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Büchel

Proteste in Büchel gehen nun in die heiße Phase

Dieter Junker

Seit Ende März laufen die Proteste der Friedensbewegung in Büchel. Seit dem Ostermarsch mit immerhin fast 400 Teilnehmern war es ruhiger geworden, doch in den kommenden Wochen stehen nun wieder größere Aktionen an. Den Auftakt für eine etwas heißere Phase macht nun die Protestwoche der Ärzte zur Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) und des Netzwerkes Ican, das im vergangenen Jahr den Friedensnobelpreis erhielt, ebenso wie IPPNW bereits 1985.

Acht Tage lang wird es rund um Büchel mehrere Veranstaltungen und Proteste geben. Start ist am kommenden Samstag, 15 Uhr. Am Sonntag folgt dann ein größeres Symposium „Atomwaffen raus aus Europa“. Referenten sind dabei Leo Hoffmann-Axthelm, Mitbegründer von Ican Deutschland und in der Lobbyarbeit in Brüssel tätig, dann Susi Snyder, die der internationalen Ican-Leitungsgruppe angehört und zahlreiche Dokumentationen veröffentlicht hat. Dritter Redner ist der Politikwissenschaftler Willem Staes, der für die katholische Friedensbewegung Pax Christi in Flandern arbeitet. Das Symposium ist in unmittelbarer Nähe zum Haupttor des Fliegerhorstes und beginnt um 11 Uhr. In den folgenden Tagen soll es dann Mahnwachen, aber wohl auch Blockadeaktionen an den Zufahrten zum Fliegerhorst geben.

Für den 20. Juni ist eine Umrundung des Fliegerhorstes mit einem Abschluss am Haupttor geplant, am 21. Juni sollen in mehreren Orten rund um den Fliegerhorst Infotische zum Thema Atomwaffen aufgestellt werden. Abends soll es zwei zentrale Infoveranstaltungen in Kaisersesch und in Cochem geben. Für den Samstag, 23. Juni, ist dann ab 11 Uhr ein Abschlussfest am Haupttor des Fliegerhorstes geplant. Außerdem gibt es an allen Wochentagen ab 6 Uhr Mahnwachen an den Zufahrten zum Fliegerhorst.

Mit ihrer Aktion wollen die beiden Friedensgruppen laut Aufruf auf die „völkerrechtswidrige Stationierung von Atomwaffen hinweisen und Druck machen, damit Deutschland sich dem Atomwaffenverbot anschließt“. „Während immer mehr Staaten das internationale Atomwaffenverbot unterschreiben und ratifizieren, hält Deutschland an der nuklearen Teilhabe fest und akzeptiert die Stationierung von US-Atombomben in Büchel“, kritisiert Angelika Wilmen, die Pressesprecherin von IPPNW. Mit der Aktionswoche solle daher nun der Druck auf die Bundesregierung erhöht werden. Zur Teilnahme an dem Symposium hat auch der SPD-Europaabgeordnete Norbert Neuser aus Boppard aufgerufen. „Am Standort Büchel in der Eifel lagern die letzten US-amerikanischen Atomwaffen auf deutschem Boden.

Die Friedensinitiative Ican, die im vergangenen Jahr den Friedensnobelpreis verliehen bekommen hat, macht sich auch im Rahmen dieses Symposiums dafür stark, dass sich Deutschland dem Atomwaffenverbot anschließt“, so Neuser. Als Abgeordneter des Europäischen Parlamentes, der sich für den Abzug der Atomwaffen aus Deutschland seit vielen Jahren einsetze, fühle er sich verpflichtet, für diese Veranstaltung zu mobilisieren: „Die SPD im Rheinland hat sich im Februar einstimmig für den Abzug der US-amerikanischen Atomwaffen von deutschem Boden eingesetzt“, unterstreicht der SPD-Europaabgeordnete.

Von unserem Mitarbeiter Dieter Junker

Weitere Aktionen der Friedensbewegung stehen an

In den kommenden Wochen sind weitere Aktionen geplant. Am Dienstag, 19. Juni, liest von 10 bis 12 Uhr die Kinderbuchautorin Sybille Tetsch öffentlich aus dem Buch „Emmy und der Kern der Dinge“, und zwar auf dem Platz vor der Skagerak-Brücke in Cochem.

Um 17 Uhr wiederholt sie dies im Versammlungszelt auf dem Camp vor dem Haupttor. Am 24. Juni feiert die evangelische Kirchengemeinde Maifeld um 10 Uhr einen Gottesdienst am Haupttor des Fliegerhorstes. Am 7. Juli gibt es einen kirchlichen Aktionstag, zu dem Christinnen und Christen aus sieben evangelischen Landeskirchen sowie aus Pax Christi aufrufen. Im Gottesdienst wird dabei der EKD-Friedensbeauftragte Renke Brahms (Bremen) die Predigt halten, anschließend ist eine Kundgebung vorgesehen. Einen Tag später startet ein einwöchiges internationales Jugendcamp in Büchel mit Jugendlichen aus mehreren Länden. Die Protestaktionen, die seit 20. März laufen, gehen noch bis zum 9. August, dem Gedenktag an den Atombombenabwurf auf Nagasaki vor 73 Jahren. dj

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