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Kaisersesch/Zettingen

Mehr als 1300 Spender geben Blut – für Cora

Es ist angesichts des traurigen Anlasses ein geradezu unglaubliches, aber auch wunderschönes Bild, das sich wenige Tage vor dem Fest der Liebe vor dem TGZ in Kaisersesch bietet. Der Andrang derjenigen, die sich für die 15-jährige Cora aus Zettingen typisieren lassen wollen, reißt auch nach Stunden nicht ab. Am Sonntagnachmittag bilden sich sogar Schlangen vor dem Eingang. "Wir sind wirklich sehr zufrieden, es läuft sehr gut", sagte Anita Fuhrmann vom Organisationsteam kurz vor dem Abschluss erfreut. Das Fazit: Mehr als 1300 Menschen zwischen 18 und 55 Jahren haben sich gestern typisieren lassen – und dabei 22 000 Euro gespendet.

Foto: Helmut Gassen

Von Helmut Gassen

Auch Cora hatte sich am Morgen per WhatsApp-Mail aus dem Krankenhaus gemeldet und sich bei allen Helfern vorab bedankt, wie der Zettinger Ortsbürgermeister Johannes Hammers berichtete. Die 15-Jährige hat zum zweiten Mal Blutkrebs und ist schwer erkrankt. Eine Stammzelltransplantation wäre ihre Rettung, doch der entsprechende Spender muss schnell gefunden werden. Doch Cora hat viele Freunde. Mitschüler der Realschule plus und der Fachoberschule Kaisersesch, gut 80 Helfer aus Zettingen, von der Freiwilligen Feuerwehr, dem Möhnenverein und Junggesellenverein, und viele andere standen gemeinsam mit der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) bereit, um ihr zu helfen. "Es ist Wahnsinn und klasse, dass so viele aus dem Dorf helfen wollen", sagte Ortsbürgermeister Hammes erfreut. Ein kleiner Piks, der fünf Milliliter Blut auffängt, kann Cora oder jemand anderem helfen. 22 Krankenschwestern, davon allein acht aus Zettingen und Ärzte wie Dr. Heidi Treiber standen bereit, um Blut abzunehmen.

Claudia Kasper aus Dünfus ist gern dabei. "Ich hätte das schon früher machen sollen. Cora ist die Tochter meiner Cousine", gibt sie preis. Nebenan bekommt Kerstin Ternes aus Forst von Sylvia Göbel eine kleine Menge Blut abgenommen. "Es ist schlimm genug, dass erst jemand aus der Nähe erkranken muss. Es ist eine Superaktion, mit der man vielleicht helfen kann", sagt sie. Auch für Sebastian Vogt aus Dünfus und Bastian Ellscheid aus Zettingen war es Ehrensache, sich typisieren zu lassen. "Ich kenne Cora selbst zwar nicht, aber es kann jeden treffen. Deshalb haben wir von den Pfadfindern uns auch alle entschlossen, hierhin zu kommen", so Bastian Ellscheid.

Foto: Helmut Gassen

Rund vier bis sechs Wochen wird es dauern, bis ein Ergebnis vorliegt und man aussagen kann, "ob der genetische Zwilling von Cora gefunden worden ist", erklärt Nicola Wenderoth von der Spenderneugewinnung bei der DKMS. 5,4 Millionen Typisierungen hat das DKMS bei sich, doch nur jeder fünfte Betroffene findet auch einen Spender – und damit die zweite Chance auf ein gesundes Leben. "Es gibt Menschen, die ewig warten", so Nicola Wenderoth. Mit den vielen Spenden der Aktion für Cora soll die Typisierung auch finanziert werden, etwa 40 Euro kostet eine Typisierung.

Cochem Zell
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