Archivierter Artikel vom 25.02.2021, 15:10 Uhr
Neuwied

Die Opfer nicht vergessen

Unterstützt vom Bündnis „Neuwied ist bunt!“ fand am Samstag auf dem Luisenplatz eine Gedenkveranstaltung für die Opfer des Amoklaufs von Hanau statt.

Mit einer Mahnwache auf dem Luisenplatz gedachten Neuwieder Bürger der Opfer des rassistischen Attentats von Hanau vor einem Jahr.
Mit einer Mahnwache auf dem Luisenplatz gedachten Neuwieder Bürger der Opfer des rassistischen Attentats von Hanau vor einem Jahr.
Foto: Thorsten Klein/EIRENE

Organisiert wurde diese Veranstaltung von EIRENE und der Neuwieder Gruppe der Menschenrechtsorganisation Amnesty International. „Wir wollen zeigen, dass wir auch nach einem Jahr die Opfer dieses rassistischen Anschlags nicht vergessen haben und dass in unserer Gesellschaft kein Platz für Rassismus ist“, so Thorsten Klein von EIRENE. Fast genau vor einem Jahr – am Abend des 19. Februars 2020 ermordete der Hanauer Tobias R. aus rassistischen Motiven neun Menschen mit Migrationshintergrund, bevor er seine Mutter und sich selbst tötete. Der Täter fand seine Opfer an zwei Tatorten in der Hanauer Innenstadt. Inge Rockenfeller von der Menschenrechtsorganisation Amnesty International erinnerte daran, dass kein Mensch aufgrund seiner Hautfarbe oder Abstammung diskriminiert werden dürfe. Dieses Menschenrecht, sowie das Recht auf körperliche Unversehrtheit wurde im Fall des Amoklaufs von Hanau verletzt. Deshalb, so Rockenfeller, sei jede Form von Hass, Gewalt und Rassismus grundsätzlich zu verurteilen. In einer Demokratie sind Werte wie Gewaltfreiheit, Toleranz und Integration die Basis friedlichen Zusammenlebens in einer bunten Gesellschaft. „Generell ist Meinungsfreiheit in einer Demokratie unverzichtbar, doch für rassistische Äußerungen haben wir kein Verständnis – hier gilt: Null Toleranz! Hass ist keine Meinung“, erklärt Amnesty-Gruppensprecherin Susanne Kudies. Manfred Kirsch forderte mit Hinblick auf Hanau, dass rechtsterroristische Gewalttaten mit allen Mitteln zur Aufklärung gebracht werden sollten. Ein Jahr nach der Tat von Hanau fühlten sich die Familien der Opfer immer noch allein gelassen. Es fehle an Aufklärung. Es gäbe noch viele offene Fragen, so Kirsch.