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Pünderich

Pündericher kämpfen lautstark für ihre Schule: Kleiner Grundschule droht das Aus


Mira Müller

„Die Schließung ist 'ne Schweinerei, die Schulen dürfen kleiner sein“, skandierten die Schüler der Grundschule Briedel-Pünderich lauthals auf ihrem Schulhof, angefeuert von ihren Eltern, Großeltern und Bürgern der Ortsgemeinde. Rund 200 Bürger aller Generationen hatten sich am Mittwochmittag auf den Weg gemacht, um gegen die drohende Schließung zu protestieren und ihre Solidarität mit ihrer Schule zu zeigen.

Quelle: YouTube (erweiteter Datenschutzmodus)

„Einige haben sich eigens freigenommen oder Termine verschoben, um dabei zu sein“, sagte Schulelternsprecherin Heike Lenz. Im Januar vergangenen Jahres wurde bekannt, dass die Pündericher Grundschule eine von vielen von der Schließung bedrohten Grundschulen in Rheinland-Pfalz ist. Seitdem setzte Lenz mit ihren beiden Mitstreiterinnen des Schulelternbeirats, Michaela Linden und Esther Dahm, alle Hebel in Bewegung, um für den Erhalt der Schule zu kämpfen – und erhielt dabei große Unterstützung der Eltern. Alle Anstrengungen gipfelten nun in der medienwirksamen Demonstration auf dem Schulhof.

Schulleiterin Stephanie Mainka ist überwältigt in Anbetracht der großen Beteiligung der Bürger. Es war zu spüren, dass für alle Anwesenden der Erhalt der Schule eine Herzensangelegenheit und eine Investition in die Zukunft ist. Mainka unterrichtet seit 1997 an der Schule, „natürlich nehmen im Rahmen des demografischen Wandels die Schülerzahlen ab“, gibt sie unumwunden zu. Doch für die Infrastruktur des Dorfes ist die Schule sehr wichtig. Deswegen wird seit dem Schuljahr 2016/2017 sukzessive eine betreuende Grundschule aufgebaut: Schüler haben derzeit die Möglichkeit, bis 13 Uhr in der Schule betreut zu werden. „Und es ist für kommendes Schuljahr angedacht, wenn es uns dann noch gibt, die Betreuung über die Mittagszeit hinaus auszuweiten“, berichtet Mainka.

Dass nur so wenige Schüler die Einrichtung in Pünderich besuchen, sei kein Problem – weder bei der Bildung noch bei dem Erlernen sozialer Kompetenzen gebe es laut Mainka Nachteile. „Die Qualität der Schule wird jährlich von den weiterführenden Schulen zurückgemeldet“, berichtete die Schulleiterin.

Zum Hintergrund: Nach einer Überprüfung durch das Bildungsministerium in Rheinland-Pfalz zusammen mit der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) wurde beschlossen, das neun Grundschulen in Rheinland-Pfalz geschlossen werden sollen. Unter ihnen die Grundschule Briedel-Pünderich, deren 26 Schüler (Stand 23. November 2017) in zwei Klassen unterrichtet werden (die Klassen eins und zwei sowie drei und vier wurden zusammengelegt). Laut Schulgesetz gibt es jedoch eine Mindestgröße für Grundschulen: Es sollte jeweils eine Klasse je Stufe geben. Darüber hinaus spielt aber auch die Anzahl der Schüler eine Rolle bei der Bewertung.

Und genau dort liegt ein Knackpunkt: „Die Zahlen, die der ADD vorgelegen haben, stimmen so nicht“, berichtet Karl Heinz Simon, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Zell, „die aktuellen Schülerzahlen sind höher.“ Aus diesem Grund habe sich die Verwaltung noch einmal mit Mitarbeitern der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion zusammengesetzt und die drohende Schließung der Grundschule in einem dreistündigen Gespräch erörtert. Darüber hinaus stimme die Bezugsgröße des Schulbezirks nicht, denn Briedel sei schulbezirksmäßig geteilt, berichtet Simon, ein Teil der Briedeler Kinder wird den Grundschulen in Sohren und Büchenbeuren zugerechnet. Nun werden die neuen Fakten ein weiteres Mal durch die ADD geprüft, doch optimistisch blickt Simon nicht in die Zukunft: „Das Gespräch verlief nicht sehr positiv“, sagte er im Gespräch mit unserer Zeitung.

Für den Fall, dass die ADD beschließt, dass die Grundschule Briedel-Pünderich zum neuen Schuljahr hin geschlossen wird, startet ein Anhörungsverfahren, in dem die Verbandsgemeinde noch mal gehört wird, erläutert VG-Bürgermeister Simon. Er geht davon aus, dass der Verbandsgemeinderat einer Schließung der Schule nicht zustimmen wird.

Von unserer Redakteurin Mira Müller

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