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Andernach

Gegen gähnende Leere: Wie Künstler auf dem Andernacher Marktplatz für Leben sorgen

Elvira Bell

Wärmende Sonnenstrahlen mit einem farbenfrohen, malerischen Frühlingserwachen rund um den Bäckerjungenbrunnen: Am Samstag präsentierte sich der Wochenmarkt mit unvergleichlichem Flair. Und das hatte einen ganz besonderen Grund: Nachdem pünktlich zum Geysir-Frühling ein Kunstmarkt ins Leben gerufen und dieser auf eine gute Resonanz gestoßen war, stand nun die zweite Auflage an.

Während des Wochenmarkts fand der zweite Kunstmarkt auf dem Andernacher Marktplatz statt. Viele Marktplatzbesucher nutzten die Gelegenheit, die ausgestellten Werke anzusehen und mit den anwesenden Künstlern zu sprechen.
Während des Wochenmarkts fand der zweite Kunstmarkt auf dem Andernacher Marktplatz statt. Viele Marktplatzbesucher nutzten die Gelegenheit, die ausgestellten Werke anzusehen und mit den anwesenden Künstlern zu sprechen.
Foto: Elvira Bell

Auch diese wurde von Erfolg gekrönt: 13 Künstler aus Andernach und aus der Region stellten unter freiem Himmel ihre Werke aus und boten diese zum Kauf an. Präsentiert wurden Bilder in Öl, Acryl, Pastell und weiteren Materialen, Grafiken, Skulpturen, Schmuck und Keramik. Viele der Wochenmarktbesucher konnten sich für die Kunstwerke begeistern und fühlten sich davon förmlich angezogen. Sie blieben vor den Exponaten stehen, um diese genauer anzusehen oder beispielsweise Heilsteine, Schmuckstücke oder Keramikarbeiten in die Hand zu nehmen. Einige der Kunstwerke wechselten ihre Besitzer.

Gern nach Andernach gekommen war beispielsweise Shar Tlegen aus Mayen. Staunende Gesichter gab es bei den Besuchern, die dem Künstler über die Schulter schauten, wie er nach Vorlage ein originalgetreues Porträt anfertigte. Intensiv wahrgenommen wurden auch die Skulpturen des freischaffenden Kunstmalers Viktor Neufeld. Insbesondere die von dem aus Nord-Kasachstan stammenden Skulpteur geschaffenen Totenköpfe waren keineswegs unscheinbar. Vielmehr entfalteten die beiden ausgestellten Exemplare ihre Wirkung auf die Betrachter.

Junge Andernacher Talente sollen Kunstmarkt bereichern

Begeistern konnten sich vor allem ältere Besucher für alte, wunderschöne filigrane Reliefs. Die 30 bis 40 Jahre alten „Schätzchen“ bot die Künstlerin Doris Büma an. „Die 92-jährige Ehefrau eines mittlerweile verstorbenen Künstlers aus Weißenthurm hatte diese, ebenso wie die entsprechenden Gussformen in ihrem Keller entdeckt“, erklärte Büma. „Ich hatte der alten Dame angeboten, die Reliefs – einige stellen Andernacher Sehenswürdigkeiten dar – für sie heute hier zum Verkauf anzubieten.“ Auch Büma präsentierte einige ihrer Bilder und Skulpturen. Unter anderem stellte die vielseitige Künstlerin die Erdoberfläche aus Basalt aus.

Eine bunte Mischung wird es auch beim dritten Kunstmarkt im kommenden Monat geben. Diesen möchte Büma – sie ist Dozentin der Jugendkunstschule des Kreises Mayen-Koblenz – mit Werken von jungen Andernacher Talenten bereichern. Das Mitwirken wird für die Jugendkunstschüler aber auch für Schüler der St. Thomas Realschule plus Andernach, deren Kunstlehrerin am Samstag großes Interesse bekundete, sicher ein Erlebnis werden. „Unsere Schüler der Klassenstufen 5 und 6, die den Schwerpunkt Kunst gewählt haben werden beim nächsten Mal sicher gern dabei sein. Sie haben pro Woche sechs Stunden Kunstunterricht“, erzählte Uschi Ternes.

Dritte Fortsetzung ist bereits geplant

Mit dem Künstlermarkt setzten die Teilnehmer ein Zeichen, dass man mit Kunst den Wochenmarkt und die Innenstadt beleben kann. Organisiert wird der Kunstmarkt von Mitgliedern der Künstlergruppe „Andernacher Regenbogen 94“. Federführend jedoch von Helmut Brenner, einem Nicht-Kunstschaffenden aus Andernach. „Wir würden uns freuen, wenn sich auch Künstler aus der Koblenzer Region beteiligen würden.“ Der Richter im Ruhestand begrüßt die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Andernach. „Sie unterstützt diese Veranstaltung, indem sie den Künstlern einen Teil des Marktplatzes zur Verfügung stellt und durch ihre Pressestelle wesentlich zur Bekanntheit des Kunstmarkts beiträgt. Aufgrund dieser Werbung konnten nicht nur für den vergangenen Markt neue Künstler gewonnen werden.“

Brenner fiebert schon dem nächsten Kunstevent entgegen. Dieses ist für den 12. Mai angedacht. Der Termin muss aber noch mit dem Marktmeister abgesprochen werden. „Nicht nur weitere Erwachsene, sondern auch jugendliche Künstler werden an zukünftigen Ausstellungen auf dem Marktplatz teilnehmen“, da ist Brenner sich ganz sicher.

Von unserer Mitarbeiterin Elvira Bell

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