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    Acht Interessenten für den Flughafen Hahn

    70 potenzielle Investoren am Hahn wurden angeschrieben, 8 haben mit Interesse reagiert, 2 Rückmeldungen stehen noch aus. Die vorgeschaltete Markterkundung zum Hunsrück-Airport ist abgeschlossen.

    Flughafen Hahn
    Flughafen Hahn
    Foto: dpa

    Infrastrukturminister Roger Lewentz (SPD) und Projektleiter Steffen Wagner zogen jetzt im Innenausschuss des Landtags eine Bilanz.

    Hintergrund der Markterkundung, wie es im Fachjargon heißt: Der defizitäre Flughafen, an dem das Land 82,5 Prozent der Anteile hält, braucht dringend frisches Geld. Dazu werden Investoren gesucht, die in die Flughafengesellschaft einsteigen. Der Mehrheitsgesellschafter Rheinland-Pfalz ist sogar bereit, die Kontrolle aufzugeben und eine Fremdbeteiligung privater Unternehmen von mehr als 50 Prozent zuzulassen. Bislang hält neben Rheinland-Pfalz nur noch das Bundesland Hessen Anteile, exakt 17,5 Prozent.

    Nach einer Veröffentlichung im EU-Amtsblatt ist die KPMG, ein weltweites Netzwerk von Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen, gezielt auf potenzielle Hahn-Interessenten zugegangen. Dazu zählen Flughafengesellschaften, Fluglinien, Logistiker, Finanzinvestoren und Immobilienentwickler. Die Stärke des Hahns im Frachtgeschäft sowie seine Ausbaukapazitäten führen nach Auskunft von Verkehrsminister Lewentz zu „einer durchweg positiven strategischen Einschätzung“ des Hunsrück-Flughafens. Mit anderen Worten: Der Markt hält den Hahn für zukunftsfähig, wenn die Weichen richtig gestellt werden. Das größte Interesse, sich am Hahn zu beteiligen, haben Flughafengesellschaften, so der Minister weiter. Wenig Engagement zeigten indes die Logistiker.

    Positiv reagierten die Interessenten auf die beabsichtigte Trennung von Flughafeninfrastruktur (Landebahn, Tower, Rollwege, Vorfeld) und Flughafenbetrieb, die aber bis zu einer Zustimmung der EU auf Eis liegt. Kaum jemand will hingegen den ganzen Flughafen kaufen, wie Lewentz ausführte. Realistisch ist laut KPMG-Expertise vielmehr, dass sich ein privater Investor an der Betriebsgesellschaft beteiligt, eine Konzession erwirbt oder per Managementvertrag einsteigt. Gibt die EU-Kommission ihr Okay, könnte der Flughafen Anfang Juli ausgeschrieben werden.

    KPMG-Projektleiter Steffen Wagner listete im Ausschuss das Für und Wider des Flughafens auf. Positiv ist: Die „Handlingkosten“ sind gut. Das heißt: Frachtfirmen können den Hahn kostengünstig nutzen. Weitere Pluspunkte: Cargofirmen können ihre Ware im Hunsrück schneller umladen und abtransportieren als im verkehrsreichen Frankfurt. Zudem kann der Hahn leicht erweitert werden, weil viel ungenutzte Fläche bereitsteht. Und: Politik und Menschen in der Region stehen hinter ihm. „Das ist auch für Regionalflughäfen nicht normal“, meinte Steffen.

    Der KPMG-Projektleiter nannte aber auch Minuspunkte: zu hohe Infrastrukturkosten und eine zu geringe Auslastung. Der Hahn könnte im Fracht- und Passagierbereich die doppelten Kapazitäten abwickeln, ohne groß investieren zu müssen. Die Konsequenz laut KPMG: Entweder gewinnt der Airport mehr Fluggäste und Frachttonnage, oder die Struktur muss gestrafft werden. „Wir brauchen eine wettbewerbsfähige Betriebsgesellschaft“, so Steffen.

    Von unserem Redakteur Dietmar Brück

     

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