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Anhausen

L 258: Vier Forderungen für mehr Sicherheit

Schwerlastverkehr, der durch den Ort brettert, dazu Tausende Autos auf der einen Seite, Schulkinder und ältere Menschen, die die Straße queren müssen, auf der anderen: In Anhausen und Rüscheid stößt diese Kombination bekanntermaßen auf wenig Gegenliebe. Jetzt wollen sich die beiden Ortsbürgermeister der Gemeinden erneut mit einem Schreiben an die Rengsdorfer Verwaltung Gehör verschaffen – mit vier konkreten Forderungen.

Nur knapp sind Schulkinder in Anhausen und Rüscheid auf der L 258 Unfällen entgangen, berichten die Ortsbürgermeister. Jetzt haben sie einen Forderungskatalog erstellt, wie Abhilfe geschaffen werden soll.
Nur knapp sind Schulkinder in Anhausen und Rüscheid auf der L 258 Unfällen entgangen, berichten die Ortsbürgermeister. Jetzt haben sie einen Forderungskatalog erstellt, wie Abhilfe geschaffen werden soll.
Foto: Jörg Niebergall

Es sind nicht immer Unfälle, die tatsächlich geschehen, die den Verantwortlichen im Ort Sorgen bereiten. Seit dem 7. September hätten sich vier Vorfälle am Zebrastreifen auf der L 258 ereignet, zählen Heidelore Momm und Hartmut Döring auf. Hier seien vier Schulkinder fast angefahren worden, teilweise seien Lastwagen involviert gewesen. „Nur den Begleitpersonen ist es zu verdanken, dass nichts Schlimmeres passiert ist“, schreiben die beiden Ortsbürgermeister. Zwei der Vorfälle seien auch der PI Straßenhaus gemeldet worden. „Es muss doch nicht zuerst etwas passieren, um Gegenmaßnahmen zu ergreifen“, klagt Momm.

„Deshalb greifen wir heute erneut die Forderung nach einer mobilen Fußgänger-Ampelanlage im Bereich der Ortsdurchfahrt auf der L 258 auf“, heißt es in dem Schreiben. Die örtliche Straßenverkehrsbehörde habe die Errichtung wegen des Verkehrsaufkommens befürwortet.

Unabhängig davon beantragen sie eine Warnblinkanlage mit Gelblicht am vorhandenen Zebrastreifen sowie ein beleuchtetes Zebrastreifenschild, um zusätzlich auf die Überquerung aufmerksam zu machen: „Vor dem Ausbau der L 258 gab es am Zebrastreifen ja entsprechende Beleuchtungen“, so die Ortsbürgermeister.

Außerdem äußern sie Interesse an der Anschaffung einer feststehenden Radaranlage. Zumindest in dieser Hinsicht dürfte ihnen eine Auskunft, die das Innenministerium zu den Voraussetzungen für stationäre Blitzer gibt, wenig Hoffnung machen. Zwar könne durch Rechtsverordnung die Zuständigkeit für solche Anlagen innerhalb geschlossener Ortschaften auf Antrag örtlichen Ordnungsbehörden und Kreisordnungsbehörden übertragen werden. Allerdings zitiert das Ministerium auch Erkenntnisse der „verkehrspolizeilichen Praxis, dass eine effektive Geschwindigkeitsüberwachung grundsätzlich nur durch den Einsatz mobiler Geschwindigkeitsmessanlagen erfolgenkann.“

Diese Einschätzung beruhe nicht nur auf der Tatsache, dass mit mobilen Messgeräten rasch auf veränderte Unfall- oder Gefahrenstellen reagiert werden könne; sie fuße ferner auf der Erfahrung, dass die Verkehrsteilnehmer dazu neigten, Geschwindigkeitsbegrenzungen dann stärker zu beachten, wenn sie letztlich jederzeit und an jeder Örtlichkeit mit dem Einsatz einer mobilen Geschwindigkeitsmessanlage rechnen müssten. „Demgegenüber führt der Einsatz stationärer Messanlagen im innerörtlichen Bereich häufig dazu, dass die ortskundigen Fahrer kurz vor der Messanlage abbremsen, um dann wieder zu beschleunigen. Dieses Fahrverhalten trägt weder zur Verbesserung der Verkehrssicherheit bei (Gefahr von Auffahrunfällen), noch ist es umweltschonend (Beschleunigungslärm; erhöhter Kraftstoffverbrauch).“

Allerdings: Die Einrichtung stationärer Anlagen könne ausnahmsweise in Betracht kommen, wenn dies nach den spezifischen örtlichen Gegebenheiten angezeigt sei. „Dies wäre beispielsweise der Fall, wenn es sich bei der Örtlichkeit um eine Unfallhäufungsstelle handelt oder eine besondere Gefahrensituation vorliegt, die nicht allein durch mobile Überwachung entschärft werden kann“, heißt es in der Erklärung, die das Innenministerium bereits 2014 auf eine entsprechende Kleine Anfrage über die allgemeinen Voraussetzungen für die stationäre Geschwindigkeitsüberwachung gegeben hatte, weiter. Gestellt hatte die Kleine Anfrage der CDU-Landtagsabgeordnete Martin Brandl. Fraglich, ob sich an dieser Auffassung im Innenministerium bis heute allzu viel geändert hat.

Zu guter Letzt fordern die Gemeinden ein Durchfahrtsverbot für Lastwagen über fünf Tonnen, wenn die Mautpflicht auch auf die Landesstraßen ausgeweitet wird. Die Rengsdorfer Verwaltung hat nach Momms Angaben die Forderungen an den LBM weitergeleitet. obi

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