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Mendig

Suchaktion im Lavakeller: Vermisster in Mendig gefunden

Erfolgreiches Ende einer Suchaktion in den Mendiger Lavakellern: Der Feuerwehr und weiteren Helfern ist es am Montagvormittag gelungen, in dem unterirdischen Höhlensystem einen Vermissten unversehrt aufzufinden.

Aktion in den Lavakellern: Wehrleute, Polizisten, ortskundige Mendiger und Fachleute vom Landesamt für Geologie und Bergbau haben einen Vermissten gesucht.
Aktion in den Lavakellern: Wehrleute, Polizisten, ortskundige Mendiger und Fachleute vom Landesamt für Geologie und Bergbau haben einen Vermissten gesucht.
Foto: Andreas Walz

Der geistig verwirrte junge Mann war wohl schon am Sonntagnachmittag in die Lavakeller eingestiegen. Den Weg zurück hatte er auch deshalb nicht gefunden, weil seine Taschenlampe nicht mehr funktionierte. Mehrere Stunden lang musste er bei Temperaturen um 7 Grad ausharren und auf Rettung warten.

Nach vier Stunden vergeblicher Suche meldete Mutter ihren Sohn als vermisst

Zunächst hatte die Mutter des Vermissten nach ihrem Sohn gesucht, teilte die Polizei gestern mit. Als die Frau nach etwa vier Stunden keinen Erfolg hatte, verständigte sie die Rettungskräfte. Die Feuerwehr Mendig wurde gegen 9 Uhr alarmiert und rückte mit mehreren Fahrzeugen aus. "Wir sind an drei Stellen in die Lavakeller eingestiegen", sagte Wehrleiter Stephan Schüller. Von dort aus arbeiteten sich die Trupps in Richtung des Punktes vor, an dem der Vermisste in das Höhlensystem eingestiegen war.

Unterstützung bekamen die Wehrleute von Beamten der Polizei sowie von ortskundigen Mendigern und Fachleuten des Landesamtes für Geologie und Bergbau, die die Lavakeller seit vielen Jahren untersuchen. "Wir sind sofort aus Mainz gekommen und haben Karten der Keller mitgebracht, damit wir die Suche koordinieren können", sagte Dr. Michael Rogall, Geologe beim Landesamt. Immerhin ist der kartierte Bereich des Höhlensystems rund 110.000 Quadratmeter groß, was der Fläche von mehr als 15 Fußballfeldern entspricht. Weitere fast 300.000 Quadratmeter sind ebenfalls zugänglich, werden derzeit aber erst noch kartiert. Aufgrund der Größe des Suchgebiets hatten die Helfer auch Spürhunde, sogenannte Mantrailer, angefordert, die jedoch nicht mehr benötigt wurden.

Experte: "Wenn da unten das Licht ausgeht – das ist das Schlimmste, was passieren kann."

Rogall verdeutlichte, in welcher Gefahr sich der Vermisste befand: "Wenn einem da unten das Licht ausgeht – das ist das Schlimmste, was passieren kann." In dem Höhlensystem gut 30 Meter unter der Erde herrscht absolute Finsternis. Ohne Licht lassen sich keine Orientierungspunkte mehr ausmachen. Selbst Fachleute mit guter Ortskenntnis haben dann keine Chance, den Weg zurück zu finden. Deswegen wagen sich auch Rogall und seine Kollegen vom Landesamt nicht allein in das Höhlensystem. "Wir sind immer zu zweit", berichtete Rogall. "Und jeder von uns hat gleich zwei Lampen dabei."

Wer sich – wie der Vermisste – ohne Licht im Lavakeller befindet, kann nur noch hoffen: "Das Einzige, was man machen kann, wenn das Licht ausgeht, ist zu bleiben, wo man ist, und auf Hilfe zu warten", sagte Rogall. Im Fall des jungen Mannes kam die Hilfe rechtzeitig. Gegen 11 Uhr meldete ein Suchtrupp, dass er den Vermissten gefunden habe – etwas abseits der üblichen Routen, wie es hieß.

Von unserem Redakteur Hilko Röttgers

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