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    Weinlese in Cochem-Zell: So fällt die Zwischenbilanz aus [Mit Video]

    Klarer Fall: Während der Traubenlese packt im Müdener Weingut Dehen die ganze Familie mit an. Anna-Maria Dehen (24), bis vor Kurzem Gebietsweinprinzessin der Mosel, kümmert sich in diesem Jahr vor allem um die Arbeit im Keller. „Wir stehen derzeit noch am Anfang der Rieslinglese“, erzählt sie, „haben einen Großteil vorgelesen, entblättert und faule Trauben herausgeschnitten.“ Die erste Zwischenbilanz fällt relativ gut aus, die Mostqualität stimmt auf jeden Fall. Die Menge hingegen ist eher durchschnittlich – bei manchen Rebsorten gar deutlich unterdurchschnittlich. Verantwortlich dafür sind vor allem späte Frostnächte um den 20. April herum. Ähnlich wie in Müden sieht das Bild vielerorts an der Mosel aus.

    Ungefähr sechs Hektar bestockte Fläche bewirtschaftet das Müdener Weingut Dehen. Die frühen Rebsorten – Gewürztraminer, Müller-Thurgau, Kerner, Weiß- und Grauburgunder, Spätburgunder und Dornfelder – sind schon gelesen. „Wobei der Gewürztraminer in diesem Jahr richtig gelitten hat“, hält Anna-Maria Dehen fest. Gelitten unter spätem Frost.

    Darüber hinaus war das Frühjahr sehr trocken, und im Sommer ging es dafür immer wieder sehr feucht zu. „Mein Papa musste immer wieder genau abpassen, wann in den Wingerten gespritzt werden musste“, sagt Anna-Maria Dehen. Damit die Trauben von Pilzkrankheiten verschont bleiben. „Er hat einfach ein Händchen dafür.“

    Auch deshalb kann ihr Vater, Elmar Dehen, seine Hände derzeit darauf verwenden, Rieslingtrauben zu lesen. Genau wie Anna-Maria Dehens jüngere Schwestern Theresa und Elisabeth oder auch ihre Oma Marga. Sobald es zur Lese in den Wingert geht, kribbelt es der 78-Jährigen in den Fingern. Sie will mit anpacken und zu tun gibt es noch genug – vor allem in den Steillagen. „Hier lassen wir uns noch etwas Zeit und wollen die Trauben auch noch ein wenig hängen lassen“, so Anna-Maria Dehen, die mit ihrem Weinbaustudium in Geisenheim so gut wie durch ist. Dabei stimmen die Mostgewichte gerade aus den Steillagen schon jetzt. 97 Grad Oechsle haben Dehens in der Spitze schon gemessen. Doch auch sonst gibt's solide Basisqualitäten von 82, 83 Grad Oechsle.

    Diese bestätigt auch der Cochemer Winzer Rolf Haxel, Präsident des Weinbauverbands Mosel. Flussauf, flussab hört man vergleichbare Zwischenbilanzen. „Es wird deutlich weniger geerntet als in guten Jahren“, konstatiert er. Das liegt zum einen am erwähnten späten Frost. Zum anderen gibt es allerdings auch nennenswerte Schäden durch Wildfraß. Wildschweine, Muffelwild, aber auch Vögel bedienen sich fleißig an den Trauben. Ein Grund dafür sei, „dass die Tiere sonst so gut wie keine Früchte finden“, sagt Haxel. Die Ernte bei den frühen Rebsorten lässt in seinen Augen „gute Mittelklasseweine“ erwarten. Generell habe die Lese zwei bis drei Woche früher begonnen als in früheren Jahren.

    Bereits in dieser Woche will der Zeller Winzer Karlheinz Weis mit der Lese fertig sein. Von der Menge her „liegen wir bei gut unter 100 Hektoliter pro Hektar, ich schätze bei circa 8000 Liter pro Hektar“, hält er fest. Für die relative geringen Mengen ist Väterchen Frost zwar mitverantwortlich, aber auch das Wild habe ihm zum Teil herbe Verluste zugefügt. So seien in einem Kerner-Wingert beispielsweise 40 Prozent abgefressen worden.

    Die Qualitäten allerdings könnten sich sehen lassen. Bei deutlich mehr als 80 Grad Oechsle lägen die Mostgewichte der zuletzt gelesenen Sorten, sagt Weis, der insgesamt rund sieben Hektar bewirtschaftet. Während der Säuregehalt mit nur 9,5 bis zehn Gramm pro Liter moderat sei. Insofern erwartet Weis einen „kleinen, aber feinen Jahrgang 2017“. Ganz vergleichbar schätzt das die Müdenerin Anna-Maria Dehen ein. Im Keller reduziert sie den Säuregehalt, der mitunter bei zwölf Gramm pro liegt, auf zunächst circa zehn Gramm. Am Ende geht's noch einmal runter auf sieben bis acht Gramm pro Liter. Familie Dehen will mit der Lese bis zum Ende der Herbstferien fertig sein. Für Anna-Maria Dehen steht fest: „Es wird ein Weinjahrgang, auf den man sich freuen darf.“

    Von unserem Redakteur David Ditzer

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