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    Podiumsdiskussion in Cochem: Welcher Kandidat hat denn die Nase vorn?

    Ein Kreuz soll es für die Wähler in der Verbandsgemeinde Cochem nicht sein mit der Direktwahl ihrer neuen Bürgermeisterin oder ihres Bürgermeisters am Sonntag, 24. September. Mit Freude sollen sie eine fundierte Entscheidung fällen. Auch deshalb haben sich die fünf Kandidaten – Stephanie Balthasar-Schäfer (CDU), Hans Bleck (SPD) sowie die frei antretenden Wolfgang Lambertz, Peter Michels und Daniel Schawo – am Montag einer munteren Podiumsdiskussion der Rhein-Zeitung im Cochemer Kapuzinerkloster gestellt. Überraschende Erkenntnis: So klar wie kein anderer unterstrich Hans Bleck für die Zeit nach einem möglichen Wahlsieg: „Ein radikaler Umbau der Verwaltung kommt für mich nicht in Betracht.“

    Rund 250 Menschen kamen ins ehemalige Kloster, manche mussten der Debatte im Stehen folgen. Moderator Thomas Brost, Leiter der RZ-Lokalredaktion Cochem, führte die Teilnehmer der Diskussionsrunde gut vorbereitet und unterhaltsam durch eine Reihe von Themen, die für die Zukunft der VG Cochem wichtig sind: Tourismus/Freibäder, Verwaltung, Wirtschaft, Verkehr, Ärztemangel, kleine Grundschulen, Bundeswehrstandort Büchel. Die Fragen förderten viele Gemeinsamkeiten, aber auch – mehr oder minder deutliche – Unterschiede zwischen den Kandidaten zutage.

    Tourismus/Freibäder: Für Peter Michels muss die VG „ganz klar der Steuermann im Tourismus sein“, die die Tourist-Informationen in den Orten gut unterstützt. Er will, eine Idee des heutigen Kaisersescher VG-Chefs Albert Jung aufgreifend, die Burgen der Terrassenmosel stärker bewerben, auch im Zusammenspiel mit der Untermosel und dem Maifeld. Balthasar-Schäfer, Bleck und Lambertz erinnern daran, dass die momentan verworrene Organisations- und Bezahlstruktur im Tourismus eine ungelöste Baustelle aus den Fusionen Stadt Cochem/VG Cochem-Land und VG Cochem/VG Treis-Karden ist. Hier liefen „diffizile Gespräche“ (Lambertz), bei denen es auch die Interessen der Höhengemeinden zu berücksichtigen gelte. Lambertz, Balthasar-Schäfer und Bleck sind überzeugt, dass es gelingt, die Stadt Cochem und das Umland hier zu einen.

    Alle setzen auf hohe Qualitätsstandards im Tourismus. Aber: „Die schönste Werbebroschüre nützt uns nichts, wenn der Gast vor verschlossenen Türen steht, weil Köche oder Servicekräfte fehlen“, merkt Balthasar-Schäfer mit Blick auf den drohenden Fachkräftemangel an. Schawo setzt im Tourismus auf die „Verbindung von Ökologie und Verwaltung“ und kramt eine altbekannte Trias hervor, die man noch viel besser spielen könne: „Paddel, Pedes und Pedale“. Die drei Freibäder der VG (Treis-Karden, Cochem, Ellenz-Poltersdorf) wollen alle Bürgermeisterkandidaten unbedingt erhalten – trotz Defizits und hoher bevorstehender Investitionen. Michels will dazu etwa Fonds auflegen, in die Bürger und Unternehmen freiwillig einzahlen. Für Daniel Schawo ist hier das Unterstützungspotenzial durch Fördervereine noch nicht ausgereizt. Energetische Sanierungen und eine Weiterentwicklung können die Zukunftsfestigkeit der Freibäder aus Sicht der drei anderen Kandidaten erhöhen.

    Verwaltung: Ihre Kernaufgabe ist für Lambertz, „Dienstleister für die Ortsgemeinden zu sein“, und die Verwaltung müsse sich dem Bürger öffnen. Balthasar-Schäfer ist es besonders wichtig, dass die auf drei Standorte verteilten fünf Fachbereiche und ihre hoch motivierten Mitarbeiter „bald an einem Standort gemeinsam arbeiten“. Sie will verstärkt Gespräche mit ihnen suchen. Schawo schwebt vor, eine Leistungsschwelle bei jedem Mitarbeiter zu ermitteln. „Es darf keine Über-, aber auch keine Unterforderung geben.“ Er kann sich vorstellen, künftig auch nur mit vier statt fünf Fachbereichen zu arbeiten. Michels hat hier den radikalsten Ansatz: „Ich will die Zahl der Fachbereiche von fünf auf drei reduzieren.“ Allerdings gehe es darum, nicht um des Verschlankens willen zu verschlanken, sondern „effizient“, „um gut im Sinne der Ortsgemeinden arbeiten zu können“. Hans Bleck dagegen sieht den „großen Dampfer“ in die richtige Richtung fahren. „Mein Schwerpunkt liegt nicht in der laufenden Verwaltung.“ Da halte man sich an Recht und Gesetz. Er wolle lieber Vorstellungen entwickeln, „wo die VG in 10, 15 Jahren stehen soll“.

    Bundeswehrstandort Büchel: Alle wollen ihn als großen Arbeitgeber erhalten, und zwar unabhängig davon, ob dort US-Atomwaffen vorgehalten werden oder nicht. Man müsse die Bundeswehr lieber auf der Suche nach einem Nachfolgewaffensystem für den Tornado in Büchel unterstützen. Das sagen Balthasar-Schäfer, Bleck und Lambertz. Michels haut bei diesem Thema das Zitat des Abends raus: „Ob meine Menschen in Faid, Dohr und Büchel dort weiter Arbeitsplätze haben oder ob sie nach Nörvenich umziehen müssen, das ist mir erst einmal wichtiger als der Weltfrieden.“

    Von unserem Redakteur David Ditzer

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