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    Koblenz

    Nach 898 Tagen Haft: Hells-Angels-Chef ist frei

    Er saß 898 Tage hinter Gittern – jetzt ist der Chef des Motorradklubs Hells Angels Bonn mit Sitz im Kreis Neuwied wieder frei: Karl-Heinz B. (50) wurde 2015 bei einer bundesweiten Razzia gegen die Rockerszene festgenommen, saß seither in Untersuchungshaft und steht seit 2016 wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung vor dem Landgericht Koblenz. Doch nach Informationen unserer Zeitung setzte das Gericht den Haftbefehl gegen B. am 5. Oktober außer Vollzug und entließ ihn aus dem Gefängnis.

    Rockerchef Karl-Heinz B. (50) kam nach gut zwei Jahren aus der Haft.  Foto: dpa
    Rockerchef Karl-Heinz B. (50) kam nach gut zwei Jahren aus der Haft.
    Foto: dpa

    Die Richter hatten den Haftbefehl bisher mit Fluchtgefahr begründet, sagen jetzt aber, dass der Gefahr mit zwei Auflagen genug Rechnung getragen wird: Der Rockerchef muss sich wöchentlich auf der Polizeiwache seines Wohnortes melden, außerdem dort Personalausweis und Reisepass hinterlegen.

    Karl-Heinz B. erlangte als Chef der inzwischen verbotenen Hells Angels Bonn bundesweit Bekanntheit. Er erschoss am 17. März 2010 in Anhausen (Kreis Neuwied) einen Elitepolizisten, als dieser versuchte, mit einem Spezialeinsatzkommando die Tür seines Hauses aufzubrechen. Er wurde zu neun Jahren Haft verurteilt, musste die Strafe aber nicht absitzen, da der Bundesgerichtshof die Tat als irrtümliche Notwehr wertete und das Urteil aufhob. B. glaubte am Tattag fälschlicherweise, Bandidos-Rocker würden sein Haus überfallen.

    Seit Januar 2016 ist Karl-Heinz B. der Hauptangeklagte im Koblenzer Rockerprozess, der eigentlich bereits im Dezember 2016 enden sollte. Damals forderte die Staatsanwaltschaft am 52. Verhandlungstag sechs Jahre und neun Monate Gefängnis für den Rockerchef. Begründung: B. habe 14 Straftaten verübt, sei der Rädelsführer einer kriminellen Vereinigung gewesen, habe den Befehl zu Gewalttaten erteilt und seinen Kumpanen mehrfach angeordnet, Schusswaffen mitzuführen.

    Aber: Der Prozess endete nicht. Am 53. Verhandlungstag stellten die Anwälte von B. und seinen Mitangeklagten 13 neue Beweisanträge. Seither läuft der Prozess – und läuft und läuft und läuft. Am Donnerstag wird der 84. Verhandlungstag sein. Und bis Anfang Dezember sind weitere sieben Verhandlungstage anberaumt.

    Im Rockerprozess gibt es fünf Angeklagte. B. war der Letzte, der noch in Untersuchungshaft war. Neben ihm auf der Anklagebank sitzt sein Bruder (40), der Vize-Chef der Hells Angels Bonn. Die Anklage wirft den fünf Rockern vor, eine kriminelle Vereinigung gebildet und die Motorradklubs Black Death Altenkirchen und Outlaws Ahrweiler bekämpft zu haben. Ursprünglich hatte der Prozess acht Angeklagte, drei sind bereits zu Bewährungsstrafen verurteilt worden.

    Von unserem Redakteur Hartmut Wagner

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