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Rheinland-Pfalz

Es wird immer sicherer im Land: So fällt die Kriminalitätsstatistik aus

Der Innenminister platzte förmlich vor guten Neuigkeiten: 22.800 Straftaten weniger im Land in einem Jahr, „das ist der niedrigste Wert seit 1995“, sagte Roger Lewentz (SPD) und setzte hinzu: „Das ist ein bemerkenswerter Wert.“

Gute Zahlen im Gepäck: Landesinnenminister Roger Lewentz präsentierte die Kriminalitätsstatistik.
Gute Zahlen im Gepäck: Landesinnenminister Roger Lewentz präsentierte die Kriminalitätsstatistik.
Foto: picture alliance

Tatsächlich ging laut Kriminalitätsstatistik 2017 die Zahl der Straftaten in Rheinland-Pfalz in fast allen Deliktbereichen zurück. Diebstahl: minus 16,9 Prozent. Vermögens- und Fälschungsdelikte: minus 0,5 Prozent. Sachbeschädigungen: minus 5,9 Prozent. Raub: minus 2,3 Prozent. Totschlag: minus 13 Prozent. Sogar die Morde sanken ganz leicht von 28 auf 27 Fälle.

Insgesamt wurden aber immer noch 251.713 Straftaten statistisch erfasst, das waren 8,3 Prozent weniger als 2016. Damit sei Rheinland-Pfalz weiter eines der sichersten Länder in der Bundesrepublik, betonte Lewentz. Mit 5943 Straftaten pro 100.000 Einwohnern habe das Land auch 2017 deutlich unter dem Bundesschnitt von 7161 Fällen 2016 gelegen.

Herausgerechnet sind allerdings die sogenannten ausländerrechtlichen Verstöße: 10.528 Fälle von illegalen Grenzübertritten gab es 2017. Diese automatischen Verstöße etwa gegen Visumregeln berühre die Sicherheit der Bürger nicht unmittelbar, sagte Lewentz und betonte: „Unserer Polizei ist es erneut gelungen, die Kriminalität in unserem Land zu senken und die Sicherheit zu verbessern.“ Und das, obwohl die Herausforderungen ständig stiegen: Die Zahl der Einsätze, bei denen die Polizei mit 20 Beamten und mehr ausrückt, ist 2017 auf schon 700 gestiegen. Dazu kamen Großereignisse wie die Trauerfeier für Altbundeskanzler Helmut Kohl, der Tag der Deutschen Einheit in Mainz und die Ereignisse bei Rock am Ring.

Und dann sind da noch die Fußballspiele: 51.000 Einsatzstunden hat die rheinland-pfälzische Polizei dafür 2017 aufwenden müssen, rechnete Lewentz vor, bei jeweils 17 Spielen in Mainz und Kaiserslautern. Im gleichen Zeitraum habe die Polizei 50.000 Einsatzstunden zur Bekämpfung der Wohnungseinbrüche investiert.

Diese sind zurückgegangen: Rund 1910 Einbrüche weniger gab es 2017, die Gesamtzahl sank auf 4834 Delikte, die geringste Zahl seit 2009. „Das ist ein herausragender Erfolg, zumal fast die Hälfte im Versuchsstadium stecken blieb“, sagte Lewentz. Als Gründe nannte er die gezielte Bekämpfung von Bandenkriminalität insbesondere aus Ostdeutschland, aber auch die umfangreichen Aufklärungskampagnen von Polizei und Landeskriminalamt zum Schutz vor Einbrüchen bei den Bürgern. Der Trend setze sich 2018 bisher fort, derzeit sei ein Rückgang von weiteren 20 Prozent zu beobachten.

Das große Aber: Die Aufklärungsquote sank im Bereich Wohnungseinbrüche noch einmal auf ganze 12,4 Prozent. „Diese Zahl macht uns allen Sorgen“, betonte der Minister. Ziel sei, die Aufklärung deutlich zu verbessern. Insgesamt lag die Aufklärungsquote bei 64,4 Prozent, auch das sei ein guter Wert, betonte Lewentz.

Deutlich zugenommen haben hingegen Betrugsversuche mit falschen Polizeibeamten. 1620 Fälle gab es davon 2017, allerdings konnten nur 32 Taten vollendet werden. „Die Täter sind bandenmäßig und hochprofessionell organisiert“, sagte Lewentz. Das Gleiche gelte für die Sprengung von Geldautomaten: 23 Fälle gab es 2017, davon blieb es in zwölf Fällen beim Versuch. Die Ermittlungen dazu sind nun bei der AG Bandenkriminalität zentralisiert worden, sagte Lewentz. Die Banken im Land würden intensiv beraten.

Leicht gestiegen um 2 Prozent sind auch die echten Straftaten unter Zuwanderern, die meisten Fälle seien Körperverletzungsdelikte (24,8 Prozent) und Diebstähle (15,9 Prozent). Deutlich gestiegen ist hingegen die Zahl der Sexualdelikte – und zwar um 16,5 Prozent auf 2783. Das liege aber vor allem daran, dass 2017 der neue Straftatbestand der sexuellen Belästigung eingeführt wurde. Hier wurden 482 Fälle registriert.

Von unserer Mitarbeiterin Gisela Kirschstein

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