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    Mainz

    Sechsspurig durchs Naturschutzgebiet

    Das Bundesverkehrsministerium bleibt bei seiner Weisung an das Land: Die A 643 bei Mainz muss auch im Naturschutzgebiet "Mainzer Sand" von vier auf sechs Spuren verbreitert werden. Das hat Minister Alexander Dobrindt (CSU) dem rheinland-pfälzischen Infrastrukturminister Roger Lewentz (SPD) mitgeteilt. Es gebe keine neuen Erkenntnisse, die Weisung seines Amtsvorgängers Peter Ramsauer infrage zu stellen, schrieb Dobrindt.

    Von unserer Redakteurin Claudia Renner

    Damit hat sich die Hoffnung von Rot-Grün zerschlagen, der neue Verkehrsminister der Großen Koalition werde über die Ausbau-Alternative "4+2" mit sich reden lassen. Auf diese Ausbauvariante, bei der zu Spitzenzeiten die Seitenstreifen freigegeben werden, hatte sich die Landesregierung im Koalitionsvertrag verständigt. Im Sommer 2013 ordnete Ramsauer den sechsspurigen Ausbau zwischen den Anschlussstellen Mainz-Mombach und Mainz-Gonsenheim an. Hintergrund ist der sechsspurige Ausbau des gesamten Mainzer Autobahnrings sowie der Neubau der Schiersteiner Rheinbrücke.

    Lewentz reagierte enttäuscht. "Eine 4+2-Regelung verringert nicht zuletzt das Klagerisiko gegenüber einem sechsspurigen Ausbau im Bereich des Naturschutzgebietes Mainzer Sand und kann damit eine schnellere Umsetzung des Projektes bewirken." Ein Expertenpapier zum Bundesverkehrswegeplan habe festgestellt, dass eine Freigabe der Seitenstreifen die Kapazität um 20 bis 25 Prozent erhöht. Die FDP begrüßt die wiederholte Weisung aus Berlin: "Das Land hat nun keine Ausreden mehr, um das Projekt weiter zu verschleppen", sagte der Fraktionsvorsitzende im Mainzer Stadtrat, Walter Koppius. Nun könnten auch Lärmschutzwände sowie eine "Grüne Brücke" für wandernde Tiere realisiert werden, für Pendler verringere sich die Staugefahr. Grüne in Stadt und Land sprechen dagegen von "Betonkopfpolitik".

    Der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) will im Genehmigungsverfahren weiter versuchen, einen sechsspurigen Ausbau zu verhindern, sagte Landesgeschäftsführerin Sabine Yacoub. Bei der Verträglichkeitsprüfung nach EU-Naturschutzregeln müsse nachgewiesen werden, dass es zu den Planungen keine Alternative gebe, doch diese existiere ja mit 4+2. "Ein sechsspuriger Ausbau ist unserer Meinung nach nicht genehmigungsfähig", so Yacoub. Sollte er genehmigt werden, würden der BUND und weitere Verbände eine Klage prüfen. 

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