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    Koblenz/FrankfurtBeamten aus Koblenz erdrosselt: Angeklagter gesteht

    Im Prozess um einen 17 Jahre zurückliegenden Mord an einem Verwaltungsbeamten aus Koblenz hat der Angeklagte die Tötung des Mannes eingeräumt.

    Der Koblenzer Helmut Schuh wurde im Mai 1993 getötet, 17 Jahre  später läuft der Mordprozess in Frankfurt.
    Der Koblenzer Helmut Schuh wurde im Mai 1993 getötet, 17 Jahre  später läuft der Mordprozess in Frankfurt.

    Koblenz/Frankfurt - Im Prozess um einen 17 Jahre zurückliegenden Mord an einem Verwaltungsbeamten aus Koblenz hat der Angeklagte die Tötung des Mannes eingeräumt.

    Das Opfer, ein 51-jähriger Mitarbeiter der Bezirksregierung, war in ein Millieu geraten, das ihn nach Ansicht der Staatsanwaltschaft dann auch das Leben gekostet hat. Der unter Arbeitskollegen als Einzelgänger bekannte Helmut Schuh besuchte häufig diverse teure Bars im Rhein-Main-Gebiet, brauchte dafür viel Geld. Geld, das er bei Kredithaien suchte, als ihm die Banken keines mehr geben wollte.

    Der als Mörder angeklagte Mann soll bei einem dubiosen Finanzierungsunternehmen tätig gewesen sein, bei dem der Koblenzer ein 10.000-Mark-Darlehen erbeten hatte. Jetzt sitzt dieser Mann auf der Anklagebank - und gibt zu, den Beamten im Taunus getötet zu haben. Doch ein Raubmord sei das nicht gewesen, er habe das Opfer gar nicht töten wollen. 

    Vor dem Landgericht Frankfurt sagte der 43 Jahre alte Angeklagte, der Koblenzer habe sich an dem Tag während eines Spazierganges im Wald über seine Ehefrau hergemacht, als er kurzzeitig zum Auto zurückgegangen sei. Bei seiner Rückkehr habe er die Szene gesehen und sei in Panik geraten. "Kampfunfähig" habe er den 51 Jahre alten Regierungsamtmann machen wollen - und ihn dabei während des Kampfes mit der Krawatte erdrosselt.

    Am 30. Mai 1993, dem Pfingstsonntag, hatte Schuh abends um 18.30 Uhr noch aus Bubenheim mit seiner Mutter telefoniert. Am 1. Juni erschien er nicht bei der Bezirksregierung zur Arbeit, zwei Tage später meldete ihn seine Mutter als vermisst.

    Da war im Stadtwald von Oberursel im Taunus bereits eine Leiche gefunden worden, die wenig später identifiziert werden konnte: Helmut Schuh. Geldbörse und Uhr des Opfers waren verschwunden, kurze Zeit nach der Tat wurden in mehreren Teilbeträgen rund 8000 Mark mit der Scheckkarte Schuhs an Automaten abgehoben.

    Er habe Geldbörse und Uhr nicht genommen, sagte der Angeklagte. Die Tat habe ihn und die Familie sehr belastet, so der Angeklagte. Die Fortschritte der Gentechnik und das damit verbundene Risiko der Aufklärung der Tat habe bei ihm große Panik verursacht und zur Auswanderung in die USA geführt. Von dort war er im vergangenen Jahr nach Deutschland ausgeliefert worden.

    Der Verteidiger hatte erfolglos beantragt, das Verfahren einzustellen. Seine Begründung wies das Gericht zurück: Die Eltern des Angeklagten seien sehr wohl ausreichend belehrt worden, ehe sie der Kripo eine Proben für den DNA-Test abgegeben hatten.2005 war der Fall ebenso wie andere ungeklärte Morde mit den neuen Methoden der Gentechnik untersucht worden. Über Spuren an der Krawatte und die Proben aus dem Haus der Eltern kam man auf den Mann.

    Der Prozess wird fortgesetzt.

    17 Jahre nach Tod des Koblenzer Beamten: Urteil wegen Totschlags
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