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Westerwaldkreis/Koblenz

Fremde sprechen Kinder an: Polizei hat noch keine Hinweise

Stephanie Kühr

Eltern in der Region sind verunsichert: In den sozialen Netzwerken kursieren derzeit immer wieder Horrormeldungen, dass Kinder im Grundschulalter in der Region von Fremden angesprochen wurden. Der jüngste Fall hat sich in Nauort ereignet. Am frühen Sonntagabend soll ein Unbekannter einen Sechsjährigen auf dem Schulhof der Grundschule angesprochen haben (wir berichteten). Der Fall ist der Polizei bekannt, die Beamten haben aber keine Ermittlungsansätze. Drei Wochen ist es inzwischen her, dass in Koblenz-Immendorf zwei Mädchen von zwei Männern in einem weißen Lieferwagen angesprochen worden sein sollen. Die Polizei bestätigt eine entsprechende Anzeige, hat aber keine stichhaltigen Hinweise. Auch in anderen Koblenzer Stadtteilen sollen Kinder angesprochen worden sein. Derweil haben sich Gerüchte, dass sich Fremde während der Unterrichtszeit unberechtigt Zutritt zur Astrid-Lindgren-Grundschule in Ransbach-Baumbach verschafft haben sollen und deshalb der Haupteingang seit Anfang der Woche geschlossen ist, nicht bestätigt. Der Jugendsachbearbeiter der Polizeiwache Höhr-Grenzhausen, Jürgen Strauß, und Schulleiterin Elvira Lohse dementierten das Gerücht. „Da ist nichts dran“, sagte Strauß. Wir beantworten Fragen zum Thema „Kinderansprecher“:

Foto: Stephanie Kühr

1 Was ist in Nauort passiert? Ein sechsjähriger Junge ist am Sonntag, 2. September, um 18.50 Uhr von einem unbekannten Mann auf dem Schulhof der Nauorter Grundschule angesprochen worden. Der Mann soll das Kind aufgefordert haben, mit ihm zu gehen. Dabei soll er den Jungen am Oberarm berührt haben. Der Junge trat den Mann gegen das Schienbein und fuhr mit seinem Rad nach Hause. Die Eltern meldeten den Vorfall noch am Abend der Polizei und machten ihn via Facebook publik. Der Mann wird als groß und schlank beschrieben. Er trug kurzes schwarzes Haar. Der Polizei fehlen zurzeit detaillierte Informationen, um gezielt nach dem Mann fahnden zu können. Die Ermittler schließen auch ein Missverständnis nicht aus. Derzeit fährt die Polizei verstärkt Streife in Nauort.

2Was ist in Immendorf passiert? Zwei Grundschülerinnen waren am Dienstag, 14. August, auf dem Weg vom Hort der Kita St. Christophorus nach Hause. Rund 220 Meter vom Hort entfernt, sollen sie von zwei Männern angesprochen und aufgefordert worden sein, in einen weißen Lieferwagen einzusteigen. Die Polizei bestätigt den Vorfall. Die Mädchen sollen weggelaufen sein und ihren Eltern davon erzählt haben. Diese meldeten sich bei der Polizei. Die Kinder konnten keine näheren Angaben zum Lieferwagen und zu den Männern machen. Konkrete Ermittlungsansätze haben die Beamten nicht. Eine Verbindung zum Nauorter Fall gibt es offenbar nicht.

3Was ist an weiteren Vorfällen in Koblenzer Stadtteilen dran? Aktuell sorgt ein Rundschreiben des Koblenzer Stadtelternausschusses für Verunsicherung – auch im Internet wird auf der Plattform Spotted Koblenz gewarnt: In den vergangenen Tagen seien mehrfach Kinder in verschiedenen Stadtteilen von Fremden gezielt angesprochen worden. Iris Baumann vom Vorstand des Stadtelternausschusses berichtet, dass jüngst bei einem Fest in einem Stadtteil ein Mann ein Kind angesprochen und versucht haben soll, es mit Freifahrtscheinen zu einem Fahrgeschäft zu locken. „Wir wollten zur Vorsicht aufrufen, dass Kinder nicht allein und zu weit weg von Eltern herumlaufen“, sagt sie.

4Was empfiehlt die Polizei besorgten Eltern? Eltern sollten ihren Kindern raten, vorsichtig gegenüber Fremden zu sein, nicht mitzugehen und derartige Vorfälle zu melden. Kinder sollten nie in fremde Autos steigen, auch nicht aus Hilfsbereitschaft. Und: Eltern sollten mit Kindern noch einmal durchgehen, wer sie abholen darf. Das Polizeipräsidium Koblenz mahnt Eltern zudem zu Besonnenheit. „Verbreiten Sie nicht alle Nachrichten, die Sie auf Facebook, Twitter, WhatsApp erhalten. Prüfen Sie die Inhalte der Nachricht, bevor Sie den Beitrag teilen“, so der Appell. Verdächtige Beobachtungen sollten der zuständigen Polizeidienststelle gemeldet werden.

Von Stephanie Kühr
und Katrin Steinert
Montabaur Hachenburg
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