Bendorf-Sayn

Weil Nähe zählt: Mehr Besinnung auf ein Miteinander

Gottesdienst mit dem Malteser Hilfsdienst und Fahrzeugsegnung durch Pater Paul an der Abteikirche.

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„Weil Nähe zählt“, diese drei Worte bezeichnen trefflich das, was den Malteser Hilfsdienst mit seinem ehrenamtlichen Aktiven ausmacht. Das unterstrich der Gottesdienst in der Abteikirche in Sayn, die Malteser erfuhren hier auch Anerkennung durch die Teilnahme der Ortsvereine in Uniformen und mit Fahnenabordnungen. Kristine Baumgart und Uli Britten stimmten mit typischen Taizé-Liedern vor dem Gottesdienst ein, Stefan Brügel untermalte mit der historischen Stummorgel.

Kreisvorstand Alexander Ghabour blickte zurück auf das Wirken des Malteser Hilfsdienst in Bendorf und auf die Neugründung und mehrfache Vergrößerung, bis man die Wirkungsstätte nun in den Räumlichkeiten der Spedition Normann gefunden habe. Insbesondere die Gemeinsamkeit sei ihm wichtig, er ist stolz auf sein Team und er erinnerte an besondere Einsätze von Papstbesuch, bis Weltkirchentag oder Einsatz bei der Massenpanik während der Loveparade in Duisburg. Alles bewegende Momente. Momente, die das Ehrenamt nicht vergessen lassen, ob mit seinen vielen freudigen, aber natürlich auch nachdenklich und schrecklichen Momenten.

Dipl. Theol. und Pastoralreferent Uli Britten erläuterte die Stimmung um den kleinen Ort Taizé. Hier finden sich jährlich rund 100.000 Besucher vieler Nationalitäten und Konfessionen zusammen. „Herr, lass uns zu Beginn dieses Gottesdienstes in uns selbst und auf unseren Umgang mit Menschen in Not schauen, um die Schwächen und Grenzen unserer Liebe zu erkennen und zu bekennen. Du möchtest, dass wir offen sind für die Nöte der Menschen um uns“, so einer der Texte der Malteser-Aktiven.

Marienbruder Rainer Gotter fand besonders herzliche und tiefgehende Worte um die Bedeutung „Weil Nähe zählt“. Wir alle können auf Menschen zugehen, für sie da sein, ihnen Nähe geben, zuhören und ihnen zur Seite stehen, wenn es für sie schwierige Momente gibt. Er berichtete von der Vorstellung von Rettungswagen in Kindergärten, damit die Kinder die Scheu verlieren. „Oftmals stellen sich die Kinder einen Krankenwagen nur vor, als ein Auto, in dem die Oma weggefahren wird und dann, auf dem Friedhof, kann man sie nicht mehr sehen, nicht mehr fassen“. Dass Krankenwagen ganz andere, wichtige Aufgaben haben, den Menschen zu helfen, das ist wichtig zu zeigen.

Viele Jugendliche verlieren mit Handy und App die Nähe zum Nächsten. „Wie viel Nähe halten Sie heute hier mit ihren Banknachbarn in der wunderschönen Abteikirche aus?“, fragte er. Er wünschte sich Besinnung auf ein Miteinander, auf Zuhören und Gespräche, auf Gemeinsamkeiten und gemeinsam besprochene Unterschiede. Eine besondere Ansprache. Alle Kirchenbesucher sprachen gemeinsam das „Malteser-Gebet“ aus dem 19. Jahrhundert. „Gib‘ mir die nötige Kraft, als aufrechter Christ selbstlos im Geist deiner Botschaft nach diesem Vorsatz zu leben. Zur Ehre Gottes, für den Frieden der Welt und das Wohl unserer Gemeinschaft“.

Gemeinsam zogen die Malteser mit Pater Paul und den Fahnenabordnungen aus, und Pater Paul segnete die vier Malteser-Fahrzeuge, wünschte unfallfreien Einsatz zum Wohle der Menschen. Nicht nur für die Fahrzeuge, auch für die Malteser und die Gottesdienstbesucher sparte er nicht mit dem Weihwasser, was ob der Temperaturen auch als Segen bezeichnet werden konnte.

Beim anschließenden gemeinsamen Beisammensein kamen nicht nur gute Gespräche über „Nähe“ auf, die Malteser animierten auch dazu, an der bereitstehenden Übungspuppe den Einsatz eines Defibrillators zu üben. Mit so einem Gerät, wie es jüngst am Pfarrheim in Sayn angebracht wurde und es 24 Stunden an sieben Tagen der Woche zur Verfügung steht. Alexander Ghabour dankte allen, die zum guten Gelingen des Gottesdienstes beigetragen hatten.