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    Andernach

    Nach Vergewaltigungsvorwurf: Psychiatrie will mehr Schutz bieten

    Nach ersten Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Koblenz soll eine Patientin auf der Akutstation der Rhein-Mosel-Fachklinik (RMK) Andernach in einer Nacht mutmaßlich von zwei Patienten vergewaltigt worden sein. Bei der RMK handelt es sich um ein Behandlungszentrum für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik und Neurologie. Als erste Konsequenz hat die Klinik drei Patientenzimmer auf jeder Station mit elektronischen Schlössern ausgestattet, die es jetzt erlauben, Türen von innen zu verschließen. Auch weil zuvor immer wieder Patienten unbefugt oder desorientiert in fremde Zimmer gingen.

    Die Rhein-Mosel-Fachklinik will ihre Patientinnen in Zukunft besser schützen – als Konsequenz eines Vergewaltigungsvorwurfs.  Foto: Yvonne Stock
    Die Rhein-Mosel-Fachklinik will ihre Patientinnen in Zukunft besser schützen – als Konsequenz eines Vergewaltigungsvorwurfs.
    Foto: Yvonne Stock

    „Ab sofort werden Frauen in diesen bereits besonders gesicherten Zimmern untergebracht“, sagt Sprecher Markus Wakulat. Nach einer vierwöchigen Testphase sollen alle Zimmer gesichert werden. Eine zweite Folge: Es wird auch ein weiterer Frauenschutzbereich für neue Patientinnen geschaffen.

    Nach Wakulats Angaben waren in der Tatnacht Ende August zwei Gesundheits- und Krankenpfleger für 18 Patienten im Dienst. Diese Besetzung „entspricht dem Standard der Psychiatriepersonalverordnung“ – zu 100 Prozent, sagt Wakulat. Das Personal hat nach bisherigen Erkennnissen die Übergriffe nicht bemerkt. „Eine wahrnehmbare Auseinandersetzung hat es in der betreffenden Nacht nicht gegeben“, erklärt die Klinik. Und: Einen vergleichbaren Übergriff gab es bisher nicht, heißt es.

    Die Koblenzer Staatsanwaltschaft geht von folgenden Vorwürfen aus: Ein Deutscher (23), der freiwillig in Therapie war, soll gegen Mitternacht in seinem Zimmer die Frau vergewaltigt haben. Ein Somalier (23), der sich im selben Zimmer befand, soll die Tat beobachtet haben, der Patientin in ihr Zimmer gefolgt sein und sie dort vergewaltigt haben. Beide wurden in die forensische Fachklinik verlegt. Keiner der beiden Männer kam wegen eines sexuellen Übergriffs in die Klinik, wie betont wird.

    „Bereits ersten vagen Andeutungen der Patientin zu dem mutmaßlichen Geschehen wurde nachgegangen“, erklärt die Klinik, die am nächsten Morgen die Polizei informiert und „unmittelbar“ eine weibliche Pflegekraft und eine diensthabende Ärztin hinzugezogen habe. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft hat sich die Geschädigte „im Anschluss an die erste mutmaßliche Vergewaltigung an Personal der Klinik gewendet“. Allerdings gebe es „noch kein eindeutiges Ergebnis zur Frage, was genau sie dem Personal mitgeteilt und wie dieses ihre Mitteilung verstanden hat“. Nach dem zweiten Vorfall hat sie sich, so die Staatsanwaltschaft, zunächst mit einem Brief und dann mündlich ans Klinikpersonal gewandt, „spätestens um 6.30 Uhr“. Nähere Fakten müssen noch ermittelt werden.

    Gemischtgeschlechtlich belegte Stationen seien in Deutschland seit Jahrzehnten fast überall Standard. „Die ehemals bestehende Geschlechtertrennung in den psychiatrischen Stationen führte zu deutlich mehr Aggressionsereignissen. Diese Situation hat sich sehr positiv entwickelt“, sagte Wakulat. In diesem Fall allerdings nicht, wenn Ermittlungen die Vorwürfe der Frau bestätigen. Nach RMK-Angaben können sich Patienten in der Regel auf der Station frei bewegen, auch nachts. Viele kämen krankheitsbedingt nicht zur Ruhe. Ursula Samary

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