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Pellenz

Fundkatzen behandelt: Tierärztin verklagt VG Pellenz

Martina Koch

Wer trägt eigentlich die Kosten für die Behandlung einer verletzten Katze, wenn diese keinem Halter zugeordnet werden kann? Über diese Frage streiten momentan eine Tierärztin und die VG Pellenz. Die Tierärztin verklagt die Verbandsgemeinde auf die Erstattung der Kosten, die bei der Behandlung und Unterbringung dreier Katzen entstanden sind. Ein Verhandlungstermin vor dem Verwaltungsgericht Koblenz ist für Mittwoch, 13. September, angesetzt.

Katze beim Tierarzt
Symbolbild.
Foto: dpa

Die Klägerin hatte im vergangenen Jahr mehrmals Tieren geholfen, die verletzt in ihre Praxis gebracht wurde: Im März behandelte sie einen Kater, der bei einem Autounfall verletzt wurde, im Mai kam eine Finderin mit einem Kater in die Praxis, der einen offenen Bruch hatte, und im Oktober brachte ein Mann eine Katze mit Halswirbelsäulentrauma und Rippenbrüchen vorbei. Bei der Behandlung und Unterbringung der drei Tiere fielen Kosten in Höhe von mehr als 2000 Euro an, die die Tierärztin jetzt von der VG als zuständiger Fundbehörde erstattet haben will.

Doch die VG will im Hinblick auf die Gesetzeslage nicht zahlen: Bei den Katzen habe es sich nicht um Fundtiere, sondern um herrenlose Tiere gehandelt. Juristisch gesehen ist das ein entscheidender Unterschied: Fundtiere haben einen Eigentümer, der jedoch in dem Moment nicht ermittelt werden kann. Die zuständigen Fundbehörden sind dann dazu verpflichtet, die Kosten für die Verpflegung, Unterbringung und lebensnotwendige medizinische Behandlungen zu tragen. Als herrenlos gelten etwa streunende Katzen, die in freier Wildbahn leben. Die Fundbehörden müssen für die Behandlung und Unterbringung herrenloser Tiere laut Gesetz nicht aufkommen.

Bei den drei behandelten Katzen habe es sich um solche herrenlose Streuner gehandelt, argumentiert die VG-Verwaltung: Zwei von ihren waren nicht gechippt, alle drei hätten einen verwilderten Eindruck gemacht.

Christoph Fournier, Büroleiter der VG-Verwaltung, ist selbst nicht glücklich über die schwierige Gesetzeslage und zeigt Verständnis für die Situation der Tierärzte: „Das sind erhebliche Kosten, die in solchen Fällen in den Praxen anfallen.“ Wenn die VG für diese aufkommt, werden dafür öffentliche Gelder genutzt. Deshalb will sie den Sachverhalt nun juristisch geklärt haben: „Das ist kein böser Wille“, meint Fournier. Das Urteil in dem Verfahren stellt dann für die VG eine Richtlinie dar, an der sie sich künftig orientieren kann, heißt es.

Denn das Problem wird keineswegs kleiner, ist Fournier überzeugt. Man habe es, wie anderenorts auch, in der VG Pellenz immer öfter mit streunenden Katzen zu tun: „Es gibt Leute, die schaffen sich ein Tier an und weigern sich dann, die Verantwortung dafür zu übernehmen.“ Wenn die Halter ihre freilaufenden Katzen kastrieren und kennzeichnen ließen, gäbe es keine verwilderten Hauskatzen.

Um dem Problem unkontrolliert wachsender herrenloser Katzenpopulationen Herr zu werden, haben einige Städte und Gemeinden bereits eine Kastrationspflicht eingeführt. In der VG Pellenz ist eine solche Regelung derzeit nicht im Gespräch, und Fournier wäre es persönlich auch lieber, wenn man eine solche nicht einführen müsste: „Das ist ein sensibles Thema, weil man damit in das Leben der Leute eingreift.“ Auch würde die Durchsetzung einer Kastrationspflicht schwierig, da verantwortungslose Halter sich an eine entsprechende Regelung vermutlich nicht halten.

Zunächst wartet man in der VG, die sich in dem Prozess von einem Anwalt vertreten lässt, gespannt auf das Urteil im Prozess um die Tierarztkosten, die bei der Behandlung der Katzen angefallen sind. „Ich bin froh, wenn wir bei uns in der Region eine Richtlinie haben, an die wir uns halten können“, sagt Fournier.

Von unserer Redakteurin Martina Koch

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