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Westerburg/Heimborn

Beamter rast mit Tempo 100 in Unfallstelle – 5000 Euro Geldstrafe

Michael Wenzel

Für den Richter am Amtsgericht Westerburg war ein kleines Wunder geschehen. Eindringlich hatte Hans Helmut Strüder dem bislang uneinsichtigen Angeklagten die rechtliche Situation vor Augen geführt. Die vorläufige Würdigung der Beweislage sprach gegen den Mann. Nach einer kurzen Unterbrechung nahm der 36-Jährige seinen Einspruch zurück. Damit akzeptierte der Beamte die im Strafbefehl verhängte Geldstrafe von 5000 Euro und eine Führerscheinsperre von zehn Monaten.

Der Grund für den Strafbefehl: Der Mann war nach einem schweren Unfall auf der K 19 zwischen Heimborn und Limbach mit Tempo 100 in eine Unfallstelle gerast. Nur durch einen beherzten Sprung über die Leitplanke konnten zwei Feuerwehrmänner verhindern, dass sie unter die Räder kamen.

25. Mai 2017: Zwei Feuerwehrleute haben nach dem Unfall eines Motorradfahrers auf der K 19 zwischen Heimborn und Limbach die Strecke für den Verkehr gesperrt. Im Bereich der Lützelauer Mühle stehen sie bei einem Kleintransporter der Straßenmeisterei, der das gelbe Warnlicht eingeschaltet hat, als sich gegen 18.50 Uhr ein Audi Kombi aus Richtung Heimborn nähert. Einer der Feuerwehrmänner winkt mit einer rot-weiß-roten Flagge.

Obwohl gute Sicht und Warnhinweise vorhanden sind, rast der Audi-Fahrer mit ungefähr 100 km/h rücksichtslos an dem stehenden Fahrzeug vorbei. Unterwegs wird er von einem Zeugen zurückgewiesen und fährt zurück zur Absperrung, wo er sich noch ein Wortgefecht mit den dortigen Wehrleuten liefert. Dann düst er davon. Zeugen können sich jedoch damals einen Teil des Kennzeichens merken.

„Mein Mandant war von der Situation völlig überrascht worden, er fuhr nicht vorsätzlich dort hinein und hat auch nicht grob verkehrswidrig und rücksichtslos gehandelt. Man sichert nicht im Kurvenverlauf“, machte der Verteidiger am ersten Verhandlungstag deutlich. Am zweiten Prozesstag nahm der nicht vorbestrafte Beamte nunmehr nach vorläufiger Würdigung der Beweislage den Einspruch zurück und bedauerte seinerseits, dass es beinahe zu einem Unfall gekommen war.

Auf Anweisung des Gerichts hatten Polizisten mit anderen Beteiligten die Szene an der Unfallstelle zwischen Heimborn und Limbach nachgestellt. Die Beamten stellten dabei fest, dass der Angeklagte an dem betreffenden Tag 100 Meter Sicht auf die gesicherte Unfallstelle gehabt haben muss und keine 20 Meter, wie von ihm behauptet wurde. Für das Gericht erhärtete sich somit der Verdacht, dass der 36-Jährige sein Fahrzeug frühzeitig hätte abbremsen können.

Der Beamte hatte zudem Beschwerde beim Landgericht Koblenz dagegen eingelegt, dass ihm auf Veranlassung des Strafrichters am Amtsgericht der Führerschein vorläufig entzogen worden war. Die Beschwerde wurde vom Landgericht jedoch mit der Begründung zurückgewiesen, dass im vorliegenden Fall mit einer endgültigen Entziehung zu rechnen sei – was letztlich auch geschah.

„Wäre der Angeklagte weiter uneinsichtig geblieben und wäre die Beweisaufnahme für ihn negativ verlaufen, hätte sich die Situation für ihn erheblich verschlechtert“, machte Richter Strüder deutlich. Dann, so der Richter, wäre der Führerschein nicht nur zehn Monate weg gewesen, sondern ein Jahr und länger, inklusive Kursus und medizinisch-psychologischer Untersuchung. Und jeder Tag ohne Führerschein tue schließlich weh, so Strüder. Da die Zeit der bereits erfolgten Entziehung des Führerscheins durch das Amtsgericht Westerburg mit angerechnet wird, kann der Beamte diesen in fünf Monaten neu beantragen.

Von unserem Redakteur Michael Wenzel

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