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Rheinland-Pfalz

Narren müssen sich warm anziehen: Gibt es eine weiße Fastnacht?

In Rheinland-Pfalz müssen sich die Narren warm und wetterfest anziehen. Am Sonntag und Rosenmontag komme es im Flachland immer wieder zu Regen-, Schneeregen- oder Graupelschauern, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit.

Symbolbild.
Symbolbild.
Foto: dpa

Dazu werden maximal sechs Grad erreicht. Die Sonne hat erst am Faschingsdienstag wieder eine Chance, an dem es tagsüber verbreitet heiter werden soll. Im Laufe des Nachmittags und Abends sollen aber bereits wieder dichtere Wolken aufziehen.

Närrische Kostümtrends: Kassenknüller und Medizinertipps gegen das Bibbern

Pünktlich zum Beginn des Straßenkarnevals wird es richtig kalt. Hat denn der Wettergott wie im vergangenen Jahr wieder kein Erbarmen mit den Narren? Was kann man gegen die Kälte tun? Und welche Kostüme sind gefragt – luftige Krankenschwesterkluft oder doch eher plüschiges Känguru? Wir haben bei Fachhändlern und Ärzten in Koblenz und dem Kreis Mayen-Koblenz nachgefragt, welche Verkleidungen angesichts der Temperaturen am besten laufen und wie viel Alkohol zum Feiern auf der Straße im Blut sein sollte, um nicht krank zu werden.

Plüschkostüme wie Känguru, Elch und Eisbär werden aufgrund des Wetters in dieser Woche bei Deiters in der Koblenzer Löhrstraße immer mehr nachgefragt. Auch an Rosenmontag stehen uns wohl kalte Temperaturen und vielerorts Schnee bevor – wohl dem, der sich mollig einpacken kann. 
Plüschkostüme wie Känguru, Elch und Eisbär werden aufgrund des Wetters in dieser Woche bei Deiters in der Koblenzer Löhrstraße immer mehr nachgefragt. Auch an Rosenmontag stehen uns wohl kalte Temperaturen und vielerorts Schnee bevor – wohl dem, der sich mollig einpacken kann. 
Foto: Daniel Rühle

Die große Gefahr in der Kälte ist nämlich, dass der Körper auskühlt. Die Durchblutung in Armen und Beinen lässt nach, und das Herz konzentriert sich vor allem auf das Zentrum des Körpers. „Deshalb sollte man sich besonders an Händen und Füßen warm anziehen“, rät Ärztin Dr. Anke Sauerbrey vom Medizinischen Versorgungszentrum, das zum Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein gehört. Für Menschen mit Herzschwäche kann das stundenlange Feiern beim Straßenkarneval ein übles Nachspiel haben. Auch Rauchen in der Kälte ist laut der Ärztin nicht ungefährlich für den Körper.

Alkohol ist übrigens leider doch kein Wundermittel gegen Auskühlen. Er fördert zwar die Durchblutung in den Extremitäten, dafür zieht der Körper das Blut aber aus dem Zentrum ab. „Durch Alkohol verliert der Körper netto mehr Wärme, als dass er was davon hat“, erklärt Dr. Sauerbrey. Selbst der größte Geck sollte es also mit dem Alkohol bei den bevorstehenden Umzügen nicht übertreiben.

„Wir haben noch nicht so viele Plüschoveralls verkauft. Wir erwarten aber, dass sich viele Leute kurzfristig dafür entscheiden werden“, sagt Anneliese Theisen von der Filialleitung bei Pierros in Mayen – beim Blick aufs Thermometer sicherlich keine schlechte Idee. Warme Kostüme sind derweil schon länger gefragt: „Manche Leute haben schon vor Monaten Tiger- und Löwenkostüme gekauft“, sagt Anneliese Theisen.

Auch wenn derzeit knappe Kostüme und aufreizende Outfits bei Pierros nicht der Renner sind: Im Laden liegen geblieben sind sie auch wieder nicht. Anneliese Theisen weiß, dass Kunden dünne Verkleidungen gerne zwei Größen zu groß kaufen, um sich darunter warm anzuziehen. Das würde auch die Ärztin begrüßen.

Der Kostümtrend schlechthin ist übrigens Steampunk: Die an das viktorianische Zeitalter angelehnten Verkleidungen erfreuen sich in diesem Jahr ganz besonderer Beliebtheit. Auch bei Deiters in Koblenz sind diese Kostüme laut Filialleiterin Angela Kirstges klar die Nummer eins bei den Herren, dicht gefolgt von Jetpilot und Astronaut. „Auch Outfits à la Tom Cruise kommen gut an“, scherzt sie. Bei den Damen verkaufen sich dagegen eher die niedlichen Kostüme wie das Krümelchen, die Minnie Maus oder das Reh. Krümelchen und Reh sind mittlerweile sogar ausverkauft. Wie in Mayen machen auch bei Deiters Filialleiterin Angela Kirstges und ihre Stellvertreterin Michaela Gappenach die Erfahrung, dass Kunden die dünnen Kostüme mindestens zwei Größen zu groß kaufen, um sich drunter warm anzuziehen.

„Echte Ladenhüter gibt es hier nicht. Es läuft momentan alles“, berichtet Michaela Gappenach. Und: Vor allem in dieser Woche ist die Nachfrage nach warmen Plüschkostümen gestiegen. Filialleiterin Angela Kirstges weiß, wer solche Verkleidungen anzieht: „Vor allem Kinder und Jugendliche kaufen diese Tierkostüme. Oder aber junge Leute, die beim Zug in größeren Gruppen unterwegs sind.“

Die Narren müssen sich wohl auf einen kalten Rosenmontag einstellen – und wer noch kein wärmendes Kostüm im Schrank hängen hat, dem bleibt ja noch eine weitere Möglichkeit: rechtzeitig Schutz in beheizten Festzelten und Kneipen suchen, bevor man am Straßenrand blau anläuft. Dr. Anke Sauerbrey fügt hinzu: „Halten Sie beim Feiern Maß beim Alkoholkonsum.“ Dann wird aus dem Känguru auch am nächsten Tag kein Kater.

Von unserem Mitarbeiter Daniel Rühle

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