Archivierter Artikel vom 25.02.2020, 12:39 Uhr
Ehlscheid

Platz ist in der kleinsten Kneipe – Ehlscheider Möhnen feiern Schwerdonnerstag

Während es viele Karnevalisten an den närrischen Tagen in die Städte zieht, feiern die Möhnen in Ehlscheid ihren Schwerdonnerstag traditionell im Ort.

Foto: Ehlscheider Möhnen

Langeweile kommt hierbei nie auf, die Stimmung ist stets bestens. Bereits um 10.11 Uhr fand sich die Möhnenschar bei ihrer Obermöhn Gaby Jung zum ersten gemeinsamen Sekt ein. Schon dort wurden lauthals Karnevalslieder gesungen. Weiter ging es zur Erstürmung des Gemeindebüros um 11.11 Uhr. Trotz einer wehrhaften Bürgermeisterin (Ingelore Runkel, ebenfalls Mitglied im Möhnenverein 1989 Ehlscheid) wurden die Karnevalisten schnell Herr, beziehungsweise Frau über den Schlüssel und somit der Macht über die Westerwälder Gemeinde.

Foto: Ehlscheider Möhnen

Ingelore Runkel hatte das Haus des Gastes herrlich dekoriert und lud die fröhlichen Damen zu einer vielfältigen Stärkung ein. Bis zum Beginn des kleinen Umzuges um 13 Uhr feierten Narren und Politiker ausgelassen miteinander. Der nächste Höhepunkt folgte bei der Zugeinkehr in der Gaststätte Rheinsteig. Die Möhnen hatten ein Lied für den Gastwirt Franz-Martin Müller gedichtet und trugen es ihm aus vollem Halse vor. Weiter ging es zu einer Premiere: das „Bärrische Treiben für Jedermann“ fand in diesem Jahr erstmalig in der Park Klause des Café Puderbach statt. Sorgten sich die Möhnen im Vorfeld um den Platz, so wurden sie schnell eines Besseren belehrt. „Platz ist in der kleinsten Kneipe“ dachten sich auch die befreundeten Tanzgruppen – man dachte, diese kämen nur auf ein kühles Bier vorbei, doch dann machten die Herren von den Pantalones de famosos kurzen Prozess und führten ihre Bühnenshow in abgespeckter Form auf. Die anwesenden Gäste waren alle mehr als begeistert. Auch die Prinzengarde Engers kam zum obligatorischen Besuch, verabschiedete sich mehrfach und kam mehrfach einfach wieder – die Stimmung war einfach zu gut. Auch der Wirt Heiko Puderbach bekam ein selbstgedichtetes Ständchen. Sichtlich gerührt fand er für den Text im Bilderrahmen sofort an der Wand einen Platz.

Schnell war es beschlossen: „Am Rosenmontag feiern wir wieder hier, es darf noch nicht vorbei sein“, freuten sich einige Närrinnen. „Auch wenn am Aschermittwoch alles vorbei ist, so finden wir Ehlscheider Möhnen doch auch außerhalb der Session immer einen Grund zu Feiern. Bald ist wieder unsere Frühjahrswanderung und auf das Waldfest am dritten Samstag im August freuen wir uns auch schon!“, sieht die erste Vorsitzende des Vereins, Petra Jung, in die Zukunft.