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Rheinland-Pfalz

Konflikt mit Ehses: Ministerium will Klarheit nach Herbstpause

Nimmt der Fall Ehses kein Ende? Seit Monaten, wenn nicht Jahren erschüttern das Landesamt für Geologie und Bergbau (LGB) Querelen. Die zahlreichen Gegner von Behördenchef Harald Ehses werfen ihm Schwächen im Führungsverhalten vor, seine Anhänger vermuten eine Regierungsintrige gegen ihn.

Von unserem Redakteur Dietmar Brück

Denn überlagert wird der interne Konflikt von dem Streit um den Bau der Hochmoselbrücke. Ehses hatte öffentlich Zweifel an deren Stabilität erhoben und zusätzliche Untersuchungen erzwungen.

Jetzt will das zuständige Wirtschaftsministerium den Konflikt unter Hochdruck lösen. "Nach der Herbstpause wollen wir zu einer Entscheidung kommen", kündigte Staatssekretär Uwe Hüser (Grüne) auf Anfrage unserer Zeitung an. Er ist der Amtschef im Ministerium und daher zuständig für Personalfragen.

Die Unternehmensberatung Contract AG aus Karlsruhe hat die verfahrene Lage inzwischen analysiert. Ihre Expertise fertigte sie im Auftrag des Wirtschaftsministeriums an. Nach Informationen unserer Zeitung sollen die Berater wenig Möglichkeiten sehen, dass sich die Lage bei einem Verbleib von Ehses an der Amtsspitze befrieden lässt. Im Ministerium will sich zu dem Papier niemand äußern. Es ist vertraulich.

In den nächsten Tagen sollen eine Reihe von Gespräche laufen. Derweil müssen die Gerichte über zwei Klagen des rheinland-pfälzischen Chefgeologen befinden. Eine lautet auf 25 000 Euro Schmerzensgeld wegen Mobbing (zuständig: Amtsgericht Mainz). Die andere (zuständig: Verwaltungsgericht Mainz) richtet sich gegen eine Teilentmachtung von Ehses. Er darf weder über Personalfragen entscheiden, noch organisatorische Weichen stellen.

Das Ministerium würde Ehses vermutlich liebend gern ersetzen. Derweil machten sogar Gerüchte die Runde, dem aufmüpfigen Behördenchef sei ein Vergleichsangebot gemacht worden: dicke Gehaltserhöhung (von derzeit B 3 auf B 6), Homeoffice und dafür Verzicht auf eine Leitungsposition. B 3 bedeutet monatlich 6990 Euro brutto plus Zuschläge, B 6 8309 Euro brutto plus Zuschläge. Doch an dieser Stelle sind Ehses und das Ministerium sich einig wie selten: "Es gibt kein Vergleichsangebot", erklären beide Seiten gegenüber unserer Zeitung. "Wenn wir so vorgehen würden, hätte wir gleich die nächste Konkurrentenklage", verdeutlicht Staatssekretär Hüser.

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