Archivierter Artikel vom 21.06.2021, 08:52 Uhr
Koblenz

Kranzniederlegung am 17. Juni – Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit

Nachdenkliche Worte von Josef Oster und Elke Schlegel – „Erinnerungskultur pflegen“

Foto: privat

Gemeinsam mit Andreas Biebricher, Präsident der Peter-Altmeier-Gesellschaft, legte der CDU-Bundestagsabgeordnete Josef Oster in seiner Funktion als Vorsitzender des CDU-Kreisverbands Koblenz an den Original-Teilen der Berliner Mauer unweit des Deutschen Ecks einen Kranz in Gedenken an die Opfer des Aufstands vom 17. Juni 1953 nieder. Ebenfalls dabei waren die Koblenzerin Elke Schlegel, die sich immer noch leidenschaftlich in der Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG) engagiert und der in Bendorf lebende Zeitzeuge Siegfried Keil, der den 17. Juni 1953 und die folgenden Repressalien persönlich erlebt hat. Schlegel, die wie ihr Mann in der DDR unschuldig Haftstrafen durchleiden musste, und Keil hielten bewegende Reden.

Josef Oster betonte, wie wichtig es ist, dass die Erinnerungskultur gepflegt wird. „Wir erinnern uns an den mutigen Aufstand von Bürgern, die vor mittlerweile 68 Jahren gegen den Unrechtsstaat DDR auf die Straße gegangen sind. Sie haben damals für Freiheit, Demokratie und Menschenrechte ihre Stimmen erhoben“, so Oster. „Auch heute sehen wir in vielen Teilen der Welt und leider auch in Deutschland, dass Demokratie keine Selbstverständlichkeit ist. Sie muss Tag für Tag verteidigt werden“, sagte der CDU-Politiker.

Der Aufstand, an dem sich mehr als eine Million Menschen beteiligten, wurde brutal und menschenverachtend von Polizei und Militär des SED-Staates und sowjetischen Panzern niedergeschlagen. Die Bilanz des Grauens: 50 Todesopfer, mehr als 1000 Bürger mussten langjährige Haftstraßen verbüßen und unzählige Menschen dauerhaft mit Schikanen und Repressalien leben. Oster: „Der 17. Juni ist kein x-beliebiger Tag. Er steht für Freiheit, Menschenrechte und über allem für das kostbare Gut Demokratie. Das Erbe der Bürger, die vor 68 Jahren auf die Straße gegangen sind, müssen wir alle in unseren Herzen tragen.“