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Plaidt

Bürger kämpfen um Recht auf kostenloses Mineralwasser: Die Plaidter Quelle soll bald wieder sprudeln

Martina Koch

Seit Generationen zapften die Plaidter Bürger ihr eigenes Quellwasser aus dem heimischen Sauerbrunnen. Doch im Herbst 2015 war damit plötzlich Schluss: Als die Burgquelle zum 1. Oktober 2015 ihre Produktion einstellte, wurde die Quelle versiegelt – und damit auch die frei zugängliche Trinkwasserentnahmestelle. Doch jetzt gibt es Hoffnung.

Seit rund zwei Jahren sprudelt an der Burgquelle in Plaidt auf Knopfdruck wieder das Wasser. Dabei handelt es sich aber keinesfalls um Mineralwasser aus den Tiefen der Vulkaneifel, stattdessen wurde an dieser Stelle eine gewöhnliche Trinkwasserleitung angeschlossen.
Seit rund zwei Jahren sprudelt an der Burgquelle in Plaidt auf Knopfdruck wieder das Wasser. Dabei handelt es sich aber keinesfalls um Mineralwasser aus den Tiefen der Vulkaneifel, stattdessen wurde an dieser Stelle eine gewöhnliche Trinkwasserleitung angeschlossen.
Foto: Andreas Walz (Archiv)

Ortsbürgermeister Wilhelm Anheier versprach in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats, schnellstmöglich die nötigen Schritte einzuleiten, damit die Plaidter sich bald wieder Wasser aus der eigenen Mineralquelle abfüllen können.

Das Recht aufs eigene Wasser hat in der Pellenzgemeinde schließlich eine lange Tradition, wie Karl Heinz François, Berni Cornet und Michael Müller recherchiert haben, die sich in der Bürgerinitiative (BI) „Sauerwasser Plaidt“ engagieren. 1923 fasste die Gemeinde die Burgquelle neu ein und schuf öffentliche Zapfstellen zur Wasserentnahme.

Trinkstelle war viele Jahrzehnte in Betrieb

1928 gab es ganz in der Nähe eine Bohrung mit dem Ziel, das Mineralwasser kommerziell nutzen zu können. Die Gemeinde Plaidt ließ sich daraufhin gerichtlich zusichern, dass der Eigentümer der Bohrung den Bürgern Mineralwasser für den Eigenbedarf zur Verfügung stellen muss, falls die eigene Quelle durch die neue Bohrung versiegt. Dieses Recht wurde auch ins Grundbuch eingetragen. Als der Wasserlauf der Gemeinde versiegte, richtete der Eigentümer der neuen Quelle dem entsprechend eine Trinkstelle für die Plaidter Bürger ein. Dieser blieb in Betrieb – bis die Burgquelle ihre Produktion endgültig einstellte.

Seitdem setzt sich die BI Sauerwasser Plaidt dafür ein, den Trinkbrunnen wieder in Betrieb zu nehmen. Mit Erfolg: Bürgermeister Anheier will bereits in diesen Tagen bei der Kreisverwaltung beantragen, die Quelle zum Fließen zu bringen.

Prüfungen der Wasserqualität stehen noch an

Bis sich die Plaidter wieder frisches Mineralwasser abfüllen können, wird es dennoch eine Weile dauern: Es muss geprüft werden, inwieweit die bestehende Stromversorgung noch funktioniert, außerdem müssen, sobald die Quelle wieder sprudelt, Wasserproben entnommen werden, um sicherzustellen, dass für Trinkwasserqualität gesorgt ist.

Wenn die Plaidter wieder ihr eigenes Mineralwasser zapfen können, führen sie damit eine Tradition fort, die wahrscheinlich bis zu den alten Römern zurückreicht: Bei Erdarbeiten zur Erweiterung des Betriebsgeländes der Burgquelle wurden in den 50er-Jahren Fundamente eines römischen Anwesens entdeckt – aber nicht zur weiteren Erforschung gemeldet. Auch eine römische Wasserleitung fand man auf Plaidter Gemarkung – Hinweise darauf, dass bereits die römischen Siedler das Wasser aus den Tiefen der Vulkaneifel anzapften.

Von unserer Redakteurin Martina Koch

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