Archivierter Artikel vom 01.06.2022, 15:42 Uhr
Echternach/Trier

Unterwegs auf dem Firm-Hike

Vier junge Pfadfinderinnen probieren eine neue Art der Firmvorbereitung aus.

Auf dem Firm-Hike unterwegs von Echternach/Luxemburg nach Trier: (von links) Lisa Alm (Bildungsreferentin bei der DPSG), Peter Zillgen (Jugendpfarrer), Niklas Hirtz (Katechesereferent), Svenja Bauer aus Neunkirchen, Marlene Neef aus Koblenz, Lena Collet aus Neunkirchen und Miriam Christ aus Bad Kreuznach.
Auf dem Firm-Hike unterwegs von Echternach/Luxemburg nach Trier: (von links) Lisa Alm (Bildungsreferentin bei der DPSG), Peter Zillgen (Jugendpfarrer), Niklas Hirtz (Katechesereferent), Svenja Bauer aus Neunkirchen, Marlene Neef aus Koblenz, Lena Collet aus Neunkirchen und Miriam Christ aus Bad Kreuznach.
Foto: Simone Bastreri/Bistum Trier

Mit ihren neongelben, roten oder lila Regenjacken und Capes wirken sie wie bunte Tupfen auf den weiten Getreidefeldern über dem kleinen Ort Newel bei Trier. Marlene, Miriam und die anderen Mitglieder der kleinen Wandergruppe haben ihre schweren Rucksäcke schon seit zwei Tagen gebuckelt und sind unterwegs von Echternach in Luxemburg nach Trier. Es ist eine Art spirituelle Wanderung, für die sich die vier jungen Pfadfinderinnen aus allen Teilen des Bistums Trier entschieden haben. „Firm-Hike“ nennt sich die Tour, die eine neue Art der Firmvorbereitung anbietet und dazu einlädt, unterwegs über Gott und die Welt und auch den eigenen Glauben zu sprechen.

„Viele von meinen Freunden haben sich entweder firmen lassen, weil ‚man es eben so macht‘, oder weil sie wirklich richtig fest glauben. Ich steh so dazwischen. Ich hab‘ schon eine Verbindung zur Kirche, war mir aber nicht so sicher. Da war der Hike was Neues und viel spannender“, erklärt Marlene Neef aus Koblenz ihre Motivation, mitzuwandern. „Hier ist ein intensiverer Austausch möglich, auch über Zweifel im Glauben, und am Ende kann man sich entscheiden, ob man sich firmen lassen möchte oder nicht.“ Das Angebot zur Firmung mit Weihbischof Franz Josef Gebert am letzten Tag ihrer kleinen Pilgerreise steht den Teilnehmerinnen frei – letztlich wird sich nur eine von ihnen dazu entschieden haben – die 17-jährige Miriam Christ aus Bad Kreuznach. „Durch Corona haben sich die Termine in der Pfarrei oft verschoben und da fand ich dieses Angebot hier ganz verlockend, sich in einer kleinen Gruppe auf den Weg zu machen“, sagt sie.

Immer wieder gibt es zwischendurch kleine Impulse – etwa zum Thema Natur, die auch das große Thema in der Enzyklika Laudato Sì von Papst Franziskus ist. Begleitet werden die vier Mädels von Jugendpfarrer Peter Zillgen, Lisa Alm, Bildungsreferentin bei der DPSG, und Niklas Hirtz, Katechese-Referent des Bistums. Der erklärt den Zusammenhang mit der Bistumssynode: „Die Ergebnisse der Synode sollen ja in die Praxis umgesetzt werden – also neue Wege gehen, sich näher an der Lebenswelt der Menschen orientieren. Daraus haben sich Lernpartnerschaften entwickelt und dieser Firm-Hike ist eines der Projekte aus dem Themenfeld Katechese. Wir überlegen, wie Firmvorbereitung in Jugendverbänden wie der DPSG aussehen kann, einfach damit es dichter an dem Leben und der Freizeit der Jugendlichen ist. Wir fragen danach, wie Christ-Sein und Glaube für Pfadfinder aussehen können.

„Mir imponieren die Teilnehmerinnen, weil sie teils auch physisch an ihre Grenzen stoßen, sich aber immer wieder gegenseitig motivieren und am Abend dann dankbar und gelöst sind“, sagt Jugendpfarrer Zillgen. „Ich erlebe das als eine auch mich im Glauben bestärkende Pilgertour, weil die vier ganz freimütig über ihre Fragen und Zweifel sprechen und sich im Gehen ganz viel klärt oder einfach Raum hat. Glaube als Unterwegs-Sein kann ich nur jedem empfehlen.“

Mehr Informationen zu den Lernpartnerschaften des Bistums Trier gibt es in einer Broschüre unter www.t1p.de/lernpartnerschaft.

Pressemitteilung der Bischöflichen Pressestelle Trier, Redaktion Koblenz