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Idar-Oberstein

Entscheidung über Kohl-Platz: CDU hofft im Stadtrat auf klares Ja

Kurt Knaudt

Heißt der Platz Auf der Idar in Oberstein zukünftig Helmut-Kohl-Platz? Darüber soll am Mittwochabend im Stadtrat entschieden werden. Armin Korpus, der Vorsitzende der CDU-Stadtratsfraktion, hofft in der um 17.30 Uhr beginnenden Sitzung auf breite Zustimmung für seinen Vorstoß. Wenn alles glatt läuft, soll der Platz nach seinen Vorstellungen am 3. Oktober, dem Tag der deutschen Einheit, im Rahmen einer Feier umbenannt werden. Doch es gibt längst nicht nur Befürworter.

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UMFRAGE Helmut-Kohl-Platz in Oberstein?

Die CDU-Fraktion will den Platz Auf der Idar in Oberstein nach Helmut Kohl zu benennen. Gute Idee?

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5%
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Bin dagegen
91%
1680 Stimmen
Ist mir egal
4%
64 Stimmen

Bei einer Online-Umfrage unserer Zeitung sprachen sich am Dienstag bis Redaktionsschluss 85 Prozent gegen und nur 11 Prozent für die Namensänderung aus. 4 Prozent der bis dato insgesamt mehr als 650 Teilnehmer ist es egal. Korpus verweist richtigerweise darauf, dass diese Abstimmung nicht repräsentativ ist. Zudem seien von den klassischen CDU-Wählern nur wenige im Internet unterwegs.

Er räumt auch ein, dass jüngere Leute vielleicht mit dem Namen des Kanzlers der Einheit nicht viel anfangen können. „Wir lassen uns dadurch aber nicht von unserer Linie abbringen.“ Zumal ihm von einzelnen Stadtratsfraktionen bereits Unterstützung signalisiert worden sei. Ansonsten habe er selbst keinerlei Reaktionen zu dem Plan erhalten – was Korpus positiv bewertet. Er geht dabei von einer schweigenden Mehrheit für den Helmut-Kohl-Platz aus.

Ein besonderer Auftritt: Im Oktober 1992 eröffnete Helmut Kohl als Bundeskanzler in den Budau-Hallen die 9. Intergem.  Foto: Archiv Hosser
Ein besonderer Auftritt: Im Oktober 1992 eröffnete Helmut Kohl als Bundeskanzler in den Budau-Hallen die 9. Intergem.
Foto: Archiv Hosser

Korpus: Es geht um den Staatsmann

Entscheidend wird heute im Stadtrat sein, wie sich die SPD-Fraktion verhält. Die hat sich ihre Meinung gestern Abend bei einer internen Sitzung gebildet. Im Vorfeld gab es bei den Genossen wegen der Spendenaffäre dem Vernehmen nach auch kritische Stimmen zu dem Thema. Zumal die CDU den Vorschlag in den Raum gestellt hat, ohne ihn vorher mit anderen Fraktionen abzustimmen. Die Sozialdemokraten werden sich aber dennoch schwer tun, den Antrag als Fraktion komplett abzuschmettern: Denn schließlich gibt es in Oberstein am Bahnhof bereits einen nach Willy Brandt benannten Platz. Und da habe man seinerzeit auch mitgezogen, betont Korpus.

Er räumt ein, dass das Gedenken an den verstorbenen Altkanzler zurzeit etwas überschattet wird von den Querelen zwischen Kohls zweiter Frau und seinen Söhnen. Aber das müsse man von seiner Bedeutung als Staatsmann trennen. „Uns geht es um sein Lebenswerk und seine Verdienste, die unbestritten sind“, unterstreicht der Fraktionsvorsitzende.

Im Internet stößt das auf wenig Gegenliebe: Etliche sehen keinen Bezug zu Idar-Oberstein. Manche bringen andere Namen ins Gespräch: Helmut Schmidt, Bruce Willis und den früheren OB Erwin Korb. Einer schlägt wegen Kohls Verhalten in der Spendenaffäre mit einem gewissen Sarkasmus gar vor, den Platz auf der Idar zukünftig „Bimbes-Platz“ zu nennen.

KSK: Wiederbelebung wichtiger

Und was sagt die dort ansässige Kreissparkasse? „Die Namensgebung ist für mich absolut zweitrangig. Für viel wichtiger halte ich eine nachhaltige Belebung dieses zentralen Platzes“, macht Vorstandssprecher Joachim Köls deutlich. Als er vor rund 20 Jahren nach Idar-Oberstein kam, florierte der Karstadt-Vorplatz noch. Doch die Entwicklung nach dem Aus für Hertie stimmt nicht nur ihn traurig.

Man darf also auf die Diskussion heute Abend im Stadtrat gespannt sein. Rückendeckung erhält die CDU vorab nicht ganz unerwartet von der eigenen Bundestagsabgeordneten Antje Lezius. „Mit dem Tod von Helmut Kohl, dem Kanzler der Einheit, ist einer der größten Politiker der Nachkriegszeit von uns gegangen. Im Bundestag kommt in diesen Tagen oft das Gespräch auf ihn und seine Verdienste. Ich finde es nur richtig, dass auch bei uns wie in so vielen Gemeinden in Deutschland ein Platz nach ihm benannt werden soll“, schreibt sie in einer Pressemitteilung.

Darin erinnert sie auch daran, dass der Bundeskanzler dort 1992 im Landtagswahlkampf aufgetreten ist. Es gebe auch Stimmen, dass der Platz nicht repräsentativ genug sei, berichtet Lezius. „Natürlich könnte er etwas ansehnlicher sein, aber das lässt sich ja ändern.“ Der Anlass biete die Chance, das gemeinsam anzugehen und eine Lösung zu finden, meinte die Bundestagsabgeordnete. Wie das konkret aussehen könnte, verrät sie allerdings nicht.

Von Kurt Knaudt

Idar-Oberstein Birkenfeld
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