Archivierter Artikel vom 07.09.2018, 10:55 Uhr
Raubach

Mirjam-Gottesdienst in der evangelischen Kirche Raubach greift Tabuthema sexualisierte Gewalt auf

Zum diesjährigen Mirjam-Gottesdienst hatten die evangelische Kirchengemeinde Raubach, der Frauennotruf „Trotzdem Lichtblick“ und die Gleichstellungsbeauftragte der Verbandsgemeinde Puderbach eingeladen.

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Das Bild zeigt (in der hintere Reihe) die Mitwirkenden der Kirchengemeinde Inge Runge, Annemarie Hachenberg, Gabi Eickhoff, Patricia Oster und Kerstin Schwanbeck-Stephan sowie (in der vorderen Reihe) die Gleichstellungsbeauftragte der Verbandsgemeinde, Ute Starrmann, vom Frauennotruf Barbara Beckmann und Doris Eyl-Müller.
Das Bild zeigt (in der hintere Reihe) die Mitwirkenden der Kirchengemeinde Inge Runge, Annemarie Hachenberg, Gabi Eickhoff, Patricia Oster und Kerstin Schwanbeck-Stephan sowie (in der vorderen Reihe) die Gleichstellungsbeauftragte der Verbandsgemeinde, Ute Starrmann, vom Frauennotruf Barbara Beckmann und Doris Eyl-Müller.
Foto: Verbandsgemeinde Puderbach

Der Gottesdienst, der von Frauen der evangelischen Kirchengemeinde, den Gleichstellungsbeauftragten und Notruffrauen gestaltet wurde, befasste sich mit der Geschichte Tamars, die im Zweiten Buch Samuels beschrieben wird.

Tamar, eine der Töchter des König Davids, wird von ihrem Halbbruder Amnon brutal vergewaltigt und zum Schweigen gezwungen. Die Geschichte lässt keinen Zweifel daran, dass ganz offensichtlich bereits zu Zeiten Davids sexualisierte Gewalt gegen Frauen geschah und der Umgang damit sich kaum von dem heutigen unterscheidet. Den Opfern wird eine Mitschuld unterstellt, viele Menschen schauen aus den unterschiedlichsten Gründen weg und das Schweigen der Opfer und Zeugen schützen den Täter.

In beeindruckender Weise wurde im Gottesdienst die Parallele zur heutigen Zeit gezogen. Gerade für die Gleichstellungsbeauftragte Ute Starrmann und die Notruffrau Barbara Beckmann ist das Thema sexualisierte Gewalt gegen Frauen immer wieder auch Thema in den Sprechstunden. So waren die Fürbitten geprägt von dem Wunsch, dass einerseits Frauen ihr Trauma überwinden können, dass das soziale Umfeld den Mut hat, sich vor das Opfer zu stellen und damit das Trauma verhindert, dass die Gesellschaft und die Institutionen, einschließlich der Kirche selbst, den Mut findet ein solches Unrecht nicht zu verschweigen und sich gegen sexualisierte Gewalt zu bekennen und schließlich auch, dass die Täter Reue empfinden.

Beim Kirchencafé im Anschluss hatten die Gottesdienstbesucher Gelegenheit, den Gottesdienst Revue passieren zu lassen.