Archivierter Artikel vom 28.03.2019, 16:22 Uhr
Waldbreitbach

Frühjahrsputz-Aktion in Waldbreitbach nahm Kampf gegen den Müll auf

„Warum in die Ferne schweifen, Sieh das Schlechte liegt so nah“.

Erst aufgereiht, dann (den Müll) aufgespießt. Bei der Aktion "Pädche botze" wurden Pläne zum Kampf gegen den Müll nicht geschmiedet, sondern umgesetzt.
Erst aufgereiht, dann (den Müll) aufgespießt. Bei der Aktion „Pädche botze“ wurden Pläne zum Kampf gegen den Müll nicht geschmiedet, sondern umgesetzt.
Foto: Ulla Bergob

Dies dachten sich kürzlich in Anlehnung an einen Vierzeiler des unverwüstlichen Johann Wolfgang von Goethe Bürger und Besucher aus Waldbreitbach und den Ortsteilen mit Blick auf das, was vom Tage immer wieder übrigbleibt. Abfall. „Pädche botze“, also „den Weg freimachen“, nennt sich die die alljährliche Aktion von Verkehrsverein und Ortsgemeinde Waldbreitbach. Diese Dialektik der Umwelt ist schon allein deshalb unbezahlbar, weil sie auf ehrenamtlichem und damit vergütungsfreiem Ersatz beruht.

Mit dem Vorsitzenden Ignaz Weidemann und Bürgermeister Martin Lerbs an der Spitze schwärmten die Helfer in alle Himmelsrichtungen vom Bauhof in der Ortsmitte aus, um ihre grüne Ader zum Pulsieren zu bringen. Es war aber nicht nur das jüngste Hochwasser, das allerlei Unrat an den Ufern der Wied hinterlassen hatte. Vielmehr fanden sich vom Moped-Auspuff bis hin zu unzähligem Plastik-, Leer- und Treibgut allerlei Müll, der mit einem Bewusstsein für die Umwelt eigentlich den Weg in die entsprechenden Behälter hätte finden müssen. Mit Rechen und Harke, Abfallsäcken und Handschuhen ausgestattet, fand der Abfall schlussendlich dann doch den Weg von Straßen und Wegen, Wiesen und Augen in die die richtigen Entsorgungsstationen.

Tatsächlich muss es nicht immer die große Nummer gegen Plastikmüll und sonstige Umweltzerstörung sein, wenn es vor der eigenen Haustür genug zu kehren gibt – Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist. Insofern ist die alljährliche Aktion „Pädche botze“ sozusagen unmittelbares Sinnbild einer gelebten und übergreifenden grünen Bewegung. „Dass Bürgersinn und freiwilliges Engagement quer durch alle Generationen zu spüren ist, zeigt, dass es ein reales Miteinander gibt, das Mut für die Zukunft macht“, unterstrichen Ignaz Weidemann und Martin Lerbs vor allem mit Blick auf den heimischen Junggesellenclub, der nicht nur zahlreich vertreten war, sondern es im Gegensatz zum Vereinsnamen alles andere als gemütlich angehen ließ.

Medizin für das grüne Gewissen mag kein geldwerter Vorteil sein, ist schlussendlich aber mehr wert. Passend schließt sich der Kreis mit dem letzten Vers aus Goethes Vierzeiler: „Lerne nur das Glück ergreifen, Denn das Glück ist immer da.“