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Koblenz/VG Dierdorf

Freundin wollte mit Drogen nichts zu tun haben

Er blickt auf eine lange Drogenhistorie zurück: Jetzt muss sich der 24-jährige Angeklagte aus der VG Dierdorf vor dem Landgericht Koblenz des Drogenhandels im Zeitraum zwischen Mai und Juni verantworten. Dabei hat der Mann eine turbulente Vergangenheit. Neben einschlägiger Konsumerfahrungen und einer Wiederbelebung im vergangenen Jahr wurde der Beschuldigte laut eigenen Angaben an seinem Ausbildungsplatz Opfer sexuellen Missbrauchs.

Symbolbild: dpa
Symbolbild: dpa

Von unserer Mitarbeiterin Julia Fourate

Die Drogen habe er genommen, um seine Probleme zu vergessen. Trotzdem seien das Trauma des Missbrauchs und die Trennung von seiner 3-jährigen Tochter immer wieder hochgekommen. Nachdem er im September 2014 während seines Urlaubs in Bulgarien nach einer Überdosis wiederbelebt werden musste, habe er seinen Konsum anschließend gezügelt, sich aber gleichzeitig mit Alkohol über Wasser gehalten. "Ich habe zeitweise eine halbe Kiste Bier am Tag getrunken", erklärte der Angeklagte dem Gericht. Er sei bereits mit 16 Jahren erstmals mit Drogen in Kontakt gekommen, habe Cannabis geraucht und neben Amphetaminen und Ecstasy mit 18 Jahren zu koksen begonnen.

Während seiner Ausbildung sei er dann am Arbeitsplatz sexuell missbraucht worden. Das Verfahren gegen den Peiniger wurde eingestellt. Infolge des Missbrauchs quälte der junge Mann sich fortan zu seiner Arbeitsstelle, die er mehrfach wechselte. Die Erinnerung an die Geschehnisse sei laut eigenen Angaben dafür verantwortlich gewesen, dass er bereits vor Dienstbeginn zu trinken begonnen habe. Außerdem sollen auch bereits am Morgen Drogen konsumiert worden sein.

Die Anklage legt dem 24-Jährigen nun zur Last, sich im Mai dazu entschlossen zu haben, Handel mit den von ihm selbst konsumierten Ecstasy-Pillen und Amphetaminen betrieben zu haben. Die Polizei fand in seiner Wohnung, die er sich mit der damaligen Freundin teilte, neben den beachtlichen 60 Pillen und gut 80 Gramm Amphetaminen auch einen Elektroschocker sowie einen Schlagring und ein Messer. "Das Messer brauchte ich für meine Arbeit", erklärte der junge Mann.

Seine damalige Freundin war es auch, die schließlich die Polizei alarmierte. Nachdem es zwischen den beiden zu einem Streit gekommen war, rief die 22-Jährige die Ermittler in die gemeinsame Wohnung, sodass der Angeklagte in Panik mitsamt seinem Hund und dem Ecstasy flüchtete. Die Freundin habe laut Aussage des Angeklagten von dem Drogenhandel profitiert. "Wir haben gemeinsam konsumiert. Sie war dabei, wenn die Deals abgeschlossen wurden", erläuterte der Angeklagte.

Das bestritt die junge Frau im Zeugenstand vehement. "Ich wollte mit der Sache nichts zu tun haben", gab sie an. Auf Nachfrage des Gerichts räumte sie allerdings ein, von den Drogengeschäften gewusst und auch selbst bereits konsumiert zu haben. "Wenn Sie nichts mit Drogen zu tun haben und gleichzeitig der Polizei zwei Päckchen Amphetamine aushändigen, passt irgendetwas nicht zusammen", erklärte Richterin Monika Fay-Thiemann.

Die Zeugin gab schließlich an, nichts mehr sagen zu wollen. Die Verhandlung wird am 22. Dezember fortgesetzt.

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