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    Idar-Oberstein

    JAM: Jugendliche diskutierten mit Politikern

    Viele Schulen sind marode, Kindergärten müssten dringend saniert werden. Man kennt das Problem, es drückt und ist ein Thema, das im derzeitigen Bundestagswahlkampf immer mal wieder zur Sprache kommt.

    Es klingt umso drängender, wenn Mädchen von gerade mal 13 Jahren Politiker auf die Zustände in ihrer Schule ansprechen. So wie Alisa und Tabea, die im JAM, dem Jugendzentrum am Idarer Marktplatz, in einer Wahlkampfveranstaltung von Tisch zu Tisch gingen und den Politikern vom Zustand in ihrer Schule erzählten, dem Kirner Gymnasium. Der Kreisjugendring Birkenfeld brachte, wie er es schon seit Jahren zu tun pflegt, Jugendliche und Politiker zusammen, ließ sie unter dem Motto „Rockt die Politik!?“ in lockerer Atmosphäre an Stehtischen miteinander diskutieren, zwischendurch spielt eine junge Band: Dieses Jahr standen Aid Kit aus Birkenfeld auf der Bühne. Sechs Politiker hörten sich an, was die Jugendlichen drückte. Nicht eingeladen: die AfD. Der Kreisjugendring hatte dies in seinen bisherigen Wahlkampfveranstaltungen so gehandhabt und hielt sich auch diesmal daran: Die AfD soll nicht mit Jugendlichen diskutieren.

    Genau genommen sind Alisa und Tabea mit ihren 13 Jahren noch keine Jugendlichen, sondern Kinder – bis sie zur Wahl gehen können, dauert es noch einige Jahre, aber sie wollen von ihrem Anliegen reden. Die beiden gehen aufs Kirner Gymnasium, sie nennen es „baufällig“, es gebe Probleme mit Decken, mit Toiletten, mit allem, was auch in vielen anderen Schulen mit den Jahren zum Pro-blem geworden ist.

    Joe Weingarten, der SPD-Bundestagskandidat im Wahlkreis Bad Kreuznach/Birkenfeld, erklärt, was seine Partei tun will: Das für die Investitionen notwendige Geld solle direkt vom Bund an die Kommunen geleitet werden, ohne den Weg übers Land. Das ist bekannt, aber die Länder wollen sich nicht in ihre Kulturhoheit hineinreden lassen.

    Den Mädchen ist egal, welche Wege das Geld nimmt, viel wichtiger ist ihnen, dass ihr Gymnasium etwas von den Investitionssummen abbekommt. Weingarten weist darauf hin, dass die Schulleiter dafür kämpfen müssen und nicht nachgeben dürfen. „Wer am lautesten schreit, bekommt die meiste Aufmerksamkeit.“ CDU-Bundestagskandidatin Antje Lezius hatte gerade erst die aktuellen Zahlen für Rheinland-Pfalz auf den Schreibtisch bekommen: Im Investitionsprogramm 2015 bis 2018 seien dem Land fast 26 Millionen bereitgestellt worden, doch bis zum 31. Juli seien von Rheinland-Pfalz erst 6,3 Millionen abgerufen worden. Die Zahlen sind noch frisch, sie will jetzt prüfen, warum das Geld nicht von Mainz angefordert worden ist.

    Die ersten Punkte an diesem Abend gingen an Manuela Holz von den Linken: Als die Band Aid Kit auf der Bühne „Summer of 69“ von Bryan Adams spielte, tanzte sie mit einer Jugendlichen – das machte Eindruck. In den Diskussionsrunden erzählten ihr Jugendliche, welche Probleme sie haben, einen Ausbildungsplatz zu bekommen. „Die Probleme müssen wir sehr ernst nehmen“, sagt sie. „Denn ihr seid die Zukunft. Das ist mir wichtig.“ Matthias Keidel (FDP) stellte das von seiner Partei entworfene Programm „Kindergeld 2.0“ vor: Im Kern geht es darum sicherzustellen, dass die Leistungen auch bei den Kindern ankommen – und nicht bei den Eltern. Auch die schlechten Busverbindungen waren an seinem Tisch ein Thema.

    Herbert Drumm (Freie Wähler Rheinland-Pfalz) sind die von Gesellschaft und Unternehmen schon vor Jahrzehnten angestoßenen hohen Anforderungen an die Jugendlichen ein Dorn im Auge. Man braucht Abitur, die Eltern verlangen es, die Unternehmen auch. Das Anspruchsdenken führt zur Überforderung der Schüler und zur Absenkung des Niveaus im Gymnasium. „Wir brauchen neue Ideen“, sagt Drumm.

    Die Grünen hatten für die erkrankte Christiane Wayand den 22-jährigen Paul Bunjes aus Kaiserslautern in die Diskussion geschickt. An seinem Tisch sprachen zwei Flüchtlinge aus Syrien und Afghanistan von ihren Problemen. Beide sind 18 Jahre alt und gehen aufs Gymnasium. Solange sie in Schule und Ausbildung sind, sagt Bunjes, sind sie sicher vor Abschiebung.

    Von unserem Mitarbeiter Karl-Heinz Dahmer

    Idar-Oberstein Birkenfeld
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