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Winningen

Drei Leichtverletzte: Fallschirm rettete Menschenleben nach Crash zweier Kleinflugzeuge

Zwei Kleinflugzeuge sind am Sonntagnachmittag beim Landeanflug auf den Flugplatz in Winningen (Kreis Mayen-Koblenz) zusammengestoßen und abgestürzt. Dabei sind zwei Piloten und eine Frau nur leicht verletzt worden – ein Sicherheitsfallschirm rettete vermutlich ihr Leben.

Bei einem dieser Flugzeuge handelte es sich um ein Ultraleichtflugzeug, das aus Richtung Süden kommend zum Landeanflug ansetzte. Das zweite Flugzeug war ein Segelflugzeug des dort ansässigen Luftsportvereins, welches zeitgleich auf der zweiten Landebahn, aus Richtung Norden kommend, aufsetzen wollte. Bei der Kollision verkeilten sich beide Maschinen ineinander und stürzten ab. Dabei gelang es dem 32- jährigen Piloten des Ultraleichtflugzeugs, rechtzeitig das Rettungssystem zu zünden und den Fallschirm auszulösen. An diesem glitten beide Flugzeuge zu Boden.

Bei dem Absturz wurden der Pilot des Ultraleichtfliegers, seine Passagierin und der 17-jährige Pilot des Segelfliegers nur leicht verletzt: Sie kamen mit Schnittwunden, Prellungen und einem gehörigen Schrecken davon.

Laut der Sprecherin des Flugplatzes konnten die Verletzten die Maschinen selbstständig verlassen. Sie seien jedoch sicherheitshalber mit Rettungshubschrauber und Rettungswagen ins Bundeswehr-Zentralkrankenhaus gebracht worden. Dort wurden sie nach ambulanter Behandlung wieder entlassen.

Sicherheitsschirm des Ultraleichtfliegers rettete Leben

Ultraleichtflugzeuge haben ihren Namen von ihrer besonders leichten Bauweise und ihren kleinen, kompakten Motoren. Für diese Maschinen ist ein Fallschirm vorgeschrieben, der durch eine kleine Rakete entpackt wird und sich dann öffnet. So kann im Ernstfall das gesamte Flugzeug einschließlich Insassen zur Erde gleiten.

Nach derzeitigen Erkenntnissen profitierte auch der junge Pilot des Segelflugzeuges, der selbst einen herkömmlichen Fallschirm an Bord hatte, von dieser Besonderheit: Er sprang nicht ab, sondern landete wie die Insassen des Leichtfliegers unsanft, erlitt aber keine schweren Verletzungen.

Fallschirm kann eine halbe Tonne Gewicht tragen

Der Aero-Club Koblenz erklärt auf seiner Webseite die Funktionsweise des Fallschirms: „Einen wesentlichen Beitrag zur Flugsicherheit leistet das in jedem Ultraleichtflugzeug integrierte Rettungssystem. Dieses besteht aus einem Fallschirm mit einer Traglast von 520 kg, der im Bedarfsfall von einer Rakete aus dem Flugzeug gezogen wird. Zur Auslösung zieht der Pilot einen Rettungsgriff. Der Fallschirm entfaltet sich nach dem Ausschuß innerhalb 2 Sekunden und bringt Flugzeug und Besatzung sicher zu Boden.“

Beide Flugzeuge wurden infolge des Unfalls schwer beschädigt. Nach ersten Schätzungen beträgt der Sachschaden ungefähr 65.000 Euro. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung hat ihre Ermittlungen an der Absturzstelle aufgenommen.

Vor einem knappen Jahr war kurz nach einem Zwischenstopp auf dem Flugplatz ein Ultraleichtflugzeug in eine Kleingartenanlage gestürzt. Dabei waren seine beiden Insassen ums Leben gekommen.

jo/rk

Rheinland-Pfalz
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