Archivierter Artikel vom 16.03.2018, 11:00 Uhr
Koblenz

Auf die Gefahren der Atomkraft aufmerksam gemacht

Kundgebung von BUND, Greenpeace, AntiAtomNetz Koblenz und Bürgerinitiative zum Gedenken an die Fukushima-Katastrophe.

Foto: BUND-Regionalbüro Koblenz

Sieben Jahre nach der Katastrophe in Fukushima gedachten der BUND, Greenpeace, das AntiAtomNetz Koblenz und die Bürgerinitiative den Opfern der Katastrophe in Fukushima. Gleichzeitig demonstrierten sie gegen das Atomkraftwerk in Mülheim-Kärlich. Mit einer Schweigeminute wurde ihre Anteilnahme an die leidende Bevölkerung um Fukushima zum Ausdruck gebracht. Durch Redebeiträge, Banner und Atomsymbol-Laternen mahnten sie gemeinsam vor den Gefahren von Atomkraft.

Durch die Flutkatastrophe starben bei einem Erdbeben mit Tsunami am 11. März 2011 über 18.000 Menschen. In der Folge begannen mehrere Katastrophen mit Super-GAU. 170.000 Einwohner mussten ihre verstrahlte Heimat verlassen. Die Atomkatastrophe dauert bis heute an, mit immensen Folgen für Gesundheit, Umwelt und Wirtschaft. So steht belastete verstrahlte Erde als permanentes Gesundheitsrisiko an vielen Orten offen in Plastiksäcken herum und radioaktiv verseuchtes Wasser gelangt ständig ins Erdreich und in den Pazifischen Ozean. Dennoch werden Landwirte und Familien mit Kindern wieder dorthin umgesiedelt.

Die Koblenzer BUND Gruppe hält Kontakt zu Kazuhiko Kobayashi, einem japanischen Rentner, der Familien aus Fukushima Kinderfreizeiten über Spenden im Süden Japans ermöglicht. Kobayashi beklagt: „Wir, die freiwilligen unterstützenden Mitbürger, werden leider weniger, sind aber noch da und fühlen uns jetzt um so stärker mit den leidenden Opfern solidarisch verbunden.“ Er kritisiert, dass viele Kinder mit offiziellem Druck gedrängt werden, in die verstrahlten Gebiete zurück zu gehen und das obwohl beispielsweise die Schildrüsenkrebserkrankungen massiv zunehmen.

Egbert Bialk vom AntiAtomNetz erinnerte daran, dass Katastrophen, wie in Fukushima in Europa täglich Realität werden können. Bialk: „Cattenon und Tihange liegen in unmittelbarer Nachbarschaft von uns, es besteht dort ein erhöhtes Störfallrisiko, trotzdem werden sie nicht abgeschaltet und dass obwohl wir Atomkraft dank der erneuerbaren Energien nicht für die Energieversorgung brauchen.“ Jeder weitere Betriebstag des AKW bedeute immer mehr Atommüll, für den es keine Entsorgung gebe. Für kommende Generationen stelle Atomkraft eine beständige große Gefahr dar. Dementsprechend brauche es einen schnellen Umstieg auf hundert Prozent erneuerbare Energien, auch aus Klimaschutzgründen.