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    Büchel

    Seit gestern wird Büchel blockiert

    Seit Sonntagmittag blockieren zahlreiche Atomwaffengegner den Fliegerhorst in Büchel. 24 Stunden lang soll bis Montagmittag der Luftwaffenstützpunkt musikalisch lahmgelegt werden, um so im Vorfeld der Bundestagswahl Druck für den Abzug der Atomwaffen aus Deutschland auszuüben.

    Von Dieter Junker

    "Es gibt nichts Gefährlicheres als Atomwaffen. Und es gibt keinen Grund, dass sie hier noch liegen", meinte Claudia Roth, die Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, vor dem Haupttor. Gemeinsam mit Bundestags- und Landtagsabgeordneten ihrer Partei war auch sie nach Büchel gekommen, um die Blockierer zu unterstützen.

    Sie finde es nicht in Ordnung, dass hier Bundeswehr-Soldaten den Einsatz mit Atomwaffen üben würden, meinte sie. Die Bundesregierung habe sogar im Koalitionsvertrag deren Abzug festgeschrieben, doch passiert sei seitdem nichts, kritisierte Roth. "Im Gegenteil. Die Waffen hier sollen nun sogar modernisiert werden, nicht abgerüstet", sagte sie. Stattdessen wäre es besser, den amerikanischen Präsidenten beim Wort zu nehmen. "Obama will ja die atomare Abrüstung, dann fangen wir doch in Büchel an", erklärte die Grünen-Vorsitzende und sprach sich für ein weltweites Verbot von Nuklearwaffen aus.

    Überwältigt von den Blockierern zeigte sich die Schauspielerin Barbara Rütting. "Wir sind noch da, die Friedensbewegung ist noch da", freute sich die 85-Jährige, die vor 30 Jahren bereits in Mutlangen bei der sogenannten Prominentenblockade den dortigen Atomwaffen-Stationierungsort blockierte. Und sie machte den Anwesenden Mut: "Unser Mut wird langen, nicht nur in Mutlangen, sondern auch in Büchel." Wer den Frieden wolle, müssen den Frieden vorbereiten und sich für eine friedliche Zukunft einsetzen. "Und die Friedensbewegung war schon erfolgreich", meinte sie mit Blick auf den Abzug der Mittelstreckenwaffen vor 25 Jahren oder das Aus für die WAA in Wackersdorf. Rütting: "Wir haben doch schon was erreicht." Und sie kündigte an: "So lange ich noch atmen kann, werde ich weitermachen."

    "Es ist fünf vor zwölf", betonte Dr. Elke Koller von der örtlichen Friedensgruppe. Und es sei höchste Zeit, diese Atomwaffen in Büchel endlich abzuziehen, statt sie zu modernisieren. Sie erinnerte die Bundesregierung an ihr Versprechen in der Koalitionsvereinbarung, das noch nicht umgesetzt wurde. "Deshalb stehen wir hier", machte sie deutlich.

    Rund 650 Menschen waren nach Angaben der Veranstalter zum Auftakt der Blockade gekommen, die Polizei sprach dagegen von "höchstens 400". "Natürlich hätten wir uns über mehr Teilnehmer gefreut", meinte Roland Blach von der Kampagne "Atomwaffenfrei jetzt". Aber: "1996 haben wir mit ein paar Dutzend angefangen, wir haben auch langen Atem bewiesen all die Jahre und sind immer noch hier", gab er zu bedenken. Es seien alles kleine Schritte hin zum großen Ziel, dass die Atomwaffen aus Deutschland endlich verschwinden würden, machte er deutlich. Und er fügte hinzu: "Wir werden dann das letzte Mal hier sein, wenn die Atomwaffen aus Büchel weg sind."

    Während der Blockade ist auch die Polizei mit mehreren Einsatzkräften am Ort, ohne bisher jedoch einschreiten zu müssen. Ein Polizeisprecher sprach von einem "sehr friedlichen Verlauf".

    Mehr als ein Dutzend Musikgruppen nehmen an der Blockade der sieben Tore des Fliegerhorstes teil. Die Rocksängerin Nina Hagen, die ebenfalls in Büchel auftreten sollte, sagte am Sonntagvormittag allerdings ihre Teilnahme ab.

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    Cochem Zell
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