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Cochem-Zell/Bernkastel-Kues

Geldinstitut zieht Bilanz: Sparkasse zeigt sich „stabil und solide“ – Filialschließungen trugen das Ihre dazu bei

Dieter Junker

Stabil und solide, so präsentiert sich nach Ansicht der Geschäftsleitung die Sparkasse Mittelmosel Eifel Mosel Hunsrück. „Trotz zahlreicher Herausforderungen, vor denen wir als Geldinstitut stehen, sind wir auf dem richtigen Weg und schließen das Geschäftsjahr 2017 mit einem guten Ergebnis ab“, betonte Vorstandsvorsitzender Edmund Schermann bei der Bilanzpressekonferenz in Bernkastel-Kues.

Zufriedener Sparkassenvorstand (von links): Eric Westerheide, Volker Knotte und Vorstandschef Edmund Schermann.
Zufriedener Sparkassenvorstand (von links): Eric Westerheide, Volker Knotte und Vorstandschef Edmund Schermann.
Foto: Dieter Junker

Herausforderungen, dazu gehört natürlich die nach wie vor andauernde Niedrigzinsphase, die auf den Zinsüberschuss der Sparkasse drückt. Dazu gehört aber auch eine zunehmende Digitalisierung des Bankgeschäfts, verbunden mit einer strukturellen Neuausrichtung des Hauses, durch die die Einbußen beim Zinsergebnis zu einem großen Teil ausgeglichen werden konnten. „Wir sind nach wie vor wirtschaftlich stark und in der Region breit verankert. Die Herausforderungen haben wir erfolgreich angenommen und sind gut vorbereitet“, ist Schermann überzeugt.

Immerhin ein Minus von 8,5 Prozent verzeichnete die Sparkasse im vergangenen Jahr beim Zinsüberschuss. In Zahlen ausgedrückt: Lag der Zinsüberschuss 2016 noch bei 51 Millionen Euro, so sind es 2017 47 Millionen Euro. „Das war erwartbar und nicht zu vermeiden“, betont der Vorstandschef der Sparkasse. Allerdings konnte der Provisionsüberschuss im vergangenen Jahr um 2,8 Prozent gesteigert werden, was die Zinsverluste etwas ausgleichen konnte. Auch wurde der Verwaltungsaufwand gesenkt, wozu die Schließung von Filialen und der Ausbau des Digitalgeschäftes beitrugen. All das führt dazu, dass das Betriebsergebnis nur leicht gegenüber 2016 sank, von 25,8 Millionen Euro auf 24,6 Millionen Euro. „Das zeigt, dass unsere Geschäftslage sehr stabil ist“, so Schermann.

Mit einem Wachstum von 87 Millionen Euro (plus 4,3 Prozent) haben die Kundeneinlagen gegenüber dem Vorjahr nochmals deutlich zugelegt. Sie erreichen mittlerweile ein Volumen von 2,1 Milliarden Euro. „Allerdings ist es nach wie vor so. dass unsere Kunden ihr Geld weiterhin sehr kurzfristig anlegen und angesichts der unbefriedigenden Zinssituation in starkem Maße in Wertpapiere investieren“, erläutert Vorstand Volker Knotte. Bei den Wertpapieren verzeichnete die Bank ein Plus von 45 Millionen Euro auf nunmehr einen Bestand von 656 Millionen Euro.

Die nach wie vor gute Konjunktur, eine fast schon festzustellende Vollbeschäftigung und hohe Liquiditätsüberschüsse bei den Betrieben und Unternehmen sorgen gleichzeitig aber auch für ein weiterhin hohes Niveau bei den Kundenkrediten von 1,6 Milliarden Euro. „Gerade bei den gewerblichen Krediten verzeichnen wir Höchststände“, betont Vorstand Eric Westerheide. 266 Millionen Euro wurden im vergangenen Jahr von der Sparkasse als Neukredite ausgegeben.

Im vergangenen Jahr spielte der strukturelle Umbau der Sparkasse eine wichtige Rolle. „Die Veränderungen waren notwendig“, unterstreicht Vorstandschef Schermann mit Blick auf die in der Region auf Kritik gestoßenen Filialschließungen. Immerhin konnte der Verwaltungsaufwand insgesamt um 2,2 Millionen auf 40,7 Millionen Euro gesenkt werden. „Damit wurde ein wesentlicher Beitrag zur Ertragsstabilität geleistet“, meint Schermann. Ein Großteil der geschlossenen Filialen ist mittlerweile verkauft. Über die gute Wirtschaftslage der Sparkasse können sich auch die beiden Kreise als Träger freuen. 1,1 Millionen Euro werden ausgeschüttet, 28 Prozent davon an den Kreis Cochem-Zell. 7,4 Millionen Euro an ertragsunabhängigen Steuern wurden gezahlt, und 1,3 Millionen wurden für 800 Einzelprojekte gespendet. 2017 wurde zudem die Geschäftsstelle in Cochem neu eröffnet, außerdem die Geschäftsstelle in Ulmen an einem neuen Standort.

Die fortschreitende Digitalisierung beschert der Sparkasse ein stark verändertes Kundenverhalten. So stieg die Zahl der Besucher der Homepage der Sparkasse um 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Sparkassen-App wird von 12.800 Kunden genutzt, ein Plus von 32 Prozent. Das Online-Beratungssystem wird zunehmend genutzt, zwei von drei Kunden führen ihre Konten mittlerweile online und auch in sozialen Netzwerken ist die Sparkasse unterwegs. „All das bestätigt unseren Weg, die digitalen Kanäle weiter auszubauen. Und auch das gehört zur Präsenz in der Fläche“, so Edmund Schermann.

„Wir blicken jedenfalls zuversichtlich nach vorne und können dabei auf das Bestehende gut ausbauen. Wir haben eine gute Basis für die Zukunft“, ist der Vorstandsvorsitzende überzeugt. Auch wenn angesichts einer weiter anhaltenden Niedrigzinsphase („Wir gehen nicht davon aus, dass sich hier in absehbarer Zeit was ändern wird.“) es schwerer sein wird, das Betriebsergebnis zu halten, gibt es für die Sparkasse keinen Grund zur Sorge. Schermann: „Wir sind auf dem richtigen Weg.“

Von unserem Mitarbeiter Dieter Junker

Kennzahlen Bilanz Sparkasse 2017

Bilanzsumme: 2,7 Milliarden Euro (2016: 2,6 Milliarden Euro)

Kundengeschäftsvolumen: 4,4 Millionen Euro (2016: 4,3 Millionen Euro)

Kundenkredite: 1,6 Millionen Euro (2016: 1,6 Millionen Euro)

Kundeneinlagen: 2,1 Millionen Euro (2016: 2,0 Millionen Euro)

Kundenwertpapiere: 656 Millionen Euro (2016: 611 Millionen Euro) Privat- und Geschäftsgirokonten: 83.646 (2016: 82.601)

Mitarbeiter: 518 (2016: 561) Standorte: 26 (2016: 55)

Geldautomaten: 35 (2016: 59)

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