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    Koblenz/BüchelKrebs: Ex-Radartechniker vom Fliegerhorst Büchel klagt gegen Bund

    Krebsopfer verklagt die Bundeswehr: Vor 35 Jahren leistete der Mann (55) seinen Wehrdienst als Radartechniker am Fliegerhorst in Büchel (Kreis Cochem-Zell).

    Koblenz/Büchel. Krebsopfer verklagt die Bundeswehr: Vor 35 Jahren leistete ein Mann (55) seinen Wehrdienst am Fliegerhorst in Büchel (Kreis Cochem-Zell). Heute bereut er diese 15 Monate seines Lebens zutiefst.

    Und er ärgert sich maßlos, dass er seinen Dienst als Radartechniker freiwillig auf zwei Jahre verlängerte. Denn in den Jahren 2000 und 2001 erkrankte er schwer. Die furchtbare Diagnose: Krebs.

    Der Mann aus dem Kreis Ahrweiler musste zweimal operiert werden, an der Prostata und an der Blase. Seither kann er nicht mehr arbeiten.

    Jetzt verklagt er die Bundeswehr vor dem Oberlandesgericht in Koblenz in einem Berufungsprozess auf Schmerzensgeld. Sein Vorwurf: Die Radargeräte, an denen er ab 1975 arbeitete, sandten Strahlen aus und verursachten seine Krebserkrankung. „Die Bundeswehr wusste, dass die Strahlung gefährlich ist. Aber niemand warnte mich!", schimpfte der 55-Jährige vor Gericht. „Man kann sagen, dass ich in Büchel jeden Tag geröntgt wurde – ohne es zu wissen."

    Aber: Die Richter machten dem Mann keinerlei Hoffnung auf einen Klageerfolg. Nach ihrer Ansicht kann er nur Schmerzensgeld verlangen, wenn ihn ein Vorgesetzter vorsätzlich geschädigt hat. Dies ist sehr schwer zu beweisen. Der zuständige Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums kennt keinen Fall, in dem ein Soldat dies geschafft hat. Bisher gibt es 3800 deutsche Soldaten, die sich als Radargeschädigte gemeldet haben. 750 von ihnen bekommen eine monatliche Versorgung.

    Auch der Ex-Soldat aus Büchel erhält 200 Euro pro Monat. Mit seiner Klage fordert er zusätzlich 1000 Euro Schmerzensgeld. Vor einem Jahr am Landgericht Koblenz forderte er noch 100 000 Euro. Da er diesen Prozess verlor, reduzierte er seine Forderung. So will er seine Prozesskosten bei einer weiteren Niederlage gering halten. Das Oberlandesgericht verkündet am 20. Oktober das Urteil.Hartmut Wagner

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