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Mayen

Bierhaus Mayen: Jetzt melden sich die Fans im Internet zu Wort

Hilko Röttgers

Ganz Mayen diskutiert über die geplante gastronomische Nutzung des Altes Rathauses. Dort soll ein Bitburger Bierhaus einziehen. Doch die Befürworter dieser Idee bekommen nicht genug Gehör – findet zumindest Peter Michels, der als Citymanager in Mayen unter anderem die Themen Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung bearbeitet.

Das ist die Startseite der „Pro Bierhaus“-Gruppe bei Facebook. Screenshot: RZ
Das ist die Startseite der „Pro Bierhaus“-Gruppe bei Facebook. Screenshot: RZ

Damit „die bis dato schweigende Mehrheit der Bierhaus-Befürworter endlich ihre Stimme erhebt“, hat Michels bei Facebook die Gruppe „Pro Bierhaus in Mayen“ ins Leben gerufen. Innerhalb einer Woche sind gut 1000 Mitglieder beigetreten.

Mit seiner Gruppe möchte Michels ein Zeichen setzen. „Ziel ist der Ausdruck des eindeutigen Bekenntnisses der überwältigenden Mehrheit der Mayener Bevölkerung sowie der Menschen aus unserem großen Einzugsgebiet für das Bierhaus im Alten Rathaus“, teilt er auf Anfrage unserer Zeitung mit.

Dieses Zeichen richtet sich auch an die Kritiker der Bierhaus-Pläne. Dazu zählt zum Beispiel der Aktionskreis Altes Rathaus, der das Bierhaus mit einem Bürgerbegehren verhindern möchte (die RZ berichtete). Auch wenn Citymanager Michels anerkennt, dass ein solches Bürgerbegehren „ein wertvolles Instrument der demokratischen Teilhabe ist“, kann er das das Vorgehen des Aktionskreises nicht nachvollziehen.

„Was will diese Gruppe mit der Verhinderung des Bierhauses im Alten Rathaus erreichen?“, fragt er. „Möchte man womöglich den gastronomischen Markt in Mayen abschotten, in dem man Neues abblockt?“ Die Argumente, die der Aktionskreis gegen die gastronomische Nutzung des Alten Rathauses anführt, hält Michels jedenfalls für „rückwärtsgewandt und fadenscheinig“. Zudem werde die Diskussion „viel zu emotional und überhitzt“ geführt.

Das soll in seiner Facebook-Gruppe nicht passieren. Deswegen hat sich Michels nicht für eine öffentliche, sondern für eine sogenannte geschlossene Gruppe entschieden. Dort kann nur mitreden kann, wer gezielt aufgenommen wird. „Ich möchte in der Gruppe keine Trittbrettfahrer, sondern klare Bekenner zum Bierhaus“, macht Michels deutlich. „Wer in unserer Gruppe gegen das Bierhaus stänkert und pöbelt, wird entfernt.“

Denn aus Sicht des Mayener Citymanagers ist das geplante Bierhaus eine hervorragende Sache. „Das Bierhaus wird aufgrund seiner attraktiven Konzeption als moderne Szene-Gastronomie unsere Innenstadt beleben und genau wie das Eiscafé Torri neue Besucher nach Mayen locken“, ist Michels überzeugt. „Wertige Gastronomie kann ein Treiber für die innerstädtische Kundenfrequenz sein, das Bierhaus wird es mit ganz großer Sicherheit werden.“

Hat Michels die „Pro Bierhaus“-Gruppe also in seiner Funktion als Citymanager und nicht als Privatmann gegründet? Diese Frage stellt sich für ihn nicht. Seine „Rolle als Person des öffentlichen Lebens“ lasse eine solche Unterscheidung nicht zu, sagt Michels und betont: „Ich werde jedenfalls mit allem, was ich habe, für das Bierhaus im Alten Rathaus kämpfen!“

Von unserem Redakteur Hilko Röttgers

Oberbürgermeister Treis: "Ich schäme mich"

Dass die Diskussion ums geplante Bitburger Bierhaus nicht immer sachlich geführt wird, beklagt auch Mayens Oberbürgermeister Wolfgang Treis. In einer Pressemitteilung vom Mittwochabend macht sich der OB Luft: „Ich schäme mich für das Verhalten mancher Mitbürger!“ Laut Pressemitteilung haben die potenziellen Investoren mehrfach Drohanrufe erhalten, in denen sie aufs Übelste beschimpft wurden. Und auch Mitarbeiter der Bitburger Braugruppe seien beschimpft worden, wie man „fremde Gastronomen in die Stadt holen könne“, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

„Für solche Methoden habe ich absolut kein Verständnis“, betont OB Treis. Dieses Vorgehen habe nichts mehr mit der Frage zu tun, ob man sich eine Gastronomie im Alten Rathaus vorstellen kann oder nicht. Vielmehr werfe es die Frage nach den Motiven der Anrufer auf. Treis bezweifelt, dass es ihnen nur um den Schutz des Alten Rathauses geht. hrö

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