2 (2:0)-Sieg beim SV Werder Bremen fest.

    „Das war ein geiles Gefühl“, erzählte Karius später in den Katakomben des Weserstadions. Ruhig, sachlich, wie es die Art des besonnenen jungen Mannes, der beim FV Biberach und später in der Jugend des VfB Stuttgart sein Handwerk gelernt hat. Bevor er 2009 als Toptalent zur U18 von Manchester City wechselte. „Ich will mit Leistung überzeugen, und das ist mir heute gelungen“, sagte Karius. „Und das muss man jetzt einfach auch mal genießen.“

    Die ersten Gegentreffer

    05-Manager Christian Heidel hat die Nummer drei schon zum Mainzer Talisman erkoren. Drei Bundesligaeinsätze, drei Siege. Perfekt. „Nur schade, dass die Null nicht weiter Bestand hat“, brummte Karius. Die späten Tore zum 1:3 (85.) und 2:3 (90.) in Bremen waren die ersten Gegentreffer für den Jungkeeper im Bundesligatrikot. Doch das ließ sich verschmerzen an diesem großen Abend an der Weser. Der Sieg hatte eine enorme Bedeutung. Für Karius und für die gesamte Mannschaft. Auch im Hinblick auf die Restrückrunde. Auch im Hinblick auf das anstehende Heimspiel gegen Borussia Dortmund am kommenden Sonntag.

    Wie gut Loris Karius irgendwann einmal werden kann, das lässt sich noch gar nicht seriös beurteilen. Im Moment macht er erste Schritte von einem nicht immer vor Ehrgeiz berstenden Trainingstorwart zu einem tauglichen Wettkampftorwart in der deutschen Eliteliga. Diese Prüfung hat Karius nun im Derby gegen die Frankfurter Eintracht und an diesem Abend in Bremen bestanden. Nicht mehr, aber auch vor allem auch nicht weniger. Thomas Tuchel hielt sich mit überschwänglichen Lobreden zurück. „Loris hat das gut gemacht“, urteilte der 05-Trainer trocken. „Bei den ersten Bremer Ecken musste er sich aber erst mal das Gefühl holen, da musste er erst mal reinfinden ins Spiel.“

    Das waren die kritischen Momente. Nach der schönen 2:0-Führung geriet das Team etwa ab der 20. Minute unter Druck. Zu viele Fouls in der Nähe des Strafraums, zu viele unnötige Eckbälle. Bei diesen ersten fünf, sechs Standardbällen wirkte der 05-Keeper unsicher. Spätestens, als er sich bei einem Freistoß auf Assani Lukimya verschätzte, der Bremer Innenverteidiger vor dem leeren Kasten aber nur den Pfosten traf (23.). Danach wusste Karius einige Augenblicke nicht mehr, ob er sich auf seinen Linienspiel verlassen, oder ob er mutig in die hohen Bälle springen sollte.

    Im Strafraumgetümmel, das fällt auf, fehlt dem schlaksigen Talent auf seinen langen Storchenbeinen ein wenig die Statur der klassischen muskulösen Torwartriesen. Die einarmige Faustabwehr zählt auch noch nicht zu den Topstärken des jungen Mannes. Aber es spricht für die Ruhe, für das Selbstvertrauen, für den Behauptungswillen, für die Nervenstärke des Schwaben, dass er sich nach dieser problematischen Phase noch zu einer bemerkenswerten Leitung, zu einer Galavorstellung aufschwang.

    Das ist schnellkräftiger, ein flinker, ein enorm reaktionsschneller, beweglicher, sehr gewandter Torwart, der auch in den Eins-gegen-Eins-Situationen oben bleibt und sich breitmacht. Das ist die Schule seines Fachtrainers Stephan Kuhnert. Auf der Linie parierte Karius in Bremen überragend. Dazu kommen seine zielgenauen Abschläge, sowohl vom Boden aus, als auch aus der Hand. Das Paket ist stimmig. Die Lufthoheit ist eben immer auch eine Frage von zunehmender Wettkampfpraxis, Das nennt man Erfahrung. Dafür braucht es mehr als gerade mal drei Spiele.

    Überragende Rettungstaten

    Die Rettungstaten von Karius zogen den Bremern den Zahn. Klasse gehalten beim Kopfball des langen argentinischen Mittelstürmers Franco di Santo (30.), überragend gehalten direkt am Pfosten beim Kopfball von di Santo nach der Pause (50.), glänzend breitgemacht, als Aaron Hunt alleine auf ihn zulief (67.), schnell unten in selbiger Minute beim Vollspannschuss von Hunt aus vollem Lauf aus 14 Metern Entfernung in zentraler Position, clever zurückgezogen und einen Strafstoß verhindert, als di Santo frei vor ihm auftauchte und Johannes Geis vor dem Tor rettete (74.).

    Bei den Gegentreffern war Karius machtlos. Vor dem 1:2 hätte der Keeper vielleicht entschiedener zur Seite abwehren können. Beim 2:3 fehlte dem Torwart nur etwas Glück, im Zurücklaufen war es aber schwierig, die Balance zu halten auf der Torlinie gegen di Santos Kopfball. Da war der in der Luft verteidigende Jo Hoo Park einfach ein paar Zentimeter zu klein für den mit Anlauf springenden Riesen aus Argentinien.

    Unterm Strich hat Loris Karius seiner Mannschaft diese drei Punkte gerettet. Ein ganz wichtiger Moment in der gerade erst beginnenden Karriere. Damit wächst auch die Wertschätzung bei den Kollegen. Auch ein Aspekt.

    Mainz 05
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