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    MayenRömerfest auf dem Mayener Grubenfeld: Der Medicus ist nichts für schwache Nerven

    Die römische Legio XXII Primigenia aus Bitburg kampierte am Wochenende auf dem Mayener Grubenfeld. Die Mitglieder dieses Vereins stellten mit Hilfe von Archäologen und Historikern einauthentisches römisches Leben im Erlebniszentrum Terra Vulcania nach.

    Dem Besucher bot sich ein guter Überblick sowohl über das zivile, als auch über das militärische Leben im ersten nachchristlichen Jahrhundert. Vom Bäcker und Schmied, über die Münzprägung, die Webkunst, bis hin zur Erstellung von Waffen sowie der Vorführungen aus dem militärischen Bereich deckten die Mitglieder des Bitburger Vereins alle Interessensgebiete ab.

    Der Medicus Manius Sulpicius Vespillo war einer von ihnen und demonstrierte allerhand medizinische Geräte, die sich zum Teil bis heute kaum äußerlich verändert haben. „Das Skalpell von früher zum Beispiel ähnelt dem heutigen enorm“, erklärte der Medicus, der im wirklichen Leben Stefan heißt und aus der Schweiz kommt. Etwa sechs bis zehnmal im Jahr reist er mit Frau und Sohn zu Römerfesten, um sein Wissen über diese Zeit zu vermitteln.

    Römer faszinierten schon in jungen Jahren

    Wie er zu so einem ungewöhnlichen Hobby kommt? „Wir hatten in meiner Kindheit keinen Fernseher. Stattdessen habe ich viel gelesen“, berichtete der Schweizer. Und die Römer haben ihn aufgrund ihrer Fortschrittlichkeit ganz besonders fasziniert. „Auch die hygienischen Bedingungen waren damals ausgesprochen gut, und die römischen Soldaten hatten tatsächlich eine gute Überlebenschance“, weiß er.

    Dennoch waren seine Erzählungen aus der früheren Zeit nichts für schwache Nerven. Denn als Narkosemittel für Amputationen und andere große Eingriffe wurde dem Patienten lediglich ein Schwamm, getränkt mit Opium und Wein, in den Mund gedrückt. Oder man bohrte Migränepatienten ein Loch in den Schädel, um die Luft, von der man glaubte, dass sie für die Schmerzen verantwortlich ist, entweichen zu lassen. Die Besucher guckten fasziniert zu, als der Medicus diese Prozedur an einem Schädelmodell nachstellte. In Anlehnung daran, hat der Medicus sich mit dem Zusatz „Vespillo“, was übersetzt der Totengräber heißt, bewusst seinen römischen Namen ausgesucht: „Das ist humorig gemeint, passt aber gut zu der früheren Zeit“, stellte er fest.

    Schreiben auf Bienenwachs war beschwerlich

    Dr. Britta Hallmann-Preuß lässt ihr Beruf auch am Wochenende nicht los. Denn die Archäologin und Leiterin des Bad Dürkheimer Stadtmuseums zeigte mit ihrer „Schola Romana“ beim Römerfest in Mayen, wie der Nachwuchs damals unterrichtet wurde. Für sie ist der Wechsel in das römische Gewand ebenfalls ein Hobby: „Mir macht es viel Freude, den Menschen die Geschichte zu vermitteln und zu zeigen, dass Museum nicht langweilig sein muss“, sagte sie.

    Die Kinder durften hier alles ausprobieren und anfassen und stellten schnell fest, dass das Schreiben auf einer Bienenwachstafel sehr schwerfällig sein kann. „Aber das ist toll, dass man damals nicht so viele Sachen mit in die Schule schleppen musste“, stellte ein kleiner Besucher fest. Claudia Schick, Leiterin der Tourist-Info Mayen war mit dem Besucheraufkommen sehr zufrieden und arbeitet mit ihrem Team bereits an einer Ausweitung des Programms: „Die Idee ist ein römischer Theaterabend mit passendem Abendessen. Das soll dann im nächsten Jahr am Samstagabend stattfinden“, stellte sie in Aussicht.

    Von unserer Mitarbeiterin Katrin Weber
     

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