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    Statt einer Brücke: Ab 1. April gibt's mehr Fähre am Mittelrhein

    St. Goarshausen- Jahrzehntelang schon währt der Streit über einen Brückenschlag im romantischen Mittelrheintal. Nachdem die Grünen eine Querung vorerst verhindert haben, will in wenigen Tagen der Betreiber der Loreley-Fähre die Betriebszeiten ausweiten. Das Land hilft mit Geld.

    Die Rheinfähre "Loreley VI" verbindet die beiden Orte St. Goar und St.  Goarshausen miteinander. Jahrzehntelang schon  währt der Streit über einen Brückenschlag im romantischen  Mittelrheintal.
    Die Rheinfähre "Loreley VI" verbindet die beiden Orte St. Goar und St. Goarshausen miteinander. Jahrzehntelang schon währt der Streit über einen Brückenschlag im romantischen Mittelrheintal.
    Foto: Thomas Frey (Archiv)

    St. Goarshausen - Jahrzehntelang schon währt der Streit über einen Brückenschlag im romantischen Mittelrheintal. Nachdem die Grünen eine Querung vorerst verhindert haben, will in wenigen Tagen der Betreiber der Loreley-Fähre die Betriebszeiten ausweiten. Das Land hilft mit Geld.

    Spätabends ein Besuch auf der anderen Flussseite und dann keine Rückkehr mehr? Mit diesem Risiko soll im Welterbe Oberes Mittelrheintal in wenigen Tagen Schluss sein, zumindest vor Mitternacht. Nach dem vorläufigen Aus für die Mittelrheinbrücke will der Betreiber der Loreley-Fähre seine Betriebszeiten ausweiten. Der rheinland-pfälzische Infrastrukturminister Roger Lewentz (SPD) sagt: "Am 1. April heißt es Leinen los." Das Land fördert die Ausweitung des Fahrplans finanziell.

    Die Kreistage des Rhein-Lahn- und des Rhein-Hunsrück-Kreises wollen sich an diesem Montag damit befassen. In der Folge ist die Unterzeichnung eines Vertrags mit dem Fährbetrieb geplant. Vorausgegangen sind lange Prüfungen und Verhandlungen. Lewentz sagt: "Der erweiterte Fährverkehr garantiert mehr als 1000 zusätzliche Betriebsstunden jährlich." Gewinner seien Pendler und Touristen.

    Im rheinland-pfälzischen Koalitionsvertrag, den Rot-Grün im Mai 2011 vorgelegt hat, heißt es: "Die Pläne zum Bau einer Mittelrheinbrücke werden von der Landesregierung nicht weiter verfolgt. Es wird ein ausgeweiteter Fährbetrieb bis 2016 erprobt." Zwischen Mainz und Koblenz gibt es zur Überraschung vieler Touristen auf rund 90 Flusskilometern keine Brücke.

    Die Geschäftsführerin der Loreley-Fähre zwischen St. Goarshausen und St. Goar, Anne Hammerl, sagt, geplant sei nun eine Betriebszeit von 5.30 bis 24.00 Uhr werktags und von 6.30 bis 24.00 Uhr an Sonn- und Feiertagen. Das sei eine Ausweitung um eineinhalb Stunden im Sommer und um dreieinhalb Stunden im Winter. Das Unternehmen, das seit mehr als 250 Jahren in der Hand derselben Familie ist, hat laut Hammerl bereits eine zusätzliche Mitarbeiterin eingestellt.

    Der Landrat des Rhein-Hunsrück-Kreises, Bertram Fleck (CDU), sagt: "Ich gehe davon aus, dass der Kreistag aller Voraussicht nach mehrheitlich der Ausweitung der Fährzeiten zustimmt." Mit Blick in die fernere Zukunft betont er aber auch: "Wir fordern nach wie vor die Brücke." Ebenso äußert sich die Kreisverwaltung Rhein-Lahn auf der anderen Flussseite.

    Zur Höhe der finanziellen Förderung des Landes macht das Infrastrukturministerium keine Angaben. Dies sei mit Rücksicht auf die Geschäftsgeheimnisse des Fährbetriebs öffentlich nicht möglich, sagt ein Sprecher. Zudem stünden die gesamten Kosten erst am Ende des "Pilotprojekts" 2016 fest. Schon 2014 werde geprüft, ob für den erweiterten Fährfahrplan Korrekturen nötig seien.

    Die teils erbitterte Debatte über einen Brückenschlag im Oberen Mittelrheintal dauert schon Jahrzehnte. Mit seiner Verhinderung in dieser Legislaturperiode bis 2016 konnten sich die rheinland-pfälzischen Grünen in den Koalitionsverhandlungen durchsetzen. Dafür schluckten sie den Bau des riesigen Hochmoselübergangs bei Zeltingen-Rachtig - wo sogar der Kölner Dom darunter passen würde.

    Das burgengesäumte romantische Obere Mittelrheintal gilt zwar als eine der schönsten Landschaften Deutschlands, leidet jedoch unter Bevölkerungsschwund, Gebäudeleerständen und Bahnlärm. Viele Touristen genießen die Fährfahrt zwischen Binnenschiffen mit Blick auf Hunsrück und Taunus. Viele Einheimische, zumal Pendler und Geschäftsleute, fluchen dagegen über das Fehlen einer Brücke.

    Jens Albes, dpa

    Rheinland-Pfalz
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