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Bad Honnef

Zeremonie in Bad Honnef: Gekrönte Malu I. fordert viel vom Aalvolk

Sabine Nitsch

England hat die Queen. Schweden hat seine Sylvia. Und die Bad Honnefer Aalmonarchie hat jetzt Malu. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer wurde bei der Krönungszeremonie im Bad Honnefer Kursaal zur Aalkönigin gekrönt. Als Malu I. regiert sie jetzt ein Jahr das Aalvolk und tritt die Nachfolge von Eckhart von Hirschhausen an, der sich fortan wieder in seinem bürgerlichen Leben als Mediziner, Kabarettist und Moderator um das Wohl der Menschen kümmern kann.

Es ist eine launige, aber auch begehrte Würde: In Bad Honnef wurde Landeschefin Malu Dreyer zur Aalkönigin gekürt.  Foto: Sabine Nitsch
Es ist eine launige, aber auch begehrte Würde: In Bad Honnef wurde Landeschefin Malu Dreyer zur Aalkönigin gekürt.
Foto: Sabine Nitsch

16 Aalregenten zählt bisher die 2003 gegründete Aalmonarchie. Die neue Regentin, die erst die dritte Frau auf dem Thron ist, befindet sich dabei in prominenter royaler Aal-Gesellschaft: Wolfgang Clement, Wolfgang Bosbach, Konrad Beikircher, Rosi Mittermaier, Maybrit Illner standen ebenso an der Spitze des Aalvolkes, wie Theo Waigel, Reinhard Kardinal Marx, Hans-Dietrich Genscher und Jean-Claude Juncker.

„Eure Majestät ist eine echte Königin der Herzen. Ihr stiftet Zusammenhalt, Ihr vermittelt Heimatgefühl, Ihr macht mutig Front gegen alle, die unser Land radikal verändern wollen, die Würde missachten und die als braune Spalter unterwegs sind“, stellte Zeremonienmeister Friedhelm Ost vor 400 hochkarätigen Gästen heraus und bescheinigte Malu I.: „Euer Charme, Euer Lächeln und Eure Überzeugungskraft sind einzigartig. Damit seid ihr die beste Menschenfischerin.“

Der scheidende Aalmonarch Eckhart von Hirschhausen ließ das Volk in seiner Laudatio an seinen „Gedanken zum Abdanken“ teilhaben und brachte die neue Regentin dem Volk näher. „Ich trete zurück. Ein Satz, den wir derzeit von mehreren Leute gerne hören würden“, verkündete er und erläuterte der Neuen den Sinn des Amtes. Man werde hier zwar König(in), aber im Grunde sei die Ernennung ein Akt der Demokratie. Denn es gehe im Kern um herausragendes bürgerschaftliches Engagement. Mit Blick auf das männerdominierte Aalkönigskomitee sei auch ihr Engagement für eine Frauenquote gefragt. „Sie sind hier an der richtigen Stelle. Hier muss ein ganz dickes Brett gebohrt werden“, gab ihr von Hirschhausen mit auf den Weg. Dreyer, die sich gerne als „sozialen Optimisten“ bezeichne, sei hier die Richtige. „Sie ist Landesmutter aber keine Mutti“, sagte Hirschhausen.

Der Arzt Hirschhausen zollte seiner Nachfolgerin auch Respekt, als er daran erinnerte, dass sie Multiple Sklerose hat. „Sie wollte nie die Kranke sein. Sie wollte auch nie, wie sie sagt, Mitleid, sondern Mitgefühl. Sie glaubt auch an Dinge, die größer sind als sie selbst. Auch das macht ihre Stärke aus.“

„Das Amt der Aalkönigin ist für mich eine sehr große Ehre, da ich mich damit in den Dienst einer guten Sache stelle und das Engagement des Komitees zugunsten von Projekten im Bereich Jugend und Soziales unterstützen kann“, sagte die frisch gekrönte Aalkönigin. Mit erhobenem Zeigefinger – den das Aalvolk bisher nicht so kennt – wies sie die Richtung ihrer Regentschaft. Sie forderte Achtsamkeit für die Umwelt und die Natur, Engagement fürs Ehrenamt, mehr Fürsorge füreinander und offene Grenzen in Europa. „Der Aal ist schließlich auch ein wanderfreudiger Geselle und er ist ein Europäer“, sagte sie und forderte ihr Volk auf, zur Europawahl zu gehen.

Von unserer Reporterin Sabine Nitsch
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