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Windhagen

Windhagen: SPD und Grüne machen Front gegen Parkplatzpläne von Wirtgen

Wie weit kommt die 4200-Einwohner-Gemeinde Windhagen einem Weltkonzern entgegen, der künftig die Geschicke des größten Arbeitgebers im Kreis Neuwied lenkt? Über diese Frage haben die Mitglieder des Gemeinderats in ihrer jüngsten Sitzung leidenschaftlich gestritten, während zeitgleich die kartellrechtliche Prüfung der Übernahme der Wirtgen-Gruppe durch den US-Maschinenhersteller John Deere in den letzten Zügen liegt. Anlass waren die schon seit der Zeit vor dem Verkauf verfolgten Pläne, gegenüber der Firmenzentrale an der Reinhard-Wirtgen-Straße einen Parkplatz mit 192 Stellplätzen für die Verwaltungsmitarbeiter anzulegen. Für dieses Vorhaben müsste der Rat grünes Licht geben, indem er der Ausweisung eines Sondergebiets zustimmt. Laut gültigem Bebauungsplan sind dort lediglich Wohngebäude zulässig.

Für die Freifläche gegenüber der Firmenzentrale der Wirtgen-Gruppe, die jüngst von dem US-Maschinenhersteller John Deere gekauft wurde, ist in der jüngsten Ratssitzung der Bebauungsplan geändert worden. Nun darf dort ein Parkplatz entstehen.
Für die Freifläche gegenüber der Firmenzentrale der Wirtgen-Gruppe, die jüngst von dem US-Maschinenhersteller John Deere gekauft wurde, ist in der jüngsten Ratssitzung der Bebauungsplan geändert worden. Nun darf dort ein Parkplatz entstehen.
Foto: Michael Fenstermacher

„Wollen wir einen Ortseingang, der durch eine Firma hindurchgeht, die nicht mehr mit der Familie Wirtgen verbunden, sondern verkauft worden ist?“, fragte Thomas Stumpf (SPD) rhetorisch und eröffnete damit die Diskussion. Diese Grundsatzfrage gelte es zu klären, bevor man sich überhaupt mit der Gestaltung des Parkplatzes beschäftigen müsse, meinte Stumpf. „Sehr viel Bauchschmerzen“ zu haben äußerte auch Winfried Weiler (CDU). Zwar erkenne er den Bedarf seitens der Firma Wirtgen an, aber: „Der Plan passt so überhaupt nicht.“ Es müsse wesentlich mehr Begrünung her als in der von Manfred Limbach vom Planungsbüro Dittrich präsentierten Projektskizze vorgesehen. Außerdem sei die Ein- und Ausfahrt an der vorgesehenen Stelle von der Reinhard-Wirtgen-Straße aus „nicht machbar“. Besser funktioniere aus seiner Sicht eine Zuwegung über den Taubenweg.

Stumpf blieb demgegenüber bei seinen grundsätzlichen Bedenken gegenüber der künftigen Nutzung eines „Filetstücks am Ortseingang“ als Parkfläche. Einer Weltfirma wie John Deere sei es zuzutrauen, die bestehenden Parkplätze effizienter zu nutzen, etwa durch einen Ausbau in die Höhe und Tiefe. „Da gibt es kreative Möglichkeiten“, sagte der Fraktionschef.

Noch heftiger fiel die Kritik von Roland Kohler (Grüne) aus. Die Planungen seien ein erneutes Indiz dafür, „dass Windhagen für eine derart große Firma nicht geeignet ist“. Es gelte einen Schlusspunkt zu setzen statt einen Hektar Land, der für Wohnbebauung ausgewiesen ist, „für einen schnöden Parkplatz“ zu opfern. „Der ökologische Fingerabdruck dieser Firma ist langsam unerträglich“, schloss der Fraktionschef der Ökopartei.

Dies brachte Kohler wiederum heftige Kritik von Erwin Rüddel (CDU) ein. „Das müsste man mal Mitarbeitern erzählen, wie Sie über diese Firma sprechen“, echauffierte sich der Bundestagsabgeordnete. Zudem rief er in Erinnerung, dass die betroffene Fläche nicht etwa von der Gemeinde an die Firma Wirtgen verkauft worden ist, sondern von privater Seite.

Um die Wogen zu glätten, schlug Bauamtsleiter Michael Christ schließlich vor, dass Vertreter von Gemeinderat und Unternehmen sich verständigen sollten. Angesetzt ist dieser runde Tisch nun bereits für den heutigen Mittwoch, wie der künftige Bürgermeister der VG Asbach auf Nachfrage mitteilt. Daran teilnehmen wird neben Christ, Ortsbürgermeister Josef Rüddel und den Fraktionsvorsitzenden vonseiten der Investoren unter anderem Domenic Ruccolo, der von John Deere nach Windhagen entsandt worden ist, um die Übernahme vorzubereiten und künftig die Geschicke der Wirtgen-Gruppe zu leiten. Seitens der Anwohner seien bislang keine Bedenken gegen den möglichen Parkplatz geäußert worden, wie Christ in der Sitzung berichtete.

Von unserem Redakteur Michael Fenstermacher

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