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    Mainz/Wiesbaden

    Schiersteiner Brücke wohl bis Ende März zu

    Frühestens Ende März wird die Schiersteiner Brücke für den Pkw-Verkehr sowie für Radfahrer und Fußgänger geöffnet. Sechs Wochen lang dürfte es damit weiterhin ein Verkehrschaos in den Stoßzeiten geben, das sich gerade in den Morgenstunden auf der A 60 zwischen dem Dreieck Mainz und dem Mainspitz-Dreieck entwickelt.

    Der Abschnitt bis zur Anschlussstelle Mainz-Mombach ist inzwischen wieder befahrbar. Der Rest der Schiersteiner Brücke bleibt noch satte sechs Wochen gesperrt. Erst dann wird das Nadelöhr zwischen Mainz und Wiesbaden voraussichtlich zumindest für Pkw wieder freigegeben. Foto: Stephan Dinges
    Der Abschnitt bis zur Anschlussstelle Mainz-Mombach ist inzwischen wieder befahrbar. Der Rest der Schiersteiner Brücke bleibt noch satte sechs Wochen gesperrt. Erst dann wird das Nadelöhr zwischen Mainz und Wiesbaden voraussichtlich zumindest für Pkw wieder freigegeben.
    Foto: Stephan Dinges

    Von unserem Redakteur Volker Boch, mit dpa

    "Nach den Planungen der Experten könnte vor Ostern wieder der Pkw-Verkehr über die A 643 rollen und dadurch Mainzer Ring und Weisenauer Brücke entlastet werden", sagt der rheinland-pfälzische Infrastrukturminister Roger Lewentz (SPD).

    Skeptische Stimmen hatten zuletzt befürchtet, dass die Sperrung der Schiersteiner Brücke für den Autoverkehr noch länger dauern würde, nachdem die infrastrukturell so eminent bedeutsame Rheinquerung am Dienstag vergangener Woche abrupt gesperrt werden musste. Nach wie vor laufen laut dem Landesbetrieb Mobilität (LBM) Rheinland-Pfalz die Untersuchungen, was genau im Bodenbereich der Brückenpfeiler bei den Bauarbeiten geschehen ist. "Es lässt sich im Moment noch nicht sagen", erklärt Verena Blümling, Sprecherin des LBM in Koblenz. "Die Ursachenforschung läuft weiter. In erster Linie wollen wir jetzt aber zusehen, dass die Brücke wieder befahrbar wird." Die dazu nötigen ingenieurstechnischen Berechnungen und statischen Kalkulationen sind abgeschlossen. Es kann nun konkret an Sicherungsmaßnahmen und Stabilisationen gearbeitet werden, die der Brücke genügend Halt geben, dass sie sorglos für den Fußgänger-, Fahrrad- und Pkw-Transfer freigegeben werden kann.

    Es ist endlich einmal eine gute Nachricht, die Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) beim Heringsessen am Aschermittwoch preisgeben kann: Dreyer verbreitet als Erste die Kunde, dass voraussichtlich Ende März wieder Passagen auf der Brücke möglich sein werden. Noch ist es ein zaghafter Vorstoß, weil die Ursachenforschung weiterläuft, aber immerhin ein hoffnungsvolles Signal für Tausende Pendler, die sich im ohnehin stark belasteten Rhein-Main-Gebiet derzeit aufgeschmissen fühlen.

    Die Schiersteiner Brücke ist ein sensibles Nadelöhr zwischen den Bundesländern Rheinland-Pfalz und Hessen, jeden Morgen lauschen Pendler gespannt im Radio, ob es Hiobsbotschaften von "ihrer" Strecke über den Rhein gibt. Seit vergangenen Dienstag ist die Situation extrem angespannt, denn die laut Schätzungen bis zu 90 000 Fahrzeuge, die sonst über die Brücke rollen, müssen sich nun einen anderen Weg über den Rhein zwischen Mainz und Wiesbaden suchen. Erschwerend kommt die im Januar eröffnete Dauerbaustelle auf der A 60 zwischen dem Kreuz Mainz-Süd und der Anschlussstelle Mainz-Lerchenberg hinzu, die bis Ende Juni geplant ist. Wer hier im Berufsverkehr durch muss, kann derzeit froh sein, wenn er die erlaubte Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h überhaupt schafft.

    Ministerpräsidentin Malu Dreyer warnte vor einem Bahn-Streik - vergeblich.
    Ministerpräsidentin Malu Dreyer warnte vor einem Bahn-Streik - vergeblich.
    Foto: dpa

    Kein Wunder, dass Dreyer an die Lokführergewerkschaft GDL appellierte, keine Streiks zu planen. "Alle, die bei der Bahn arbeiten, sollten zur Kenntnis nehmen, dass es hier einen GAU bedeuten würde, wenn die Bahn jetzt noch streikt", sagt Dreyer. Jede weitere Belastung der Verkehrsinfrastruktur wirkt sich durch die Brückensperrung drastisch aus, die Züge sind wie die Rheinfähren stark frequentiert. Dreyer appellierte vergeblich: Am Abend kündigte die GDL an, dass sie wieder streiken wird.

    Viele Pendler wollen ohnehin nicht auf die Bahn angewiesen sein. Sie bleiben beim Auto - und setzen mit der Fähre über. "An einem normalen Wochentag sind es 700 bis 800 Autos, momentan haben wir bis zu 2500 pro Tag", sagt Betriebsleiter Michael Maul von der Rheinfähre Maul, die zwischen Ingelheim und dem hessischen Oestrich-Winkel pendelt. Seine Befürchtung, dass sich ab Aschermittwoch lange Schlangen vor der Rampe bilden, hat sich bestätigt. Ähnlich sieht es in anderen Orten aus. An der Autofähre Bingen-Rüdesheim arbeiten seit der Sperrung sechs Helfer mehr. "Wir haben schon unsere Saisonkräfte aktiviert, die normalerweise erst im April anfangen", sagt Oliver Junck vom Fährbetrieb. Zwei Fähren sind hier im Dauereinsatz, eine weitere fährt seit vergangener Woche.

    Auch die Fahrrad- und Personenfähre, die vom hessischen Niederwalluf auf die andere Rheinseite nach Budenheim fährt, ist in Betrieb. "Eigentlich fahren wir im Winter gar nicht, wir haben sie als Notfähre eingesetzt", sagt Leiterin Elisabeth Nikolay. Für Autos ist hier kein Platz, um die soll sich ab heute eine zusätzliche Autofähre der Bingen-Rüdesheimer Fähr- und Schifffahrtsgesellschaft kümmern.

    Solange die Brücke gesperrt bleibt, ist die Belastung unvermindert hoch. Mit Hochdruck arbeiten LBM und Ministerium deshalb an den Lösungen zur Wiederinbetriebnahme. Die Reparaturarbeiten an der beschädigten Vorlandbrücke auf der Mainzer Seite laufen, für etwas Erleichterung sorgt seit Montag die Freigabe der A 643-Anschlussstelle Mainz-Mombach. Dadurch wird der Schwerlastverkehr stärker aus der Innenstadt herausgehalten, da dieser nun wieder einen direkten Anfahrtsweg zum Industriegebiet Mombach hat. Wann schwere Lkw wieder über die Schiersteiner Brücke rollen können, ist derzeit völlig offen. vb/dpa

    Informationen zur Verkehrssituation rund um Mainz und zu den Arbeiten an der Schiersteiner Brücke gibt es im Internet unter: www.verkehr.rlp.de www.lbm.rlp.de sowie unter www.mobil.hessen.de

     

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