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Zell

Haushalt: VG Zell senkt ihre Umlage erneut

David Ditzer

Klar, so eine Verbandsgemeinde (VG) ist weder eine Bank noch eine Aktiengesellschaft. Trotzdem verglich der Erste Beigeordnete, Alois Hansen, das Zahlenwerk des Haushalts 2018 in einem Punkt mit einer „Ausschüttung“: Die Verbandsgemeindeumlage sinkt erneut, dieses Mal um zwei Prozentpunkt auf 30 Prozent. Das steigere die Liquidität der 23 Ortsgemeinden und der Stadt Zell „noch einmal um 300 000 Euro“, so Hansen, der den erkrankten VG-Bürgermeister Karl Heinz Simon vertrat. Haushaltsplan und Haushaltssatzung für dieses Jahr verabschiedete der VG-Rat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig.

Die Grundschule Bullay erhält eine Mensa, gegenfinanziert zum Großteil übers Kommunale Investitionsprogramm 3.0.  Foto: Archiv Scherer
Die Grundschule Bullay erhält eine Mensa, gegenfinanziert zum Großteil übers Kommunale Investitionsprogramm 3.0.
Foto: Archiv Scherer

Es ist die „vorhandene Liquidität aus Überschüssen der Vorjahre“, die der VG Zell die neuerliche Senkung der VG-Umlage ermöglicht, unterstrich Hansen. „Insofern kann man dieses Geld nur einmal ausschütten und wird dann zum normalen Umlagebedarf zurückkehren müssen“, sagte der Beigeordnete.

Hansen erörterte den Haushaltsplan im Zusammenspiel mit VG-Büroleiter Andreas Schorn. Letzterer sagte zu den Konsequenzen der Umlagesenkung: „Bei unseren 24 Gemeinden kommt nach einem Anstieg von 428.000 Euro im vergangenen Jahr dieses Mal erneut ein Mehr in Höhe von 340.000 Euro an, also eine Steigerung von 768.000 Euro binnen zwei Jahren.“

Die Umlagegrundlagen in der VG Zell seien in den vergangenen fünf Jahren, von 2013 bis 2018, „um 3.122.000 Euro angewachsen“, so Schorn weiter. „Von der Verteilung dieses Zuwachses profitieren aktuell der Landkreis gegenüber 2013 mit 1.350.000 Euro, die Verbandsgemeinde mit 546.000 Euro und die Ortsgemeinden mit 1.225.000 Euro.“

Eine erfreuliche Folge der guten Einnahmeentwicklung: 19 von 24 Gemeinden der VG Zell verfügten „zum Jahresende 2017 über deutlich positive Kassenstände“. Allerdings verschwiegen sowohl Schorn als auch Hansen die bedenklichen Werte des Etats nicht. Hansen hielt mit Blick auf die Gegenüberstellung der Ein- und Auszahlungen fest: „Ein Fehlbedarf von 608.000 Euro inklusive der Kredittilgung ist schon eine Hausnummer und unter normalen Umständen nicht vertretbar.“ Das Haushaltsvolumen steigt um 5,6 Prozent auf rund 12,4 Millionen Euro.

In der Tat drängt sich – bei aller Freude über sprudelnde Steuereinnahmen, die der guten Konjunktur zu verdanken sind – die Frage auf: Wenn es in Zeiten wie diesen schon nicht gelingt, den Haushalt auszugleichen, wann dann? Wobei ebenfalls klar ist: Die Zahlen für 2018 sind der Plan, abgerechnet wird später. Eindeutige Investitionsschwerpunkte setzt dieser Plan ebenfalls: Schulen (siehe Zusatztext), Brandschutz, Breitbandausbau, Badsanierung (Sanierungsplanung: 100.000 Euro, Brandschadenbehebung: 100.000 Euro), neues VG-Dienstgebäude, Tourismusförderung (331.000 Euro).

330 Mal sind die freiwilligen Feuerwehren der VG Zell im vergangenen Jahr ausgerückt, hielt Schorn fest. „Die Zahl unterstreicht deren Bedeutung“, sagte er. 80.000 Euro flössen an laufendem Aufwand in die Feuerwehrgerätehäuser der Gemeinden, die neue Behausung der Schaurener Wehr könne im Frühjahr eingeweiht werden. Für Bullay, Neef und Tellig fehlten noch Bewilligungsbescheide. Der Aufwand für Fahrzeuge und Geräte liegt bei 100.000 Euro, fürs Personal sind 172.000 Euro veranschlagt (Aufwandsentschädigung: 45.000 Euro, Motivationsprogramm: 24.000 Euro, Ausbildung: 50.000 Euro, Versicherungen: 48.000 Euro, Impfungen: 5000 Euro).

Für das neue VG-Dienstgebäude werden 540.000 Euro an Baukosten bereitgestellt, übertragen aus dem Etat 2017 wurden 350 000 Euro für die Planung, 160.000 für den Grunderwerb. Schorn: „2018 wird insofern für uns das große Planungsjahr werden. Dann sollte es mit dem Bau losgehen.“ Und sonst? Die Personalkosten (ohne Kindergärten und Waldarbeiter) steigen um 189 000 Euro auf 3,8 Millionen Euro. Die Stellenzahl erhöht sich um 1,10 auf 110,19. Die Pro-Kopf-Verschuldung der rund 15.700 Einwohner in der VG Zell soll von 209,83 Euro Ende 2017 auf 211,63 Euro steigen.

Von unserem Redakteur David Ditzer

Hansen: "Wir wollen die Schule im Dorf lassen!"

Allen Schließungsandrohungen vonseiten des Landes trotzend, unternimmt die VG Zell viel, um ihre kleinen Grundschulen (GS) zu stärken: Für sechs Grundschulen mit insgesamt 473 Schülern (plus 5 Prozent gegenüber 2017) wendet sie 1,007 Millionen Euro auf. Büroleiter Andreas Schorn: „Dies sind 249.000 Euro mehr als im Vorjahr, eine Steigerungsrate von einem Drittel.“ Kosten steigernd: die Ausweitung der Nachmittagsbetreuung bis 16 Uhr samt Mittagessensangebot, an die GS Bullay soll eine Mensa für circa 266.000 Euro angebaut werden.

Der Beigeordnete Alois Hansen stichelte in Richtung Land: „Wir wollen die Schule im Dorf lassen.“ dad
Cochem Zell
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