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Andernach

Computerbetrug: Andernacher im Gefängnis

Krumme Geschäfte im Internet rund um Erotikangebote sind einem 31-jährigen Andernacher zum Verhängnis geworden.

Von unserem Mitarbeiter Silvin Müller

Andernach – Krumme Geschäfte im Internet rund um Erotikangebote sind einem 31-jährigen Andernacher zum Verhängnis geworden. Der vorbestrafte Mann wurde vom Andernacher Amtsgericht zu einer achtmonatigen Haftstrafe ohne Bewährung verurteilt

Laut Staatsanwältin hatte der Mann zwischen Juli und September des Jahres 2008 insgesamt 19 Mal am Computer zugeschlagen und für rund 1000 Euro "eingekauft", hauptsächlich Dienstleistungen von Erotikanbietern. Seine Masche war immer dieselbe. Die Dienstleistungen bezahlte er per Lastschrifteinzug. Dabei gab er allerdings nicht seine eigenen, sondern fremde Kontodaten an, schilderte die Staatsanwältin. Dies bestätigte der 31-Jährige, der in Handschellen in den Gerichtssaal geführt worden war, da er gerade eine Strafe wegen früheren Computerbetrügereien verbüßt. "Ich habe im Internet einfach Bankdaten herausgesucht", erklärte er. So fand sich unter den Geschädigten etwa ein Musikverein und sogar eine Rettungsorganisation. Als Grund für die große Anzahl der Taten gab der 31-Jährige den Tod von Angehörigen und Verwandten an. So waren kurz hintereinander sowohl seine Mutter an einer Krankheit und seine damalige Freundin bei einem Verkehrsunfall gestorben. "Als meine Mutter gestorben ist, hat es mir den Boden unter den Füßen weggerissen", sagte der Andernacher. Er habe keine Lust mehr verspürt, irgendetwas zu tun und auch Cannabis genommen. Erst im Gefängnis habe er wieder einen geregelten Tagesablauf gehabt und angefangen zu arbeiten.

Dass der Tod der Mutter ein erheblicher Einschnitt im Leben des 31-Jährigen gewesen ist, bestätigte Dr. Stefan Elsner, Arzt für Psychiatrie und Ärztlicher Direktor der Rhein-Mosel-Fachklinik, in einem Gutachten. Eine schwer ausgeprägte Persönlichkeitsstörung und verminderte Schuldfähigkeit konnte der Arzt jedoch nicht feststellen. Er führte auch an, dass der Andernacher schon vor dem Verlust der Mutter ähnliche Taten begangen hatte.

So wies der Auszug aus dem Bundeszentralregister neun Einträge auf. Die Vorstrafen wertete die Staatsanwältin negativ. Sie konnte dem Andernacher keine positive Sozialprognose stellen und forderte eine Freiheitsstrafe von zehn Monaten. Rechtsanwalt Matthias Görgen gab zu Bedenken, dass sich sein Klient durch die zuletzt verbüßte Haft gebessert habe und bat um eine niedrige Verlängerung der Haft.

In der Urteilsbegründung ging Richter Dr. Martin Grengel auf die familiäre Situation des Andernachers ein und hob hervor, dass es durch den Tod der Mutter zu einer Intensivierung der Taten gekommen sei.

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