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    Die Leidenszeit dauert zwei Tage

    Niko Bungert ist der Typ Fußballprofi, den eine Niederlage quält. Das jüngste 1:1 am Bruchweg gegen Werder Bremen hat der Innenverteidiger des FSV Mainz 05 ganz eindeutig "als Niederlage" empfunden.

    Lewis Holtby (links) und Niko Bungert.
    Lewis Holtby (links) und Niko Bungert.
    Foto: DPA

    Mainz - Niko Bungert ist der Typ Fußballprofi, den eine Niederlage quält. Das jüngste 1:1 am Bruchweg gegen Werder Bremen hat der Innenverteidiger des FSV Mainz 05 ganz eindeutig "als Niederlage" empfunden.

    Weil der Ausgleichstreffer für die dramatisch unterlegenen Gäste der letzte Ballkontakt war in dieser 92-minütigen Partie. "Da drehst du durch, das war hart, extrem schmerzhaft, das hat sich wirklich angefühlt wie eine riesige Enttäuschung", erzählt der 23-Jährige. "Ich bin dann zwei Tage angefressen und nicht leicht zu ertragen. Meine Freundin weiß dann schon, dass sie mich mit Samthandschuhen anfassen muss. Erst wenn ich die zweite Nacht drüber geschlafen habe, geht es wieder. Dann schaue ich wieder vorwärts."

    An diesem aufwühlenden Samstag kam erschwerend hinzu, dass Bungert an zwei möglicherweise entscheidenden Szenen beteiligt war. Mitte der zweiten Hälfte hatte er nach einem glänzenden Flachpass von Malik Fathi die Riesenchance zum 2:0. Bungert ballerte fünf Meter frei vor der Hütte aus der Drehung über die Latte.

    Daraus muss man einem Defensivstrategen keinen Vorwurf stricken. "Ich muss den Ball aus der Drehung nehmen, und dabei rutscht er mir zu hoch auf den Spann. Klar, den kann man machen, und so einen Ball mache ich im Training auch schon mal rein, aber letztlich ist diese Bewegung vor dem gegnerischen Tor bei mir nicht automatisiert", erklärt Bungert. "Dafür komme ich vor dem gegnerischen Tor als Innenverteidiger zu selten in eine solche Situation." Automatisiert ist dieser Schlag im eigenen Strafraum, als Rettungsaktion: Die Kugel muss hoch und möglichst weit weg aus der Gefahrenzone.

    Und das klappte dann fünf Sekunden vor dem Abpfiff auch nicht. "Aber da konnte ich von meinem Empfinden her gar nicht mehr kontrolliert reagieren", sagt Bungert. "Per Mertesacker verlängert, durchlassen konnte ich den Ball nicht, denn hinter mir habe ich grüne Trikots gesehen. Instinktiv wollte ich die Kugel noch zu Nikolce Noveski köpfen, dafür hatte ich etwa eine Hundertstelsekunde Zeit, und dann kommt Claudio Pizarro mit der Fußspitze dazwischen. Unabhängig von meiner persönlichen Beteiligung, das war ein Schock. Für uns alle." Bungert hatte an diesem Tag gemeinsam mit Noveski fehlerlos gespielt.

    Unterm Strich blieben natürlich auch viele positive Aspekte stehen. "Unsere Leistungen in der Rückrunde gehen grundsätzlich in die richtige Richtung", sagt Bungert. "Wir haben eine Mannschaft wie Werder Bremen über 90 Minuten beherrscht. Das ist nicht selbstverständlich, darauf dürfen wir stolz sein. Und das war auch der Tenor des Trainers."

    Die Ergebnisse hinken den guten Leistungen noch hinterher. Aber die Erfolgswahrscheinlichkeit bleibt hoch. "Wir haben in der Rückrunde in vier Spielen insgesamt den Gegnern noch keine zehn Torchancen gelassen, das spricht fast schon für ein souveränes Defensivverhalten, und es ist auch nicht normal, dass man dann so oft bei so wenigen gegnerischen Chancen ein entscheidendes Gegentor bekommt", sagt Bungert. "Letztlich haben wir nur aus unseren eigenen Chancen zu wenig Tore gemacht. Da fehlt uns noch etwas die Kaltschnäuzigkeit."

    Das ist die Aufgabe für die Partie am Sonntag beim euphorisierten Bayern-Bezwinger 1.FC Köln. Reinhard Rehberg

    Mainz 05
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