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    Winter friert das Kampftrinken nicht ein

    Jugendliche "Kampftrinker" in Koblenz sind kein Sommerproblem. Denn im Winter fallen Grillfeste und die Kirmes in den umliegenden Gemeinden weg. Resultat: Junge Leute strömen verstärkt am Wochenende nach Koblenz, um dort "Party zu machen".

    Vor allem Biermixgetränke sind bei den Jugendlichen beliebt, aber laut Polizei wird mitunter auch Hochprozentiges getrunken.
    Vor allem Biermixgetränke sind bei den Jugendlichen beliebt, aber laut Polizei wird mitunter auch Hochprozentiges getrunken.
    Foto: Annette Hoppen

    Koblenz - Jugendliche "Kampftrinker" in Koblenz sind kein Sommerproblem. Trotz sinkender Temperaturen wird sich die Situation nicht so schnell entschärfen. Davon geht Thomas Fischbach, Leiter der Polizeiinspektion 1, aus. "Wer glaubt, dass das Problem im Winterhalbjahr kleiner wird, der irrt", so die Einschätzung Fischbachs bei der jüngsten Sitzung der Initiative "Sicherheit in unserer Stadt", bei der es auch um das Thema "Jugenddelinquenz" ging.

    Der Grund für diese Annahme: In den Wintermonaten fallen am Wochenende auch noch Grillfeste weg, es gibt keine Kirmes mehr in den umliegenden Kommunen. Das Resultat: Junge Leute strömen in noch stärkerem Maße am Wochenende nach Koblenz, um dort "Party zu machen", sagt Thomas Fischbach.

    Schon 12-Jährige glühen mit Wodka vor

    Und diese Party sieht dann zumeist so aus: Zum "Vorglühen" füllen sich die Jugendlichen Wodka und Schnaps in Limoflaschen - oft gemischt mit Fruchtsaft -, damit die Polizei das Gebräu nicht sogleich als Hochprozentiges entlarven kann. Am Löhr-Center, am Bahnhof und gern auch rund um den Zentralplatz wird dann der Alkoholpegel schon einmal in Wallung gebracht, bevor es zu vorgerückter Stunde - zumeist mit durch die Promillezahl im Blut stark gesteigertem Aggressionspotenzial - in die Kneipen und Discos der Innenstadt geht.

    Plätze und Straßen werden Großraumtoilette

    Müll und Unrat bleiben zurück, werden achtlos weggeworfen. Überflüssige Körperflüssigkeit aus der vollen Blase wird in aller Öffentlichkeit entsorgt - Plätze und Wege werden zur Großraumtoilette. Erschreckend: Manche der "Kampftrinker" sind nicht einmal 16 Jahre alt. Selbst Zwölfjährige trifft die Polizei Koblenz bei ihren Kontrollen zur "Jugenddelinquenz" immer häufiger an.

    Diese Kontrollen, die die Polizeiinspektion Koblenz seit einigen Jahren verstärkt fährt, werden und müssen weitergehen. Das wurde bei der Sitzung im Koblenzer Polizeipräsidium ebenfalls deutlich. Doch nicht nur Gäste von auswärts halten die Ordnungshüter - auch die vom Koblenzer Ordnungsamt, die auch 2011 wieder in regelmäßigen Abständen gemeinsam mit der Polizei zu Jugendkontrollen ausrücken werden - auf Trab. Weiterhin ein Problemfeld ist die Neukarthause und hier insbesondere das Areal um das Bundesarchiv. Überwiegend Jugendliche mit russischem Migrationshintergrund belagern hier in den Nachtstunden die Fußgängerzone des kleinen Einkaufszentrums und die Fußwege zum Bundesarchiv.

    "Die Karthause ist trotz Jubüz weiter ein Problemfeld", stellte hier auch der Koblenzer Polizeipräsident Horst Eckhardt fest. Die Hoffnungen, dass es dem dort vor wenigen Jahren errichteten Jugend- und Bürgerzentrum gelingt, die Jugendlichen von der Straße zu holen, hätten sich leider nicht erfüllt.

    Resignation macht sich bei Stadtverwaltung und Polizei aber nicht breit. Mit veränderten Öffnungszeiten des Jubüz wolle man nun gegensteuern, so die Koblenzer Bürgermeisterin Marie-Theres Hammes-Rosenstein. Außerdem wurde auf Initiative der Stadt ein Arbeitskreis Karthause etabliert, in dem unter anderem das Ordnungsamt, die Polizei, aber auch das Jugendamt eingebunden sind. Gemeinsam soll nach Lösungswegen gesucht werden, um den jungen Leuten auf der Karthause Alternativen zu den nächtlichen "Saufgelagen" zu bieten. Für Marie-Theres Hammes-Rosenstein besonders wichtig: "Wir haben einen Sozialarbeiter mit russischem Migrationshintergrund im Team." Dadurch erhofft sich die Verwaltung, einen besseren Zugang zu den Jugendlichen auf der Karthause zu bekommen.

    Von unserer Mitarbeiterin Annette Hoppen

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