Archivierter Artikel vom 24.09.2018, 13:30 Uhr
Urbar

Jungen Menschen in Ghana eine Zukunft geben

Judith Scholz aus Urbar berichtet über ihre Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in Afrika.

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Foto: Kindern Zukunft geben Ghana

„Ich bin nur eine, aber ich bin jemand. Ich kann nicht alles tun, aber ich kann etwas tun. Auch wenn ich nicht alles tun kann, will ich nicht aufhören, das Mögliche zu tun.“ Dieses kleine Gedicht ist das Lebensmotto von Judith Scholz aus Urbar, Gründerin des Vereins „Kindern Zukunft geben Ghana“. Sie hat 2006 das komfortable Leben in Deutschland zurückgelassen und ihren Traum in Ghana verwirklicht. Judith möchte Kindern und jungen Menschen in Ghana einen Weg aus der Armut zeigen und ermöglicht ihnen eine schulische und berufliche Bildung. Doch es geht noch um mehr: eine Begleitung durch diese sensible Lebensphase, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und den Mut, diese zu nutzen, Hilfe zur Selbsthilfe!

Foto: Kindern Zukunft geben Ghana

Wie in jedem Jahr gab es auch 2018 wieder die Möglichkeit, Judith Scholz persönlich kennenzulernen. Während ihres einmonatigen Aufenthalts in Deutschland hielt sie verschiedene Vorträge über ihr Leben und Wirken in Ghana. Am 5. August drehte sich rund um den “Gottesdienst für ausgeschlafene Christen” in Vallendar alles um den von ihr gegründeten Verein Kindern Zukunft geben Ghana. Auf dem traditionellen farbenfrohen Basar wurden liebevoll gefertigter farbenfroher Schmuck mit Perlen aus Ghana und wunderschöne, kreative Näharbeiten angeboten. Auch die Stoffe stammten zum Teil aus den Projekten in Ghana. Bei selbstgemachter erfrischender Limonade sowie süßen und herzhaften Leckereien bestand wieder die Möglichkeit zu einem persönlichen Gespräch mit Judith Scholz.

“Die Welt in Ghana sieht für die Kinder aus unseren Projekten anders aus als die der Kinder in Deutschland. Ihre Lebensbedingungen sind auch für uns noch oftmals schockierend oder traurig,” so Judith Scholz. In einigen Beispielen gibt sie tiefere Einblicke: “ Da ist der kleine Emmanuel, der bei einem Brand schlimmste Verbrennungen erlitt. Seine medizinische Versorgung ist sehr langwierig, schwierig und kostenintensiv. Das Geld fehlt in Ghana. Der Junge muss regelmäßig mehrere Stunden über schlecht ausgebaute Wege in das nächstliegende Krankenhaus gebracht werden, wartet dort oft vergeblich und wird abends wieder unbehandelt nach Hause geschickt. Die medizinische Ausstattung und die hygienischen Bedingungen sind grenzwertig. Schmerzmittel beim Verbandwechsel bekommt er nicht – auch wenn teilweise die Haut wieder reißt, und er dabei furchtbar leidet.“ Zum großen Glück konnten dank Spendenaufrufen in Ghana und Deutschland mittlerweile zwei Hauttransplantationen durchgeführt werden und es geht Emmanuel von Tag zu Tag besser! Er ist unendlich dankbar und jetzt auch wieder fröhlich. Eine Patenfamilie von der Insel Niederwerth und zwei Geschäfte aus Vallendar unterstützen ihn monatlich finanziell.

„Dann haben wir Akuss in unser Projekt aufgenommen, ein taubstummes Mädchen in meiner Nachbarschaft. Sie lebt mit ihrer Großmutter und Stiefvater in einem Lehmhaus mit nur drei Wänden und einem Strohdach. Akuss besitzt weder Schuhe, noch irgendein besseres Kleidungsstück. Aufgrund ihrer Behinderung kann sie keine normale Schule besuchen und arbeitet jeden Tag auf der Farm mit. Nun wird sie ab September auf die Taubstummenschule gehen in der wir schon fünf andere Kinder unterstützen. Über unsere Organisation „Kindern Zukunft geben Ghana“ hat sie eine Patenfamilie aus Weitersburg gefunden, die sie mit 30 Euro monatlich unterstützt. Ohne diese Hilfe würde das Leben für Akuss ganz anders verlaufen! Dank unserer Sponsoren haben die Kinder aus unseren Projekten wenigstens die Chance einer Schul- und Ausbildung, auch wenn der Weg für sie ungleich härter ist.”

In der Region Koblenz haben sich bereits viele Paten gefunden, so dass mehr Kinder und junge Erwachsene in die Projekte von Judith Scholz aufgenommen werden konnten. Viele sind dafür sehr dankbar, besonders die jungen Mädchen und Frauen denen der Verein mit Hilfe von Spenden eine Ausbildung ermöglicht. Im Oktober 2018 startet zum Beispiel ein neuer Schneiderkurs mit 15 jungen Mädchen, die alle aus schwierigen Verhältnissen kommen. Darunter eine junge Frau mit einer dreijährigen Tochter. Auch sie hat eine Patenfamilie gefunden, die von der Insel Niederwerth kommt.

Infos zu „Kindern Zukunft geben Ghana“ gibt es bei Sarah Weidemann unter Telefon 0177/473 15 77, im Internet unter www.kindern-zukunft-geben-ghana.de und per E-Mail an akua.judith@gmx.de