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Neuwied

In Neuwied entsteht derzeit eine Kultur-Kuppel

Die ehemalige Schlemmerkuppel direkt gegenüber dem Neuwieder Schloss gibt derzeit ein trauriges Bild ab. Das aber soll sich ändern. Denn das Gebäude, das einst Kneipen, Restaurants und zwischenzeitlich auch mal einen Sexshop beherbergte, soll wiederbelebt werden – kulturell! Unter Federführung von Oliver Grabus haben sich die Mitglieder des Theater- und Kulturvereins Chamäleon – Alles nur Theater an die Arbeit gemacht, die fast leer stehende Passage am Schloss zu entrümpeln und umzubauen.

Oliver Graubs (rechts) baut derzeit mit seinen Chamäleon-Kollegen – hier Wilfried Junk (links) und Wolfgang Grabus – die ehemalige Schlemmer- zur neuen Kulturkuppel um.
Oliver Graubs (rechts) baut derzeit mit seinen Chamäleon-Kollegen – hier Wilfried Junk (links) und Wolfgang Grabus – die ehemalige Schlemmer- zur neuen Kulturkuppel um.
Foto: Jörg Niebergall

Neuwied – Die ehemalige Schlemmerkuppel direkt gegenüber dem Neuwieder Schloss gibt derzeit ein trauriges Bild ab. Das aber soll sich ändern. Denn das Gebäude, das einst Kneipen, Restaurants und zwischenzeitlich auch mal einen Sexshop beherbergte, soll wiederbelebt werden – kulturell! Unter Federführung von Oliver Grabus haben sich die Mitglieder des Theater- und Kulturvereins Chamäleon – Alles nur Theater an die Arbeit gemacht, die fast leer stehende Passage am Schloss zu entrümpeln und umzubauen.

Rund vier Baucontainer voll mit Müll haben die Schauspieler laut Grabus bereits entsorgt, darunter Fässer mit uraltem Fett. Und mittlerweile haben auch die Renovierungsarbeiten begonnen, die die Vereinsmitglieder, unterstützt von fürstlich-wiedischer Verwaltung, Sparkasse und Stadtwerken, in Eigenarbeit leisten.

Und sie haben sich viel vorgenommen: So sollen Veranstaltungs- und Probenflächen für das Ensemble und seine Workshops entstehen, Räume, die für Feiern vermietet oder Ausstellungen genutzt werden können, ein Vorverkaufs- und Vorstandsbüro sowie als Besonderheit ein Horrorhaus.

Letzteres soll vor allem in dem Altbauteil des Gebäudekomplexes entstehen, der von der Kirchstraße aus begehbar ist (gelbes Haus). Die genaue inhaltliche Konzeption des Horrorhauses, in das der Verein als Erstinvestition rund 10 000 Euro stecken will, steht noch nicht. Klar ist allerdings, dass es sich nicht nur um ein Angebot für Kinder, sondern eher für erwachsene Besucher handeln soll.

Wie Grabus erzählt, waren die Chamäleon-Mitglieder schon lange auf der Suche nach einem neuen Domizil. „Bei fünf bis sechs Produktionen im Jahr braucht man entsprechende Probenräume“, sagt er. Citymanager Jochen Tautges habe dann die Idee mit der alten Schlemmerkuppel gehabt und den Kontakt zum Immobilienbesitzer, Carl Fürst zu Wied, hergestellt.

Der hat sich laut Grabus „sehr aufgeschlossen gezeigt, es dem Gemeinwohl zur Verfügung zu stellen“. „Er hat mir gesagt, dass es schön wäre, wenn sich das Haus in fünf Jahren selbst trägt. Das zeigt ja seine Haltung, dass es ihm nicht in erster Linie ums Geldverdienen geht. Ich denke, er ist vor allem an einem positiven Image dieses direkt vor seiner Haustür liegenden Gebäudes interessiert.“

Doch auch wenn der Fürst den Schauspielern offensichtlich entgegengekommen ist, die Finanzierung des Projektes Kulturkuppel bleibt ein nicht endgültig gelöstes Problem. „Bis zum 31. Dezember steht sie, danach müssen wir schauen, wie es gelaufen ist“, sagt Grabus, der hofft, weitere Unterstützer und Spender für das Chamäleon-Großprojekt zu gewinnen. Überhaupt hätte er reichlich Ideen für das Gebäude, die allerdings ohne zusätzliche Hilfen nicht realisierbar sind. „Was könnte man hier für ein tolles Ambiente schaffen“, schwärmt er von der Galerie im Inneren, sagt aber gleichzeitig, dass der Verein diese nicht selbst renovieren kann.

Das ist im Einzelnen geplant:

Untergeschoss: Hier ist vor allem entrümpelt worden. Nach einer Grundreinigung und einer leichten Renovierung soll ein rund 250 Quadratmeter großer Veranstaltungsraum entstehen, der beispielsweise für Aufführungen, Kinderzirkus, Workshops, Poetry-Slam-Abende und Info- sowie Tauschmärkte genutzt werden kann.

Erdgeschoss: Im Ladenlokalteil, dessen Eingang direkt gegenüber dem Schloss liegt, soll das Chamäleon-Infocenter entstehen. Hier will der Verein für sich ein Werbeschaufenster schaffen und gegebenenfalls auch ein Ticketcenter oder eine Abendkasse einrichten. Im hinteren Teil ist außerdem Platz für ein Vorstandsbüro.

Ehemals Schlosskeller/ California-Eck/Elchkeller: Die ehemalige Kneipe mit großem Thekenbereich soll mit einfachen Mittel wieder hergerichtet und für private Feiern vermietet werden. Hier ist dann Platz für 50 bis 70 Gäste. Ansonsten soll hier auch eine Szene im Rahmen der Horrorhausführung stattfinden.

Ehemaliges Restaurant African (mit Eingang zur Kirchstraße): Auch diese Räumlichkeiten (inklusive Küche) sollen so hergerichtet werden, dass sie für rustikale Privatfeiern vermietbar sind. Bestuhlt würde der Raum Platz für 60 bis 80 Leute bieten. Eine gemeinsame Anmietung mit dem ehemaligen Schlosskeller soll möglich sein. Der Raum soll bereits Ende Januar fertig sein.

Obergeschoss: Hier soll laut Grabus das Herzstück entstehen, sprich die Räumlichkeiten, die Chamäleon selbst für seine Theater-Workshops und Proben nutzt. Die Eröffnung soll dann am 5. Februar stattfinden. (ulf)

Weitere Informationen zum Verein und dem Projekt Kulturkuppel gibt Oliver Grabus, Telefon 0170/778 67 32, oder per E-Mail an die Adresse info@alles-nur-theater.de

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