Feldkirchen

„Die Schule rollt“ machte Station in der Grundschule Neuwied-Feldkirchen

Die Schulkinder erhielten während des Sportunterrichts Einblicke in die Bewegungsmöglichkeiten im Rollstuhl.

Lesezeit: 2 Minuten
Foto: Grundschule Neuwied Feldkirchen

Wie fühlt es sich an, in einem Rollstuhl zu fahren? Wie kann man Hindernisse bewältigen? Wie gestaltet sich der Alltag im Rolli? Eindrücke „er-fuhren“ – im wahren Wortsinne – Schüler der Grundschule Neuwied-Feldkirchen. Das Projekt „Die Schule rollt“, umgesetzt durch den TV Laubenheim, machte es möglich. Die Schulkinder erhielten während des Sportunterrichts Einblicke in die Bewegungsmöglichkeiten im Rollstuhl. Das Trainerteam vom TV Laubenheim informierte über Schwierigkeiten, gab Tipps und erklärte Details über das Rollstuhlfahren und entsprechende Verhaltensweisen.

Foto: Grundschule Neuwied Feldkirchen

"Bei einer Fortbildung der Unfallkasse habe ich von dem Angebot ‚Die Schule rollt‘ erfahren. Es hat mich sofort angesprochen und ich habe die Klassenstufe 1 für das Projekt an unserer Schule umgehend mit Erfolg anmelden können“, sagte Klassenlehrerin Susanne Schneider (1a). „Am Aktionstag haben wir viele tolle Anregungen und Materialien für die Umsetzung eines inklusiven Sportunterrichts erhalten. Davon profitieren unsere Schüler gleichermaßen, ob mit oder ohne Beeinträchtigung“, ist Susanne Schneider überzeugt.

Foto: Grundschule Neuwied Feldkirchen

Ihre Kollegin Mechthild Waack (1b) war von der „Die Schule rollt“-Veranstaltung positiv angetan. „Wir haben viel Neues erfahren und die Aktionen haben Spaß gemacht. Das Projektteam hat uns motiviert, Fragen zu stellen. Man hat ja sonst keine Gelegenheit dazu beziehungsweise traut sich oftmals nicht“, erklärte Mechthild Waack.

Bei ihrer Rolli-Testfahrt am Parcours erlebten die Schulkinder, was schon kleine Stufen oder Bordsteinkanten von Menschen im Rollstuhl abverlangen. Sie staunten nicht schlecht, wie schnell und mit welcher Geschicklichkeit ihr Mitschüler Jannik (1a) – im Alltag auf einen Rollstuhl angewiesen – die Hindernisse bewältigte. Sie zollten ihm gebührenden Respekt. „Der heutige Sportunterricht war für uns alle interessant und hat großen Spaß gemacht. Wir haben viel gelernt und freuen uns über die gemeinsamen Spiel- und Sportmöglichkeiten für Menschen mit und ohne Beeinträchtigung“, war einhellige Meinung am Ende der Veranstaltung.

Auch die Patenklasse (4a) von Janniks Klasse konnte noch spontan für eine Schulstunde von dem Projekt profitieren, und alle waren mit großer Begeisterung bei der neuen Bewegungserfahrung dabei. Das Team vom TV Laubenheim stand Rede und Antwort bei den Fragen der Viertklässler.

„Eigene Erfahrungen sammeln und ausprobieren – das ist gerade für Kinder und Jugendliche besonders wichtig. Positive Bewegungserfahrung stärkt die Entwicklung und das Selbstbewusstsein aller Kinder. Auch für die Lehrkräfte sind die Erfahrungen von großer Bedeutung“, sind die Projektinitiatoren überzeugt. Die Lehrkräfte erhalten nützliche Informationen rund um das gemeinsame Sporttreiben.

„Durch die inhaltliche und finanzielle Unterstützung der Unfallkasse und des Behinderten- und Rehabilitationssport-Verbands Rheinland-Pfalz ist es uns möglich, das Projekt in die Schulen zu bringen und jungen Menschen den Spaß am Rollstuhlfahren aufzuzeigen. Wir möchten dazu beitragen, rollstuhlfahrende Kinder und Jugendliche im Regelsportunterricht einzubinden. Es ist einfach toll zu sehen, mit welcher Begeisterung die Kinder dabei sind und wie sich durch diese Art des Sportunterrichts neue Sichtweisen eröffnen“, erläuterte das Team vom TV Laubenheim.

Wer Interesse am Projekt „Die Schule rollt“ hat, findet weitere Informationen unter www.ukrlp.de, Webcode: b835.