Archivierter Artikel vom 13.11.2020, 10:52 Uhr
Engers

Engerser Arbeitskreis setzt erfolgreiche Arbeit fort

Arbeitskreis Heimat + Tourismus Engers hat vieles auf den Weg gebracht.

Als sich im Jahre 2017 engagierte Bürger zu diesem Arbeitskreis zusammenschlossen, einte sie der Wille, den Stadtteil weiter nach vorn zu bringen. Sie hatten die Chancen erkannt, die der Ort auf Grund seiner Geschichte und der aktuellen Entwicklung aufzuweisen hatte und wollten Ihren Beitrag dazu leisten, dass diese Möglichkeiten auch zeitnah genutzt würden.

Die Begriffe Heimat + Tourismus, im Namen des Arbeitskreises spiegeln wieder, wo man die Schwerpunkte sah. Bedingt durch die glückliche Entscheidung des Landes Rheinland-Pfalz, Schloss Engers zu einem Leistungszentrum für hochbegabte junge Musiker zu machen, war eine Richtung vorgegeben, die auch die entsprechenden Rahmenbedingungen forderte. Dazu gehörte es, den dort zur Ausbildung weilenden Menschen eine Infrastruktur anzubieten, in der sie sich wohlfühlten und die den Bedingungen eines zeitgemäßen Tourismus entsprachen. Auch wenn sie sich tagsüber in Ausbildung befinden, haben sie doch abends ihre Freizeit, die sie dann im Ort oder der näheren Umgebung verbringen. Hinzu kam dann noch, dass, neben der Villa Musica auch die Landesmusikakademie ihre Ausbildungsstätte nach Engers verlegte und sich im sogenannten Meisterhaus ein Zentrum für die musikalische Breitenarbeit im Lande etablierte.

Da die Bettenkapazität in Schloss und Meisterhaus nicht ausreichte, entstanden drei Gästehäuser, zwei für die Villa Musica und eins für die Landesmusikakademie. Zusätzlich zu den Hotelbetten im Euro-Hotel und im Hotel Schloss-Schenke gibt es in Engers noch zehn Ferienwohnungen, die gut belegt sind. Damit stellt dieser Stadtteil etwa 50 Prozent aller Übernachtung der gesamten Stadt Neuwied. Diese, auch touristisch bedeutsame Entwicklung des Ortes, ist der Anlass des Arbeitskreises die Chancen des Stadtteils weiter auszubauen, sein Ansehen zu verbessern und Strukturen zu schaffen, die den Bedürfnissen der Gäste gerecht werden.

Da wegen der derzeitigen Situation die Jahresabschlusssitzung ausfallen muss, zieht Vorsitzender Josef Kretzer in einem Rundbrief Bilanz der geleisteten Arbeit und der Fortschritte, die der Arbeitskreis erzielen konnte. Neben der erfolgten Anstrahlung des Grauen Turms, dem Anbringen von Altstadtlaternen auf der Strecke zwischen Schloss und Grauem Turm, können eine Reihe von richtungweisenden Erfolgen aufgeführt werden. Da ist zum einen die Genehmigung des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes in Bingen für die Errichtung einer dritten Schiffslandestelle für den, vom vorherigen Betreiber ruinierten Regionalverkehr auf dem Rhein. Dieses Zugeständnis konnte der Arbeitskreis in einem persönlichen Gespräch in Bingen erreichen. Die Stadt Neuwied wird sich nun darum kümmern, dass auf der Strecke zwischen Schloss und Grauem Turm ein Steiger installiert wird, sodass auch von Engers wieder künftig täglich wieder regionale Personenschiffe anlegen, die rheinauf und rheinab Gäste transportieren.

Den zweiten großen Erfolg erzielte der Arbeitskreis in Mainz bezüglich der Inanspruchnahme von Geldern der EU im Programm LEADER. Mit dieser Initiative eröffnete der Engerser Arbeitskreis für alle Neuwieder Stadtteile, die vor der Eingemeindung nach Neuwied über eine eigene Verwaltung verfügten, die Möglichkeit zur Teilnahme an dieser, von der EU ausgeschriebenen Förderung‚ des ländlichen Raums. Bis zu 75 Prozent können die Zuwendungen reichen und der Engerser Ortsbeirat hat bereits einen offiziellen Beschluss gefasst, dass die ehemalige Stadt Engers künftig davon profitiert.

Sobald der Vorstand der LEADER-Region Rhein-Wied dem gestellten Aufnahmeantrag zugestimmt hat, können Anträge gestellt werden und der Arbeitskreis hat eine ganze Reihe von Projekten, die in dieses Programm passen. Zu ihnen gehören: der Zugang zum Spätrömischen Burgus, die Anfertigung eines Duplikates von der Sandsteinfigur des heiligen Nepomuk; die Errichtung einer Skulpturenallee in den Rheinanlagen und die Wiederherstellung des Ehrenhofes von Schloss Engers durch das Aufstellen der Skulpturen auf dem Umfassungsgitter.

In einem Gespräch mit dem Vorsitzenden der LEADER-Region Rhein-Wied, Hans Günter Fischer, Verbandsgemeindebürgermeister in Linz, hat Josef Kretzer das Verfahren für die Aufnahme mit ihm abgesteckt und Ortsvorsteher Dieter Neckenig wird, sobald ihm das Protokoll der letzten Ortsbeiratssitzung vorliegt, in der die Aufnahme für Engers beschlossen wurde, den offiziellen Antrag an die Region einreichen.